Blick ins Buch

Liebesromane

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

3,9(13)
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Über das Buch

Der Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (frz. Originaltitel: À la recherche du temps perdu, geschrieben 1908/09 bis 1922 und erschienen zwischen 1913 und 1927) ist das Hauptwerk von Marcel Proust. Enthält den 1919 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis ausgezeichneten zweiten Band ›Im Schatten junger Mädchenblüte‹ (›À l'ombre des jeunes filles en fleurs‹) sowie den kompletten dritten Band in der Übersetzung von Walter Benjamin und Franz Hessel. Das Buch wurde in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen. "Um verzweifelt zu sein, muß man am Leben, auch wenn es nur noch unglücklich sein kann, gleichwohl und trotz allem hängen." [Marcel Proust] Null Papier Verlag www.null-papier.de

Editionen (3)

ISBN9783954186471
VerlagNull Papier Verlag
Erscheinungsdatum14.10.15
Seitenzahl2417

Rezensionen & Bewertungen

13 Bewertungen

6 Rezensionen

3,9

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  • nancyspencer
    nancyspencer

    43 Follower

    4,0

    „Es war dies nicht das erste Mal, daß ich spürte, daß die, die lieben, und die, die Vergnügen empfinden, nicht dieselben sind.“ (S.314) Der zweite Band von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zog sich für mich etwas zäher als Band 1 und war nicht ganz so durchgängig flirrend schön, auch wenn Prousts Lieblingswort immer noch „rosig“ zu sein scheint. Ich habe wieder einige mir unbekannte Wörter kennengelernt (wie „Posamente“, „Plastron“, oder „Ephebe“), mich ansonsten auch über ein paar vergessene Praktiken amüsiert, wie etwa „einmütig in eine Schmähung einstimmen“, aber insgesamt hat mich Band 2 nicht ganz so begeistern können, wie der erste Band. Immer noch tolle Beobachtungen und Reflexionen, hier und da auch ein gewisser Witz, tolle Sprache und Beschreibungen, keine Frage, aber alles auch streckenweise etwas länglich. Er reist nach Balbec, also ans Meer und lernt dort unter anderem Albertine kennen. Mal sehen, wie es weitergeht …

    29. Juni 2026

  • auntieterror
    auntieterror

    43 Follower

    5,0

    "Did I mention the gold-spun hair of my friend Robert or his uncle's beautiful face yet?... Also, the girls were nice, too, though I couldn't quite figure out which one I liked best and so tried to kiss the one I thought I had the best chance with." No, honestly - these novels are a lot more amusing than you'd expect. (Rtc)

    8. Nov. 2022

  • semjon.pfalz
    semjon.pfalz

    38 Follower

    4,0

    Wie habe ich mich über die Figur des Ich-Erzählers, dem jungen Marcel, in diesem zweiten Band aufgeregt, mit ihm geschimpft, gelangweilt und dann doch wieder in seinen herrlichen Beschreibungen von Kleinigkeiten dahinschmelzen lassen. Die Suche nach der verlorenen Zeit verlangt wirklich einiges vom Leser ab. Handlungsarm, metaphernreich, geschwätzig, poetisch, in meinem Augen mit Lebensweisheiten versehen, die zwischen billigen Abreißkalendern und Philosophiebuch dahinschwänzeln mit ihren langen Schachtelsätzen. Da hab ich noch überlegt, wie ich dieses Lesevergnügen letztlich bewerten soll, da entlässt mich Marcel mit dem letzten Satz des Romans derart beseelt von dem Augenblick, da er nach der Sommerfrische am Meer wieder nach Paris zurückgekehrt ist und am Morgen seine Zugehfrau F. ins Zimmer tritt, dass ich nur eine gute Bewertung abgeben kann: „Und während Francoise die Nadeln von den Fensterriegeln entfernte, die Stoffe abnahm, die Vorhänge aufzog, gleißte der Sommertag, den sie enthüllte, so tot, so zeitlos wie eine prunkvoll konservierte, jahrtausendealte Mumie, die unsere alte Dienerin vorsichtig aus ihren Leinenbinden schälte, bevor sie sie, in ihrem goldenen Gewande einbalsamiert, vor mir aufstrahlen ließ.“ Köstlich. Man könnte meinen, dass Marcels Liebesleben, welches über den ganzen Band hinweg so unglücklich verlief, in der Mumie endlich seine Erfüllung erhält. Home, sweet home. Endlich ist das stockkonservative Muttersöhnchen, welches jegliche Veränderungen partout ablehnt (und sei es die neumodische Erfindung eines britischen Sandwiches), wieder zu Hause. Wenn ich etwas zu kritisieren habe, dann ist es Marcel selbst, der in meinem Augen die zwiespältigste Figur des Romans ist, denn einerseits sind seine Menschenstudien und soziologischen Betrachtungen messerscharf und treffend und dann auch wieder derart weltfremd und verallgemeinernd, dass ich mir gewünscht hätte, der Ich-Erzähler würde auch mal Zweifel an seinem eigenen Handeln und Sagen bekommen. Aber diese Wolke des Snobismus, der Hang zur Arroganz, wenn auch zur eher stillen Überheblichkeit eines Introvertierten umweht ihn ständig. Und wenn der blaße Jüngling, noch nie in festen Händen, seitenweise Abhandlungen über die Liebe schreibt, kommt er mir vor wie ein eingebildeter Ahnungsloser. Der Autor zieht seine Figur natürlich nicht ins Satirische, er ist ja selbst die Hauptperson. Vielmehr lästert er eloquent über die Menschen in den Salons der Belle Epoque und das durchaus amüsant und treffend. Ach ja, das war Band 2. Aber brauche ich wirklich sieben Bände davon? Auf jeden Fall brauche ich erstmal eine Proustpause, denn so wunderschön und zuckersüß seine Sätze sind: man kann ja nicht jeden Tag Sahnetorte essen. Oder Madeleines in den Tee tunken.

    14. Apr. 2024

3 von 6 Rezensionen

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