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"Ich habe meine Lebensentscheidungen nicht darauf abgestimmt, das tun zu können, was ich seit den letzten Jahren tun muss: im Untersuchungsausschuss sitzen, Zeugenbefragungen zum Mord an meinen Bruder verfolgen und dabei zusehen, wie Abgeordnete Zeitung lesen oder nebenher Candy Crush spielen." 5 Minuten und 29 Sekunden. So lange dauerte es, bis ein Rechtsextremist am 19.02.2020 neun Menschen getötet und weitere verletzt hatte. So lange dauerte es, das Leben von Said Etris Hashemi für immer unwiderruflich mit dem Tod seines Bruders Nesar zu verweben und es nie wieder sein zu lassen, wie es war. In seinem Buch schildert Etris Hashemi nicht nur detailreich den schrecklichen Terroranschlag, sondern auch, was danach passierte oder nicht passierte: wie die Angehörigen von der Polizei und anderen staatlichen Institutionen wie Kriminelle behandelt wurden, im Stich gelassen wurden mit all den Ungereimtheiten und ihrem Schmerz. Etris nimmt die Lesenden mit in den Untersuchungsausschuss, der endlich Licht ins Dunkle bringen sollte. Doch nicht nur das: sehr persönlich berichtet er auch von seinem eigenen Trauma und seinem Umgang damit. Er erzählt von seiner und Nesars Kindheit und zeigt so auf, dass struktureller Rassismus schon immer ein Teil seines Lebens war, auch vor der Tat: das Aufwachsen in einem Bezirk, der als “Problem” gelabelled wird - nicht aufgrund der herrschenden Armut, sondern aufgrund der hohen Migrationsdichte. Wer sich in den letzten Jahren intensiv mit dem rechtsextremen Terroranschlag in Hanau sowie anschließend mit dem öffentlichen Umgang oder auch der Arbeit der Initiative 19. Februar Hanau beschäftigt hat, wird zumindest in Bezug auf die Faktenlage bereits einiges wissen, was hier geschildert wird. Dennoch sollte das Buch unbedingt gelesen werden - die persönliche Schilderung von Etris Hashemi verdichtet all das Unrecht, das den Betroffenen angetan wurde - vor, während und nach der Tat. Das Buch zeigt auf, wie rückständig Deutschland immer noch in der Aufarbeitung von Rassismus ist, wie strukturelle Diskriminierung nicht nur geduldet, sondern institutionell fest verankert ist und dass es leider berechtigt ist, wenn Menschen mit Migrationshintergrund sich in Deutschland nicht sicher fühlen. Und das sollte eigentlich ein Skandal sein. Tot seid ihr erst, wenn man euch vergisst: Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili-Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin und Ibrahim Akkuş. CN: G3walt, T0d, Ras$ismus, Blut, Trauer, Panikattacken
3. Apr. 2026
"Ich habe meine Lebensentscheidungen nicht darauf abgestimmt, das tun zu können, was ich seit den letzten Jahren tun muss: im Untersuchungsausschuss sitzen, Zeugenbefragungen zum Mord an meinen Bruder verfolgen und dabei zusehen, wie Abgeordnete Zeitung lesen oder nebenher Candy Crush spielen." 5 Minuten und 29 Sekunden. So lange dauerte es, bis ein Rechtsextremist am 19.02.2020 neun Menschen getötet und weitere verletzt hatte. So lange dauerte es, das Leben von Said Etris Hashemi für immer unwiderruflich mit dem Tod seines Bruders Nesar zu verweben und es nie wieder sein zu lassen, wie es war. In seinem Buch schildert Etris Hashemi nicht nur detailreich den schrecklichen Terroranschlag, sondern auch, was danach passierte oder nicht passierte: wie die Angehörigen von der Polizei und anderen staatlichen Institutionen wie Kriminelle behandelt wurden, im Stich gelassen wurden mit all den Ungereimtheiten und ihrem Schmerz. Etris nimmt die Lesenden mit in den Untersuchungsausschuss, der endlich Licht ins Dunkle bringen sollte. Doch nicht nur das: sehr persönlich berichtet er auch von seinem eigenen Trauma und seinem Umgang damit. Er erzählt von seiner und Nesars Kindheit und zeigt so auf, dass struktureller Rassismus schon immer ein Teil seines Lebens war, auch vor der Tat: das Aufwachsen in einem Bezirk, der als “Problem” gelabelled wird - nicht aufgrund der herrschenden Armut, sondern aufgrund der hohen Migrationsdichte. Wer sich in den letzten Jahren intensiv mit dem rechtsextremen Terroranschlag in Hanau sowie anschließend mit dem öffentlichen Umgang oder auch der Arbeit der Initiative 19. Februar Hanau beschäftigt hat, wird zumindest in Bezug auf die Faktenlage bereits einiges wissen, was hier geschildert wird. Dennoch sollte das Buch unbedingt gelesen werden - die persönliche Schilderung von Etris Hashemi verdichtet all das Unrecht, das den Betroffenen angetan wurde - vor, während und nach der Tat. Das Buch zeigt auf, wie rückständig Deutschland immer noch in der Aufarbeitung von Rassismus ist, wie strukturelle Diskriminierung nicht nur geduldet, sondern institutionell fest verankert ist und dass es leider berechtigt ist, wenn Menschen mit Migrationshintergrund sich in Deutschland nicht sicher fühlen. Und das sollte eigentlich ein Skandal sein. Tot seid ihr erst, wenn man euch vergisst: Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili-Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin und Ibrahim Akkuş. CN: G3walt, T0d, Ras$ismus, Blut, Trauer, Panikattacken
3. Apr. 2026







