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Romane

American Mother

3,9(19)
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Deutsch
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Über das Buch

2021 sitzt Diane Foley, Mutter des 2014 durch den IS enthaupteten US-Journalisten James Foley, im Gefängnis einem Briten namens Alexanda Kotey gegenüber, der sich soeben des Kidnappings, der Folter und der Ermordung ihres Sohnes in Syrien schuldig bekannt hat. Mit dieser ungeheuerlichen Begegnung beginnt American Mother , Colum McCann hat Diane Foley für dieses Erinnerungsbuch seine Stimme geliehen.

Gemeinsam lassen sie das Leben des Getöteten Revue passieren und setzen einem Mann ein Denkmal, der als Journalist über die Killing Fields dieser Welt berichtete, angetrieben vom Streben nach Wahrheit. Diane Foley will sich nicht im Hass verlieren, will nicht im Schmerz verharren. Sie kämpft für die Angehörigen von Geiseln, gegen die Trägheit der Institutionen, und ruht nicht, bis sie am Ende dem Mörder ihres Kindes ein Eingeständnis entlockt hat – und ihm die Hand reicht.

«Eine atemberaubende Geschichte von Gewalt und Vergebung» Salman Rushdie

ISBN9783498003869
VerlagRowohlt
Erscheinungsdatum10.12.24
Seitenzahl272

Rezensionen & Bewertungen

19 Bewertungen

4 Rezensionen

3,9

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  • alexaengel
    alexaengel

    198 Follower

    4,0

    Das neue Buch von Colum McCann, einem sehr fähigen und empfehlenswerten Autor, hat er mit Diane Foley geschrieben. In diesem Zeitdokument geht es um eine bemerkenswerte Frau, die ihren Sohn Jim, wie sie ihn nennt, einen freiberuflichen Journalisten, der 2014 bestialisch von der IS ermordet worden ist, verloren hat. James Foley wurde bei seiner Reise nach Syrien von IS gefangen genommen, Freiheit beraubt, gefoltert und anschließend enthauptet. Wovon ein Beweisvideo existiert. Erschreckend und unfassbar macht es den Leser, wenn man bedenkt, was in einer Mutter vorgeht, die solche schrecklichen Bilder von der Ermordung ihres eigenen Kindes sieht. Doch nicht nur die tragische Geschichte eines Reporters ist das Thema dieses Buchs. Diana Foley nimmt den Leser mit auf die Reise, die von Trauer, Gewalt und der Frage nach Vergebung geprägt ist. 2021 sucht die Mutter von James Foley, im Gefängnis einen Mann namens Alexanda Kotey auf. Dieses Treffen wurde sorgfältig geplant und wird von Anwälten beiderseits verfolgt. Alexanda Kotey bekannte sich der Entführung, der Folter und Ermordung des Journalisten James Foley schuldig. Doch er betont, seine Schuld ist nach dem amerikanischen Recht zutreffend. Er habe aus religiösen Überzeugung gehandelt und befand sich, so zu sagen, im Krieg, in dem er Befehle ausgeführt hat. Diane Foley geht den schwierigen Weg: Sie will den Mörder ihres Sohnes verstehen. Ein sehr schwieriger und beinahe kaum vorstellbarer Gespräch, der dem Leser präsentiert wird. Eine bemerkenswerte Frau, die innere Kraft besitzt, dem Mörder seines Sohnes am Ende des Gesprächs die Hand zu schütteln. Nicht alle Leser können ihre Haltung verstehen. Ein Racheakt oder das Bedürfnis danach, wäre evtl. eher nachzuvollziehen. In zweitem Teil des Buchs nehmen die Autoren den Leser in die Vergangenheit mit. Der Mensch James Foley, ein wahrheitsliebender Reporter, wird dem Leser vorgestellt. Ein schwieriges Buch, das verkraftet werden muss. Doch ich rechne der Mutter Diane Foley ihr Anliegen, die Geschichte an den Leser zu bringen, hoch an. Es ist eine Geschichte der Vergebung, Trauer und absoluten Fassungslosigkeit in Bezug auf die unmenschliche Gewalt. Es ist ein Buch, bei dem man innehält. Der Roman ist in einer nüchternen, sachlichen Sprache erzählt, wo man die Distanzierung zu dem Geschehenen spürt. Anders wäre dieses Buch wohl nicht entstanden. Denn es ist kaum zu ertragen, was geschehen ist. Als Leser kann man diese Haltung sehr gut nachvollziehen. Bemerkenswerte Frau und eine bewundernswerte Art, mit so einer rohen, unbegreiflichen Gewalt umzugehen. Der Roman erinnert mehr an einen Dokumentarbericht. Als ein Wahrheitszeugnis sollte man dieses Buch auch betrachten. Ob man dies liest, muss jeder selbst entscheiden, ich bin für die Einblicke in das Leben von Diana und James Foley dankbar.

    5. Nov. 2025

  • julia_bhrmnn
    julia_bhrmnn

    156 Follower

    4,0

    Perfekter Titel, stellenweise von beidem ein bisschen viel.

    Aber nach all der leichten Unterhaltung in der letzten Zeit eine gute Lektüre ,um sich mal wieder in verschiedene Perspektiven zu denken.

    29. Dez. 2025

  • ancla_books4life
    ancla_books4life

    214 Follower

    4,0

    Ein wichtiges Stück Geschichte!

    **** Worum geht es? **** Eine Mutter stellt sich 7 Jahre nach der Tat dem Peiniger des toten Sohnes. Ein Gespräch, ein paar Worte und doch ein großer Unterschied. Kann man vergeben lernen, was nicht zu vergeben ist? Eine Reise entlang James Foleys Leben und das Setzen eines besonderen Denkmals. **** Mein Eindruck **** Ich möchte zunächst meinen Dank an die Zeitzeugin, den Autor und den Verlag aussprechen, so eine wichtige Geschichte festzuhalten und in die Welt hinauszutragen. Ich bin zutiefst getroffen und habe Einsichten in die Arbeit eines Kriegsjournalisten der aktuellen Zeit erlangt, von denen ich nie gedacht habe, sie zu bekommen. Der Krieg und seine Folgen, Soldat oder bewusste Entscheidungen, wo stehen beide Seiten und wie soll man als Mutter mit dem Tod des Sohnes leben, die Leiche in Gefangenschaft vergraben? Bewegend, kraftvoll, ehrlich. Eine autobiografische Erzählung und doch eine Geschichte, die dem Schicksal vieler eine Stimme gibt. Die Zeitzeugin nimmt uns mit in die Gespräche mit dem Verantwortlichen, wir lernen ihren Sohn kennen und begeben uns erneut in Augenkontakt mit dem „Feind“. Dabei erleben wir was wahre Größe bedeutet und wie kleine Gesten die größten Zeichen setzen können. Ich mag als Rezensentin den Inhalt des Buches gar nicht bewerten, da ich finde, dass mir das gar nicht zusteht. Schriftstil und Erzählform, wie Aufbau sind leicht zugänglich, punktuiert und kraftvoll, einzig in der Mitte verwässerten die ausschweifenden Rückblicke in die Kindheit und anderer Momente für mich den Kern der Aussage. Das Buch ist persönlich, aber vor allem eben ein Zeichen und dafür hätte es noch kondensierter, fokussierter sein dürfen. **** Empfehlung? **** Das Buch ist Geschichte und Gegenwart! Es geht uns alle etwas an worüber hier berichtet wird und deshalb kann es nur gewinnbringend sein, sich die Zeit zu nehmen und sich mit Jims Schicksal vertraut zu machen.

    26. Dez. 2024

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Colum McCann

Colum McCann wurde 1965 in Dublin geboren. Er arbeitete als Journalist, Farmarbeiter und Lehrer und unternahm lange Reisen durch Asien, Europa und Amerika. Für seine Romane und Erzählungen erhielt McCann zahlreiche Literaturpreise, unter anderem den Hennessy Award und den Rooney Prize for Irish Literature. Zum internationalen Bestsellerautor wurde er mit den Romanen Der Tänzer und Zoli. Für den Roman Die große Welt erhielt er 2009 den National Book Award. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in New York.

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