Blick ins Buch

Romane

A wie Ada

4,1(37)
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Über das Buch

In der Sprache ihrer Eltern heißt Ada Insel. Ada denkt, auch sie wäre eine einsame Insel. Der Umgang mit anderen Menschen ist ihr oft unangenehm; wann sie sich wie verhalten soll, kann sie schwer einschätzen. Ada will geliebt werden, nicht von allen, unbedingt aber von den anderen. Poetisch und humorvoll erkundet Dilek Güngör in »A wie Ada« die Beziehungen ihrer Protagonistin, angefangen bei deren Kindergarten- und Schulfreundschaften bis hin zu ihren eigenen Kindern und ihrem Mann. In Miniaturen lernen wir eine stolze wie auch verletzliche Frau kennen, deren zwiespältige Sehnsucht nach Innig keit und Verbundenheit niemandem fremd ist.
ISBN9783957325792
VerlagVerbrecher
Erscheinungsdatum24.01.24
Seitenzahl112

Rezensionen & Bewertungen

37 Bewertungen

6 Rezensionen

4,1

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  • hamburger.lesemaus
    hamburger.lesemaus

    401 Follower

    4,0

    A WIE ADA Dilek Güngör In kurzen, knappen, prägnanten und ungeordneten Kapiteln lernen wir Ada kennen, unsere Protagonistin, die nach Akzeptanz und Anerkennung strebt und dabei versucht, den komplizierten Balanceakt zwischen Angepasstheit und ihrer eigenen Identität zu bewältigen. Immer wieder fühlt sie sich fremd und unwohl in ihrer Haut, stets setzt sie sich unter Druck, um nicht aufzufallen. Wir erfahren in minutiösen Sequenzen aus dem Leben Adas: aus der Schulzeit, im Studium, lernen sie als Mutter kennen und erleben sie liebevoll, traurig, zärtlich und verletzt. „Wer nicht fremd ist, weiß, wie etwas gemacht wird. Es wird so gemacht, wie es gemacht wird, darum weiß ja jeder, was zu tun ist. Wer nicht fremd ist, weiß schon und kennt schon. Wie der Igel ist er immer schon da, wenn Ada kommt, und sie hat sich so beeilt. Der Igel ist schon da und hat schon und kennt schon und weiß, da gibt es nichts mehr aufzuholen.“ (S. 62) Dilek Güngör hat hier ein poetisches Porträt geschaffen, das einem literarischen Kaleidoskop gleicht. Es ist ein komplexes biografisches Gewebe einer stolzen Frau. Wer einen stringenten Handlungsstrang sucht, ist hier falsch, aber ich kann euch das kleine Büchlein mit dem facettenreichen Leben Adas sehr empfehlen. 4/ 5

    27. Okt. 2024

  • jacq_roe
    jacq_roe

    74 Follower

    5,0

    Wer ist Ada? Da gibt es die Ada, wie die Eltern sie sehen, die Freundin-Ada, dazu kommen Kindergärtner:innen, Lehrer:innen, Freundinnenmütter mit ihrem Auf-Ada-Blick. Und während der Lektüre kommt noch meine Leserin-Ada dazu. Jeder scheint zu wissen, wer und wie Ada ist. Nur sie selbst ist auf der Suche. Wer will sie sein? Wer scheint sie zu sein? Wer ist Ada für Ada? „In den Spiegeln sieht sich Ada nicht so, wie sie ist, sondern so, wie sie nicht ist. Sie erkennt das Nichtrichtig auf Anhieb, hat einen feinen Sinn für das Nichtechte, Nichtganze, Nichtrichtige, Nichtwahre, einen Blick, für das was fehlt, sie sieht die Lücke, sie kann das Unsichtbare sehen.“ S.84 Ada ist eine Insel. Ada ist eine einsame Insel. Ada ist einsam. „Ada heißt Insel in der Sprache der Mutter, die auch die Sprache des Vaters ist. Ada war auf vielen Inseln, nie auf einer einsamen. Was soll sie dort? Eine einsame Insel ist sie selbst.“ S. 9 Auf dem Buch „A wie Ada“ steht Roman. Aber es fühlt sich für mich wie ein poetisches Haus an. In jedem Raum kann ich ein Spiegelbild auf Ada erhaschen. Es spielt kaum eine Rolle, in welcher Reihenfolge ich durch die Räume gehe. Der „Roman“ braucht keine kalendarische Chronologie, die Zeit ist keine ausschlaggebende Dimension. Kind, Jugendliche und Erwachsene; Kindergarten, Schule und Uni geben nicht die Reihenfolge vor. Die Kapitel folgen Ada und sonst keiner fremden Logik. Denn, spielt es eine Rolle, ob es eine 5 oder ein 50jährige ist, die sich einsam und nicht verstanden fühlt? Ich habe vermutlich noch nie ein Buch gelesen, dass mit so wenig Worten auskommt und dabei soviel erzählt. Neben einer Identitätssuche ist es auch noch eine Migrationsgeschichte, eine Mutter-Tochter-Geschichte, eine Freundinnengeschichte… Und dazu in einer so berührenden, poetischen Sprache. „A wie Ada“ ist ein Buch für die „Bücher, die ich noch einmal das erste Mal lesen möchte“ Liste, heiße Reread-Kandidatin und die „ein Regalplatz für immer“ Kategorie.

    1. Apr. 2025

  • lese_verliebt
    lese_verliebt

    335 Follower

    5,0

    Was für ein überraschendes Highlight 🥹✨

    28. Aug. 2024

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Dilek Güngör

DILEK GÜNGÖR, geboren 1972 in Schwäbisch Gmünd, ist Journalistin und Schriftstellerin. Ihre gesammelten Zeitungskolumnen erschienen in den Bänden »Unter uns« und »Ganz schön deutsch«. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Roman »Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter«. 2019 erschien im Verbrecher Verlag »Ich bin Özlem«. Ihr Roman »Vater und ich« wurde 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin.

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