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Romane

Agnes Grey

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Über das Buch

Anne Brontës Agnes Grey (1847) ist ein präziser Bildungs- und Sozialroman, der die Erfahrungen einer jungen Pfarrerstochter als Gouvernante in wohlhabenden Familien schildert. In nüchterner, moralisch wacher Prosa enthüllt der Roman die Demütigungen weiblicher Erwerbsarbeit, die Härte viktorianischer Standesordnung und die Verstellungskunst bürgerlicher Frömmigkeit. Anders als die dramatisch aufgeladenen Werke ihrer Schwestern setzt Brontë auf Beobachtung, Ironie und ethische Klarheit; gerade diese Zurückhaltung verleiht der Erzählung dokumentarische Kraft. Anne Brontë, jüngste Tochter der literarisch außergewöhnlichen Pfarrersfamilie von Haworth, kannte den Gouvernantenberuf aus eigener, schwieriger Anschauung. Ihre Anstellungen bei den Familien Ingham und Robinson lieferten ihr offenkundig Stoff für die Darstellung sozialer Abhängigkeit, pädagogischer Ohnmacht und weiblicher Selbstbehauptung. Ihr Anglikanismus, ihre Sensibilität für Gewissensfragen und ihr Misstrauen gegenüber romantischer Idealisierung prägen die stille Radikalität dieses Debüts, das unter dem Pseudonym Acton Bell erschien. Agnes Grey empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die im englischen Realismus nicht nur Handlung, sondern soziale Erkenntnis suchen. Der Roman verbindet psychologische Genauigkeit mit historischer Aussagekraft und bleibt deshalb ein unverzichtbarer Schlüssel zum Verständnis viktorianischer Geschlechterverhältnisse sowie ein leises, eindringliches Plädoyer für Würde, Arbeit und moralische Unabhängigkeit.

Editionen (11)

ISBN9788028393717
VerlagCopycat
Erscheinungsdatum24.06.25
Seitenzahl124

Rezensionen & Bewertungen

219 Bewertungen

40 Rezensionen

3,8

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  • makira
    makira

    237 Follower

    5,0

    Erwartungen vs. Realität

    Agnes Grey wächst ala Tochter eines Pfarrers auf. Die Familie hat ein bescheidenes, aber trotzdem glückliches Leben. Nachdem eine Investition in den Handel leider fehlschlägt, lebt die Familie nur noch vom Einkommen eines Hilfspfarrers. Da sich nun die Lebensverhältnisse geändert haben, möchte Agnes als Gouvernante Geld verdienen und so ihre Familie unterstützen. Wir begleiten Agnes in ihrem Leben als Gouvernante. In ihrer Naivität hat Agnes bestimmte Erwartungen an das Leben einer Gouvernante und trifft auf die harte Realität. Ich konnte diese Ohnmacht nachvollziehen, die man manchmal bei der Arbeit hat. Wo man einfach nicht weiß, ob man den Mund aufmachen oder ihn lieber halten soll. Ich frage mich, wie viele Gouvernanten damals das Buch gelesen und darin ihren Arbeitsalltag wiedergefunden haben. Außerdem scheinen früher viele Psychopathen erzogen worden zu sein. 🤷‍♀️ Wer wie ich in Klassikerstimmung ist, kann sich das Buch gerne zu Gemüte führen.

    19. Apr. 2026

  • rockofbooks
    rockofbooks

    92 Follower

    4,0

    Such a cute story. Totally different to Annes sisters, like Wuthering Hights or Jane Eyre. Agnes Grey was a sweet and lightly story about a girl who just want to find her way. She wants to work, to teach some children but was so disappointed at her first working place. the kids were awful. Her second place was much better and she stayed until something happen. Good written even I thought the beginning was a bit boring but it got better right after the first two chapters. Can't wait to read more from the Brontë girls.

    31. Dez. 2024

  • 4,5

    Ein toller Klassiker!

    Agnes Grey erzählt die Geschichte einer jungen Frau aus einer verarmten, aber gebildeten Familie, die beschließt, als Gouvernante zu arbeiten, um sich und ihre Angehörigen zu unterstützen. Voller Idealismus beginnt Agnes ihre Arbeit in wohlhabenden Haushalten, doch sie wird schnell mit den harten Realitäten ihres Standes und den Herausforderungen ihres Berufs konfrontiert. Die Kinder, die sie betreut, sind oft verwöhnt und respektlos, während ihre Arbeitgeber sie wie eine niedere Dienstbotin behandeln. Am Anfang des Romans ist Agnes noch etwas naiv und idealistisch. Sie glaubt, dass sie als Gouvernante Einfluss auf die moralische und geistige Bildung ihrer Schüler nehmen kann und dass gute Arbeit automatisch Anerkennung bringt. Schon bald muss sie jedoch feststellen, dass Tugend nicht immer belohnt wird und dass gesellschaftliche Hierarchien und Oberflächlichkeit viel stärker wirken, als sie dachte. Durch ihre Erlebnisse gewinnt Agnes wichtige Erkenntnisse über menschlichen Charakter, gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und die wahren Werte im Leben. Trotz vieler Demütigungen bewahrt sie sich ihre Integrität, ihre Güte und ihren Glauben an Moral und Liebe. Auf ihrem Weg begegnet sie Menschen, die ihr Leben nachhaltig beeinflussen, und sie wächst innerlich an ihren Erfahrungen. Und auch trotz dieser Enttäuschungen verliert Agnes nie ihren moralischen Kompass. Statt sich zu verbitterten oder zynisch zu werden, wächst sie innerlich: Sie wird realistischer in ihren Erwartungen, bleibt aber ihren Prinzipien treu. Ihre Erfahrungen lehren sie Geduld, Demut und die Fähigkeit, echtes Glück nicht in äußerem Erfolg, sondern in einfachen, wahren Beziehungen zu finden. Agnes Grey ist eine ruhige, realistische Erzählung über Selbstbehauptung, moralische Standhaftigkeit und die Suche nach einem sinnvollen Leben in einer oberflächlichen Welt.

    28. Apr. 2025

3 von 40 Rezensionen

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