Alles, wovor ich Angst habe, ist schon passiert
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Beschreibung
Eine Frau versucht, ihr Leben neu zu gestalten, nachdem ihr Mann sie verlassen hat. Alles, was in ihrem Leben so sicher war – Liebe, Arbeit und Familie – ist nicht mehr da. Im ersten Frühling, den sie allein verbringt, hält sie das Erwachen der Natur für eine Verschwendung von Schönheit an eine tote Seele und bleibt aus reiner Höflichkeit am Leben. Sie kann die Vorstellung nicht ertragen, den Rest ihres Lebens allein zu verbringen – denn sicher ist sie zu alt für eine neue Partnerschaft? Und vor allem für Dating Apps. Die Vorstellung, mit einem unbekannten, unvollkommenen Körper ein Bett zu teilen, ihren alternden Körper vorzuzeigen und sich fremden Blicken auszusetzen, ist ihr zunächst unangenehm. Doch bald tauchen neue Menschen im Leben einer Frau auf, die dachte, alles schon hinter sich gehabt zu haben.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Wencke Mühleisen, geboren 1953, hat eine norwegische Mutter und einen slowenisch-österreichischen Vater. Als Schriftstellerin beschäftigt sie sich mit den Themen Gender, Sexualität, Feminismus und Politik. Sie debütierte als Romanautorin im Jahr 2010 und hat seitdem fünf Romane veröffentlicht.
Beiträge
Ein unerwartet körperlicher Roman über die Sehnsüchte und Bedürfnisse einer Frau Ende 60.
Dieser Titel hat mich sofort neugierig gemacht. Und noch dazu diesen Themenmix, den man so nicht oft sieht: Dating im "fortgeschrittenen" Alter. Was ich bekam, war ein intensives Leseerlebnis über den unbedingten Willen, das dringende Bedürfnis der Protagonistin, nicht allein bleiben zu wollen, nachdem ihr Mann sich von ihr getrennt hat und seinen Weg nun mit einer anderen Frau geht. Sie fühlt sich "liebesmäßig kastriert. Entliebt." Getrieben von dieser Angst vor Einsamkeit und dem starken körperlichen Begehren, das sie noch immer verspürt, stürzt sie sich ins online dating und probiert sich an Tinder - kontaktiert, schreibt, führt Gespräche, verabredet sich, wird geghosted. Der gewünschte Erfolg bleibt aus, verstärkt die Kratzer am Selbstwert und sie macht sich Vorwürfe, dass sie überhaupt in diesem "widerlichen Tümpel aus elender Bedürftigkeit" gelandet ist, wie sie Tinder nennt. In einer Sprache, die immer wieder von poetisch zu sehr direkt körperlich wechselt, lässt sie uns nicht nur an ihrer Suche teilhaben, sondern blickt auch auf ihr Leben zurück - auf schmerzhafte Erfahrungen mit Männern genauso wie auf prägende familiäre Erlebnisse. Ein unerwartet körperlicher Roman über die Sehnsüchte und Bedürfnisse einer Frau Ende 60.
Das Buch erzählt die Geschichte einer älteren Frau, die von ihrem Mann verlassen wird. Sie ist mitten im Leben, doch plötzlich steht sie alleine da. In der Zeit der Pandemie spürt sie die Sehnsucht nach Nähe noch stärker und macht sich mit viel Unsicherheit, aber auch Hoffnung auf die Suche nach einem neuen Partner. Dabei probiert sie auch Datingportale aus, was sich als schwieriger herausstellt, als sie gedacht hatte. Die Autorin beschreibt all das sehr gefühlvoll und poetisch, und gleichzeitig wirkt die Geschichte immer echt und nah am Leben. Besonders schön fand ich, dass gezeigt wird, wie wichtig Liebe und Begehren in jedem Alter sind. Auch die Zweifel am eigenen Körper und die Angst, nicht mehr attraktiv genug zu sein, werden ehrlich und nachvollziehbar dargestellt. Mich hat das Buch sehr berührt, aber es gab auch Stellen, die mich zum Lächeln gebracht haben. Ich konnte die Gefühle der Hauptfigur gut nachvollziehen und habe oft mit ihr mitgefühlt. Die Sprache der Autorin hat mich besonders begeistert, sie ist klar, schön und voller Wärme. Für mich ist dieses Buch ein feines, bewegendes Leseerlebnis, das noch lange nachwirkt.
ALLES, WOVOR ICH ANGST HABE, IST SCHON PASSIERT Wencke Mühleisen ET: 25.03.25 „Wenn Veränderung Verlassen bedeutet, dann bedeutet Veränderung auch Verlassenwerden.“ (S. 217) Mit fast 70 Jahren wird die Protagonistin von ihrem Mann verlassen – ein Schock, der tief sitzt. Nach einer Phase der Starre wächst jedoch in ihr der Wunsch, wieder ins Leben zurückzufinden. Doch wie – und vor allem wo – findet man in diesem Alter noch einen verlässlichen Partner? Die Realität ist ernüchternd: Die meisten Männer in ihrem Umfeld sind verheiratet, und die Pandemie verstärkt ihre Isolation zusätzlich. Schließlich versucht sie ihr Glück auf einem Datingportal. Doch auch dort wird sie enttäuscht: Männer in ihrem Alter suchen meist deutlich jüngere Frauen, während ihre eigenen Matches nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Mit zartem Humor beschreibt sie ihre Begegnungen und Gedanken – vom Schmerbauch bis hin zu unerwünschten Einblicken, die sie lieber vermeiden würde. Ob es der Protagonistin gelingt, ihr Glück neu zu finden, sollte man am besten selbst herausfinden. Wencke Mühleisen ist hier ein sehr authentischer und literarisch überzeugender Roman gelungen. Einige Stellen haben mich zum Schmunzeln gebracht, andere wiederum sehr berührt und zum Nachdenken angeregt. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte zwar schonungslos realistisch ist, am Ende aber auch Hoffnung und Mut vermittelt. Fazit: Ein sehr gutes Buch, das ich gerne weiterempfehle – besonders für eine reifere Leserschaft. 4/5

Beschreibung
Eine Frau versucht, ihr Leben neu zu gestalten, nachdem ihr Mann sie verlassen hat. Alles, was in ihrem Leben so sicher war – Liebe, Arbeit und Familie – ist nicht mehr da. Im ersten Frühling, den sie allein verbringt, hält sie das Erwachen der Natur für eine Verschwendung von Schönheit an eine tote Seele und bleibt aus reiner Höflichkeit am Leben. Sie kann die Vorstellung nicht ertragen, den Rest ihres Lebens allein zu verbringen – denn sicher ist sie zu alt für eine neue Partnerschaft? Und vor allem für Dating Apps. Die Vorstellung, mit einem unbekannten, unvollkommenen Körper ein Bett zu teilen, ihren alternden Körper vorzuzeigen und sich fremden Blicken auszusetzen, ist ihr zunächst unangenehm. Doch bald tauchen neue Menschen im Leben einer Frau auf, die dachte, alles schon hinter sich gehabt zu haben.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Wencke Mühleisen, geboren 1953, hat eine norwegische Mutter und einen slowenisch-österreichischen Vater. Als Schriftstellerin beschäftigt sie sich mit den Themen Gender, Sexualität, Feminismus und Politik. Sie debütierte als Romanautorin im Jahr 2010 und hat seitdem fünf Romane veröffentlicht.
Beiträge
Ein unerwartet körperlicher Roman über die Sehnsüchte und Bedürfnisse einer Frau Ende 60.
Dieser Titel hat mich sofort neugierig gemacht. Und noch dazu diesen Themenmix, den man so nicht oft sieht: Dating im "fortgeschrittenen" Alter. Was ich bekam, war ein intensives Leseerlebnis über den unbedingten Willen, das dringende Bedürfnis der Protagonistin, nicht allein bleiben zu wollen, nachdem ihr Mann sich von ihr getrennt hat und seinen Weg nun mit einer anderen Frau geht. Sie fühlt sich "liebesmäßig kastriert. Entliebt." Getrieben von dieser Angst vor Einsamkeit und dem starken körperlichen Begehren, das sie noch immer verspürt, stürzt sie sich ins online dating und probiert sich an Tinder - kontaktiert, schreibt, führt Gespräche, verabredet sich, wird geghosted. Der gewünschte Erfolg bleibt aus, verstärkt die Kratzer am Selbstwert und sie macht sich Vorwürfe, dass sie überhaupt in diesem "widerlichen Tümpel aus elender Bedürftigkeit" gelandet ist, wie sie Tinder nennt. In einer Sprache, die immer wieder von poetisch zu sehr direkt körperlich wechselt, lässt sie uns nicht nur an ihrer Suche teilhaben, sondern blickt auch auf ihr Leben zurück - auf schmerzhafte Erfahrungen mit Männern genauso wie auf prägende familiäre Erlebnisse. Ein unerwartet körperlicher Roman über die Sehnsüchte und Bedürfnisse einer Frau Ende 60.
Das Buch erzählt die Geschichte einer älteren Frau, die von ihrem Mann verlassen wird. Sie ist mitten im Leben, doch plötzlich steht sie alleine da. In der Zeit der Pandemie spürt sie die Sehnsucht nach Nähe noch stärker und macht sich mit viel Unsicherheit, aber auch Hoffnung auf die Suche nach einem neuen Partner. Dabei probiert sie auch Datingportale aus, was sich als schwieriger herausstellt, als sie gedacht hatte. Die Autorin beschreibt all das sehr gefühlvoll und poetisch, und gleichzeitig wirkt die Geschichte immer echt und nah am Leben. Besonders schön fand ich, dass gezeigt wird, wie wichtig Liebe und Begehren in jedem Alter sind. Auch die Zweifel am eigenen Körper und die Angst, nicht mehr attraktiv genug zu sein, werden ehrlich und nachvollziehbar dargestellt. Mich hat das Buch sehr berührt, aber es gab auch Stellen, die mich zum Lächeln gebracht haben. Ich konnte die Gefühle der Hauptfigur gut nachvollziehen und habe oft mit ihr mitgefühlt. Die Sprache der Autorin hat mich besonders begeistert, sie ist klar, schön und voller Wärme. Für mich ist dieses Buch ein feines, bewegendes Leseerlebnis, das noch lange nachwirkt.
ALLES, WOVOR ICH ANGST HABE, IST SCHON PASSIERT Wencke Mühleisen ET: 25.03.25 „Wenn Veränderung Verlassen bedeutet, dann bedeutet Veränderung auch Verlassenwerden.“ (S. 217) Mit fast 70 Jahren wird die Protagonistin von ihrem Mann verlassen – ein Schock, der tief sitzt. Nach einer Phase der Starre wächst jedoch in ihr der Wunsch, wieder ins Leben zurückzufinden. Doch wie – und vor allem wo – findet man in diesem Alter noch einen verlässlichen Partner? Die Realität ist ernüchternd: Die meisten Männer in ihrem Umfeld sind verheiratet, und die Pandemie verstärkt ihre Isolation zusätzlich. Schließlich versucht sie ihr Glück auf einem Datingportal. Doch auch dort wird sie enttäuscht: Männer in ihrem Alter suchen meist deutlich jüngere Frauen, während ihre eigenen Matches nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Mit zartem Humor beschreibt sie ihre Begegnungen und Gedanken – vom Schmerbauch bis hin zu unerwünschten Einblicken, die sie lieber vermeiden würde. Ob es der Protagonistin gelingt, ihr Glück neu zu finden, sollte man am besten selbst herausfinden. Wencke Mühleisen ist hier ein sehr authentischer und literarisch überzeugender Roman gelungen. Einige Stellen haben mich zum Schmunzeln gebracht, andere wiederum sehr berührt und zum Nachdenken angeregt. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte zwar schonungslos realistisch ist, am Ende aber auch Hoffnung und Mut vermittelt. Fazit: Ein sehr gutes Buch, das ich gerne weiterempfehle – besonders für eine reifere Leserschaft. 4/5







