Blick ins Buch

Romane

Shirley

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Über das Buch

Charlotte Brontës "Shirley" entfaltet vor dem Hintergrund der industriellen Unruhen in Yorkshire während der Napoleonischen Kriege ein vielstimmiges Panorama von Arbeit, Kapital, Geschlecht und Gefühl. Der Roman verbindet sozialhistorische Beobachtung mit psychologischer Feinzeichnung und Elementen des Bildungs- und Liebesromans. Anders als "Jane Eyre" richtet er den Blick weniger auf eine einzelne Ich-Stimme als auf ein gesellschaftliches Gefüge, in dem Fabrikanten, Arbeiter, Geistliche und selbstbewusste Frauen um Handlungsmacht ringen. Brontë schrieb "Shirley" in den Jahren persönlicher Verluste, nach dem Tod ihrer Geschwister Branwell, Emily und Anne; diese Erfahrung von Vereinzelung und moralischer Prüfung durchzieht den Text. Zugleich schöpfte sie aus ihrer Kenntnis der Landschaft und Sozialstruktur des West Riding sowie aus historischen Erinnerungen an die Luddite-Aufstände. Die Figuren Shirley Keeldar und Caroline Helstone spiegeln unterschiedliche Möglichkeiten weiblicher Existenz in einer Ordnung, die Begabung und Begehren eng begrenzt. Empfohlen sei "Shirley" Leserinnen und Lesern, die den viktorianischen Roman nicht nur als Gefühlsliteratur, sondern als kluge Analyse gesellschaftlicher Modernisierung verstehen möchten. Das Buch belohnt Geduld mit reicher Charakterkunst, intellektueller Schärfe und einer bis heute aktuellen Frage: Wie lässt sich persönliche Freiheit inmitten ökonomischer und sozialer Zwänge behaupten?

Editionen (8)

ISBN9788028394127
VerlagCopycat
Erscheinungsdatum24.06.25
Seitenzahl384

Rezensionen & Bewertungen

36 Bewertungen

5 Rezensionen

3,7

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  • readingjane
    readingjane

    380 Follower

    4,0

    Das Buch spielt in Yorkshire, Anfang des 19. Jahrhunderts, während der Napoleonischen Kriege. Die Fabrikanten mussten schauen, wie sie sich in diesen Zeiten über Wasser hielten. Eine Möglichkeit war, die Produktion zu modernisieren und dafür Arbeitskräfte zu entlassen. Einer dieser Fabrikanten ist Robert, der dafür von seinen Männern gehasst wird. Die Waise Caroline sieht trotzdem das Gute in ihm. Währenddessen trägt sich Robert mit dem Gedanken die reiche Shirley zu heiraten, die sich jedoch völlig unstandesgemäß in einen Lehrer verliebt hat. Das Buch liest sich einerseits wie eine Schreibübung, fragmentarisch, zusammenhanglos, ausufernd, sich verzettelnd. Andererseits ist es atmosphärisch, berührend, in seinen Philosophien und feministischen Ansichten sehr modern, dabei wohlwollend, umsichtig, nachdenklich und melancholisch. Die Übersetzung ist von 1967 und liest sich wiederum nicht sehr modern, auch die Rechtschreibung wurde nicht angepasst. Dafür enthält die Ausgabe ein erläuterndes Nachwort. Hat sich auf jeden Fall gelohnt.

    2. Mai 2026

  • 3,5

    Shirley

    Nach ihrem ersten Roman „Jane Eyre“, mit dem Charlotte Brontë schlagartig berühmt wurde, ist „Shirley“ der zweite bedeutende Roman über eine außergewöhnliche Frauenfigur. Vor dem Hintergrund der Arbeiterunruhen zur Zeit der wirtschaftlichen Depression am Beginn des 19. Jahrhunderts erzählt das Buch die aufrüttelnde Geschichte der vermögenden und charakterstarken Gutsherrin Shirley Keeldar, die sich um der wahren Liebe willen entschlossen über die erstarrten Konventionen und den Standesdünkel ihrer Zeit hinwegsetzt. Trotz dessen, dass „Shirley“ dem Buch seinen Titel verleiht, taucht sie erstmal bei knapp 1/3 des Buches auf. Auch weiterhin hat der Leser das Gefühl, dass doch eher Caroline die Protagonistin ist. Shirley macht sich hin und wieder, mit Aussagen und ihrem Handeln, beim Leser unsympathisch und gerät dann wieder in den Hintergrund. Feministische Ansätze des Buches werden stückchenweise aufgebaut um dann doch wieder im Keim erstickt zu werden. Was hatte es mit den Kuraten auf sich? Warum diese Präsenz, besonders zu Beginn? Alle handelnden Personen konnten wenig Sympathien erwecken, die Romantik hielt sich doch eher flach, genauso wie die Spannungsbögen. Das Buch bleibt leider weit hinter „Jane Eyre“ zurück, es hat mit aber dennoch besser gefallen als „Villette“.

    7. Apr. 2025

  • jersy104
    jersy104

    13 Follower

    2,0

    There is so much I should like about this book in theory. The writing has some really fun elements to it, but than again it can be so tedious. The book comments on interesting topics: the effects of industrial revolution, a woman coming into wealth and power, the hard life of a governess; though none of that is enough of a focus. The main story is that of a female friendship, but I didn't really love them together. There are interesting infos about life back then, but the pace is much too slow for such a simple story of love and friendship, it takes forever for characters to finally be introduced and while I always thought "this is interesting and I want to know how it goes on", when I was actually reading the novel I just wasn't fully engaged. It might be just me but I also felt that important events weren't really presented with much weight to them. I can see why someone would give this 5 stars, I just couldn't love or even much enjoy it although I tried.

    4. Sept. 2022

3 von 5 Rezensionen

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