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Romane

Am Himmel die Flüsse

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Über das Buch

Der neue große Roman der Bestseller-Autorin Elif Shafak über die Macht jahrhundertealter Konflikte. „Eine einzigartige, mitreißende Stimme der Weltliteratur.“ Ian McEwan Narin ist neun, als in dem ezidischen Dorf am Tigris Planierraupen auftauchen. Ihre Heimat soll einem Dammbauprojekt der türkischen Regierung weichen. Die Großmutter, fest entschlossen, die Enkelin an einem ungestörten Ort taufen zu lassen, bereitet alles für die Reise ins heilige Lalisch-Tal vor. Kurz vor Aufbruch stößt Narin auf das Grab eines gewissen Arthur – direkt neben dem ihrer Ururgroßmutter Leila. Wer war dieser „König der Abwasserkanäle und Elendsquartiere“, der Junge aus dem viktorianischen London, von den Ufern der verschmutzten Themse? Und was hat er mit Narins eigener Vertreibung zu tun? Meisterhaft verwebt Elif Shafak Vergangenheit und Gegenwart zu einem soghaften Roman über sich kreuzende menschliche Schicksale und die Macht jahrhundertealter Konflikte.

Editionen (4)

ISBN9783446280083
VerlagHanser, Carl
Erscheinungsdatum22.07.24
Seitenzahl592

Rezensionen & Bewertungen

384 Bewertungen

77 Rezensionen

4,6

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  • stradott
    stradott

    369 Follower

    5,0

    Dieser Roman schlägt ein und lässt einen nicht mehr los. Ich habe so viel gelernt und gefühlt - ich hab’s absolut geliebt.

    8. Jan. 2026

  • jtk_0701
    jtk_0701

    345 Follower

    4,5

    Ich bin ein Elif Shafak-Fangirl. Ich weiß immer ganz genau, worauf ich mich bei Shafak einlasse. Sehr poetische Sprache, märchenhaft erzählt, manchmal kommt sie dem Kitsch ziemlich nah und schafft es doch nicht kitschig zu werden und immer wieder lerne ich durch Elif Shafak neues dazu. Oft erzählt sie Geschichten von Minderheiten, über die Tiefen zwischenmenschlicher Beziehungen und zeigt mir immer wieder auf, wie Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängen. Außerdem schafft sie es, dass ich ganz viel Empathie für ihre Figuren empfinde. Ich fühle mich beim Lesen von Shafaks Büchern immer wieder an die Sommerabende mit meiner Oma hinterm Haus zurückversetzt, wenn diese mir Geschichten erzählte, die sehr mystisch klangen und doch auch Wahres in sich trugen. Manchmal beängstigend und doch verzaubernd. Genau so ging es mir auch mit diesem Buch. Auch hier werden geschichtliche Ereignisse so märchenhaft erzählt, dass ich zwar einen Roman lese und trotzdem einiges dazulerne. Elif Shafak schafft es durch das Element Wasser über Tausende von Jahren an Geschichte miteinander zu verbinden. So landet ein Regentropfen in Ninive und erzählt mir vom schrecklichen König Assurbanipal, den ich bis dahin nicht kannte. Dieser Regentropfen wandert durch die Zeit, verändert seine Form, verknüpft auf magische Weise die Leben von Arthur, Narin und Zaleekhah. Über drei Zeitebenen erzählt, erfahre ich etwas über das Zweistromland Mesopotamien, wie stark dieses Gebiet von den Flüssen Euphrat und Tigris geprägt ist, lerne die Traditionen und Kultur der Jesiden (Eziden) kennen und durchlebe einiges in London ab dem Jahre 1840. Ich erlebe, wie obsessiv Arthur versucht, die Keilschrift zu entziffern, das Gilgamesch-Epos zu übersetzen und sich erst im Osmanischen Reich, in einem Dorf der Jesiden, wohl fühlt. Nebenbei lerne ich durch Zaleekhah einige wissenschaftliche Fakten über das Wasser, von „verlorenen Flüssen“, erfahre, dass Dankbarkeit Liebe verschlingen kann, wie stark Depressionen das Weiterleben erschweren können und wie schön eine neue Verbindung sein kann. Und ich merke durch Narins Großmutter, wie heilig das Lalisch-Tal im Irak für die Jesiden ist und der respektvolle Umgang mit der heiligen Erde. Zum absoluten Highlight hat es nicht ganz gereicht, da ich an einigen Stellen Schwierigkeiten hatte voranzukommen, so war mir das ein oder andere Kapitel ein wenig zu lang und doch ist es sehr nahe dran. Es hat sich auf jeden Fall wie Heimkommen angefühlt. Aber Vorsicht, wir müssen als Leser*innen auch in die tiefsten Abgründe der Menschheit blicken, das ist nicht für alle gut zu ertragen. S.13 „Denk an den Tropfen, so unbedeutend er verglichen mit dem riesigen All erscheinen mag. Das Innere der winzigen Kugel birgt das Geheimnis des Unendlichen, ihre ureigene Geschichte.“ S.44 „So wie eine Schneeflocke oder ein Hagelkorn - wie Wasser in jeglicher Form - sich immer erinnern wird, kann auch er nicht vergessen.“ S.228 „Man darf die Erde, die Luft und den Fluss niemals beschmutzen. Deshalb spucke ich nie auf den Boden, und du sollst das auch nicht tun.“ S.428 „Immer wieder kehrt sie in Gedanken zu einer angsteinflößenden Frage zurück, stößt sie an wie einen schmerzenden Zahn mit der Zungenspitze: Was wird ein Feind, der Wasser vergiftet und Bäume verbrennt, Menschen antun?“

    16. Sept. 2024

  • stier
    stier

    247 Follower

    5,0

    Es geht um Vertreibung der Eziden und um die Verschmutzung der Flüsse. Durch alles zieht sich das Element Wasser als roter Faden und die Verflechtungen der Menschen, die entweder durch Hass oder durch Liebe eine Spur durch die Jahrhunderte legen. Drei Figuren [Narin, Zaleekhah, Arthur] verbinden sich über die Grenzen von Zeit und Raum hinweg und ergeben diese Geschichte.

    12. März 2025

3 von 77 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Elif Shafak

Elif Shafak ist eine preisgekrönte britisch-türkische Schriftstellerin und Erzählerin und gehört zu den bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart. Sie veröffentlichte bisher 21 Bücher, darunter 13 Romane. Ihre Bücher wurden in 58 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. „Das Flüstern der Feigenbäume“ (2021) stand auf der Shortlist der British Book Awards, des Costa Books Awards, des RSL Ondaatje Prize, des Women's Prize for Fiction, und wurde für den Reese Witherspoon Buchclub ausgewählt. „Unerhörte Stimmen“ (2019) schaffte es auf die Shortlist für den Booker Prize und den RSL Ondaatje Prize und wurde Blackwell's Book of the Year. „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“ (2013) wurde von der BBC zu einer der „100 Novels that Shaped Our World“ gewählt. „Der Architekt des Sultans“ (2015) wurde in der ersten Ausgabe des Reading Rooms, dem Buchclub der Herzogin von Cornwall, vorgestellt. „Am Himmel die Flüsse“ (2024) gewann den Edward Stanford Travel Writing Award 2025 und war nominiert für den Prix Fémina Étranger und den Orwell Prize for Political Fiction. Shafak promovierte in Politikwissenschaften und lehrte an verschiedenen Universitäten in der Türkei, den USA und in Großbritannien, darunter als Honorary Fellow am St. Anne's College der Universität Oxford. Zudem promovierte sie in Humane Letters am Bard College. Shafak ist Fellow und Vizepräsidentin der Royal Society of Literature und wurde von der BBC zu einer der „100 inspirierendsten und einflussreichsten Frauen“ gewählt. Ihre Aufritte, u.a. zweimal als Rednerin bei TEDGlobal, machen sie zu einer vielbeachteten und inspirierenden Stimme für Gleichberechtigung sowie Frauen- und LGBTQ+-Rechte. Weltweit trägt sie zu wichtigen Publikationen bei und wurde mit dem Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet. 2017 wählte Politico sie zu einer der zwölf Personen, „die Ihnen das Herz erleichtern werden“. Sie ist Jurorin zahlreicher Literaturpreise, z.B. des PEN Nabokov-Preises, und war Vorsitzende des Wellcome Prize. Kürzlich erhielt sie den Halldór Laxness International Literature Prize für ihren bereichernden Beitrag zur Kunst des Geschichtenerzählens. 2024 wurde Shafak mit der British Academy President's Medal für „ihr hervorragendes Werk, das eine unglaubliche interkulturelle Bandbreite zeigt“ ausgezeichnet. Online ist sie unter www.elifshafak.com und als Autorin des Newsletters „Unmapped Storylands“ zu finden.

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