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Romane

Arbeit

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Über das Buch

In einem Kreuzberger Hostel beginnt Sheriff seine Nachtschicht und fühlt sich mal wieder wie ein schlecht bezahlter Sozialarbeiter. Im Späti nebenan erlebt Anna den zweiten Überfall in diesem Jahr. An der Tür vom Lobotomy steht Ten und realisiert, dass ihm seine junge Familie durch seine Arbeitszeiten komplett zu entgleiten droht. Außerdem: Eine idealistische Notfallsanitäterin, eine zornige Pfandsammlerin und ein Drogendealer mit Zahnschmerzen, der sich fragt, ob er Freunde hat oder nur noch Stammkunden.
Thorsten Nagelschmidt hat mit »Arbeit« einen großen Gesellschaftsroman über all jene geschrieben, die nachts wach sind und ihren Job erledigen, während Studenten, Touristen und Raver feiern. Temporeich erzählt er von zwölf Stunden am Rande des Berliner Ausgehbetriebs und stellt Fragen, die man beim dritten Bier gerne vergisst: Auf wessen Kosten verändert sich eine Stadt, die immer jung sein soll? Für wen bedeutet das noch Freiheit, und wer macht hier später eigentlich den ganzen Dreck weg?

Editionen (2)

ISBN9783103974119
VerlagS. FISCHER
Erscheinungsdatum29.04.20
Seitenzahl336

Rezensionen & Bewertungen

88 Bewertungen

12 Rezensionen

4,2

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  • bea777
    bea777

    482 Follower

    4,5

    Fragmente einer Berliner Nacht

    Nachts sind alle so sehr mit sich selbst beschäftigt, mit ihrem Rausch und ihrer Balz und ihrer Selbstverwirklichung, dass eine Person am Rand nicht weiter auffällt. Zitat S. 279 Thomas Nagelschmidt hat einen Roman über das Arbeiten bei Nacht verfasst, indem verschiedene Berufe vom Taxifahrer, über die Flaschensammlerin bis zum Drogendealer beleuchtet werden. Das Buch erzählt von Menschen, die das Nachtleben prägen und die die Stadt am Laufen halten, wenn wir uns noch mal gemütlich die Decke über den Kopf ziehen. Die Geschichte ist sehr geschickt aufgebaut. Sie spielt in nur einer Nacht, in der in der in Berlin Mitte das Soho-House - ein Luxushotel - brennt. Für die Geschichte ist das nicht relevant, denn sie spielt in Kreuzberg, quasi einer anderen Welt. Die Story wird aus Sicht verschiedener Nachtschwärmer*innen erzählt, z.B. von Ingrid der Flaschensammlerin, Felix dem Drogendealer, Tanja der Sanitäterin oder Ten dem Türsteher. Und immer gibt es Überschneidungen in den Geschichten, die man nur beim aufmerksamen Lesen bemerkt. Das macht es zu einem sehr großen Leseerlebnis, auch wenn die einzelnen Geschichten oft traurig und aufwühlend sind. Wir erleben Schicksale, leiden mit und hoffen, dass das Leben der einzelnen in dieser einen Berliner Nacht eine gute Wendung nimmt. Ich würde mir wünschen, dass das Buch eine viel größere Beachtung bekommt. Es hat sich auf jeden Fall verdient.

    30. Aug. 2025

  • goedi
    goedi

    83 Follower

    3,5

    Mühsam!

    Mit diesem Buch habe ich Einblick in eine Welt erhalten, die immer präsent und doch so wenig beachtet ist... Deutschland (in diesem Fall Berlin) bei Nacht. Das war für mich interessant, aber auch etwas mühsam zu lesen. In jedem Kapitel geht es um einen anderen "Nachtschwärmer" und viele Episoden sind miteinander verbunden. Der Roman durchläuft die Dauer einer Nacht. Alle Protagonisten dieses Romans sind mehr oder weniger unzufrieden mit ihrem Leben. Das finde ich schade. Ein Protagonist, der/die nachts arbeitet und darin voll aufgeht (ich denke hier zum Beispiel an eine Hebamme) hätten dem Buch gut getan und mir etwas mehr Gefallen daran verschafft.

    6. Nov. 2024

  • glorythatsmyname
    glorythatsmyname

    15 Follower

    4,5

    Sprachlich das stärkste Buch, was ich seit langem gelesen habe!

    Anfangs wusste ich nicht, wohin das Buch mich führen will. Schnell zog es mich aber in seine ganz eigenen Welten der verschiedenen Figuren und Settings. Man ist dank der sprachlichen Instrumente des Autors so hautnah dabei und will, dass die Nacht noch weitergeht.

    25. Jan. 2026

3 von 12 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 7422%
bea777
bea77725. Aug. 2025

Ich bin gut drin im Buch und bewundere die detaillierten Beschreibungen der Protagonist*innen.

Autorin / Autor

Über Thorsten Nagelschmidt

Thorsten Nagelschmidt, geboren 1976 in Rheine, ist Autor, Musiker und Künstler. Er ist Sänger, Texter und Gitarrist der Band Muff Potter und veröffentlichte die Bücher »Wo die wilden Maden graben« (2007), »Was kostet die Welt« (2010) und »Drive-By Shots« (2015). Zuletzt sind seine Romane »Der Abfall der Herzen« (2018) und »Arbeit« (2020) erschienen. 2024 wurde »Arbeit« für die Aktion »Berlin liest ein Buch« ausgewählt.

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