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Auch wenn man kleine, weiße Gartenzäune errichtet, kann man nicht verhindern, dass einen Albträume heimsuchen. Das obige Zitat von Anne Sexton ist diesem Roman vorangestellt und zeigt anschaulich, dass eine idyllische Fassade täuschen kann und wenn man ein Buch zur Hand nimmt, auf dem ein Thriller angezeigt wird, steigt man natürlich mit der Erwartung in die Lektüre ein, dass sich alsbald die dunklen Abgründe hinter dem glänzenden Schein offenbaren. Hier enttäuscht das psychologisch interessant aufgebaute Konzept der amerikanischen Autorin, die selbst als Anwältin tätig war, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte nicht. Allerdings handelt es sich bei dieser Geschichte eher um einen spannenden Roman, denn der Thrill tappt hier eher auf leisen Sohlen durch die Szenerie einer Kleinstadt. Unsere sympathische Protagonistin Molly versucht, als Journalistin des Ridgedale Reader Fuß zu fassen, da sie erst vor kurzem mit ihrer Familie in der kleinen Stadt angekommen ist. Der Aufhänger für eine erste eigene Story ist ausgerechnet der Fund einer Babyleiche. Da Molly in ihrer jüngsten Vergangenheit das für sie sehr schwere Trauma einer Fehlgeburt verarbeiten musste, ist sie erst einmal getriggert, aber dann fest entschlossen, herauszufinden, was sich hinter diesem tragischen Fund verbirgt. Inwieweit ist der Fundort relevant, an dem vor Jahren ein Student ums Leben kam? Welche Rolle spielt die Nähe zur Universität, die eine eigene Campus-Polizei beschäftigt? Der Roman ist sehr abwechslungsreich gestaltet mit unterschiedlichen (weiblichen) Erzählperspektiven, Tagebuchaufzeichnungen, Aufzeichnungen von Therapiesitzungen und Zeitungsartikeln (inklusive Kommentaren). Die Geschichte wird auch auf verschiedenen Zeitebebenen erzählt. Alle diese Faktoren treiben die Handlung sehr dynamisch voran und man fliegt superschnell und leicht durch die Seiten. Gegen Ende schwingt die Autorin vielleicht etwas zu stark die moralische Keule und den kitschigen Epilog am Schluss kann man sich eigentlich ersparen, aber insgesamt ist der Plot stimmig und bietet spannende Unterhaltung. FAZIT Vor kurzem wurde in der Nähe meines Heimatortes die Leiche eines Neugeborenen durch Spaziergänger entdeckt, welches laut vorläufigen Erkenntnissen lebensfähig zur Welt kam. Erst gestern veröffentlichte die Lokalzeitung nun einen Artikel, wonach sich die jugendliche Mutter mit ihren Eltern bei der Polizei meldete, während die Ermittlungen noch andauern... Damit bekam dieser rein fiktive Krimi eine Leider sehr real wirkende Note. Und Kimberley McCreight schafft es über eine sehr weite Strecke sehr gut, ein realistisch wirkendes Szenario zu entwerfen und menschliches Verhalten im familiären Alltag nachvollziehbar darzustellen. Durchaus interessant zu lesen.
19. März 2025
Auch wenn man kleine, weiße Gartenzäune errichtet, kann man nicht verhindern, dass einen Albträume heimsuchen. Das obige Zitat von Anne Sexton ist diesem Roman vorangestellt und zeigt anschaulich, dass eine idyllische Fassade täuschen kann und wenn man ein Buch zur Hand nimmt, auf dem ein Thriller angezeigt wird, steigt man natürlich mit der Erwartung in die Lektüre ein, dass sich alsbald die dunklen Abgründe hinter dem glänzenden Schein offenbaren. Hier enttäuscht das psychologisch interessant aufgebaute Konzept der amerikanischen Autorin, die selbst als Anwältin tätig war, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte nicht. Allerdings handelt es sich bei dieser Geschichte eher um einen spannenden Roman, denn der Thrill tappt hier eher auf leisen Sohlen durch die Szenerie einer Kleinstadt. Unsere sympathische Protagonistin Molly versucht, als Journalistin des Ridgedale Reader Fuß zu fassen, da sie erst vor kurzem mit ihrer Familie in der kleinen Stadt angekommen ist. Der Aufhänger für eine erste eigene Story ist ausgerechnet der Fund einer Babyleiche. Da Molly in ihrer jüngsten Vergangenheit das für sie sehr schwere Trauma einer Fehlgeburt verarbeiten musste, ist sie erst einmal getriggert, aber dann fest entschlossen, herauszufinden, was sich hinter diesem tragischen Fund verbirgt. Inwieweit ist der Fundort relevant, an dem vor Jahren ein Student ums Leben kam? Welche Rolle spielt die Nähe zur Universität, die eine eigene Campus-Polizei beschäftigt? Der Roman ist sehr abwechslungsreich gestaltet mit unterschiedlichen (weiblichen) Erzählperspektiven, Tagebuchaufzeichnungen, Aufzeichnungen von Therapiesitzungen und Zeitungsartikeln (inklusive Kommentaren). Die Geschichte wird auch auf verschiedenen Zeitebebenen erzählt. Alle diese Faktoren treiben die Handlung sehr dynamisch voran und man fliegt superschnell und leicht durch die Seiten. Gegen Ende schwingt die Autorin vielleicht etwas zu stark die moralische Keule und den kitschigen Epilog am Schluss kann man sich eigentlich ersparen, aber insgesamt ist der Plot stimmig und bietet spannende Unterhaltung. FAZIT Vor kurzem wurde in der Nähe meines Heimatortes die Leiche eines Neugeborenen durch Spaziergänger entdeckt, welches laut vorläufigen Erkenntnissen lebensfähig zur Welt kam. Erst gestern veröffentlichte die Lokalzeitung nun einen Artikel, wonach sich die jugendliche Mutter mit ihren Eltern bei der Polizei meldete, während die Ermittlungen noch andauern... Damit bekam dieser rein fiktive Krimi eine Leider sehr real wirkende Note. Und Kimberley McCreight schafft es über eine sehr weite Strecke sehr gut, ein realistisch wirkendes Szenario zu entwerfen und menschliches Verhalten im familiären Alltag nachvollziehbar darzustellen. Durchaus interessant zu lesen.
19. März 2025






