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Romane

Mord im Böhmischen Prater

4,6(35)
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Über das Buch

Eine atmosphärische Zeitreise in das Wien der 20er Jahre – herrlich charmanter Lesegenuss mit Wohlfühlgarantie. Wien, 1925. Bei schönstem Herbstwetter genießen Anton und Ernestine das bunte Treiben im Böhmischen Prater. Während Anton vor lauter Powidltascherl im Mehlspeishimmel schwelgt, widmet sich Ernestine der Polka. Doch die beschwingte Stimmung kippt, als Cockerspaniel-Dame Minna einen menschlichen Knochen unter dem Musikpavillon ausgräbt. Ernestine wittert ein Verbrechen – und stößt inmitten von Schaustellern und Besuchern auf gut gehütete Geheimnisse und raffinierte Intrigen. Band 9 der Reihe »Ernestine Kirsch und Anton Böck«. Alle Bände der Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden.

Editionen (1)

ISBN9783987071959
VerlagEmons Verlag
Erscheinungsdatum21.11.24
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

35 Bewertungen

8 Rezensionen

4,6

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  • hasirasi2
    hasirasi2

    218 Follower

    5,0

    Ein spannender historischer Krimi mit Wiener Schmäh und Mehlspeisen Wien 1925: Ernestine und Anton verbringen den Sonntag mit ihrer Enkelin Rosa und Hündin Minna im Böhmischen Prater, als Minna plötzlich abhaut und mit einem menschlichen Oberschenkelknochen wiederkommt. An der Stelle, wo sie gebuddelt hat, findet Ernestine weitere Knochen und Stoff mit Perlmuttknöpfen – und wittert zu Antons Leidwesen sofort ein Verbrechen. Sie soll Recht behalten, denn bei der einen Toten bleibt es nicht. „Mord im Böhmischen Prater“ ist bereits der 9. Teil der Reihe, und obwohl ich die Vorgänger nicht kenne, habe ich mich sofort zurecht gefunden. Beate Maly stellt ihre Protagnisten zu Beginn kurz vor, damit man sie kennenlernt und erfährt, welche Entwicklungen und Erfahrungen sie bisher gemacht haben. Ernestine ist pensionierte Lateinlehrerin und hat eine natürliche Autorität, mit der sie die Menschen immer noch im Griff hat. Anton hat seine Apotheke gerade an seine Tochter Heide übergeben und lebt – unverheiratet, welch ein Skandal – mit Ernestine zusammen. Ob sie auch ein Liebespaar oder nur sehr gute Freunde sind, bleibt ihr Geheimnis. Er ist den leiblichen Genüssen nicht abgeneigt und immer auf der Suche nach leckeren Mehlspeisen-Rezepten. Seine Tochter ist frisch mit Kommissar Erich Felsberg verheiratet, der es gar nicht gerne sieht, wenn sich seine Schwiegermutter in die Ermittlungen einmischt. Ich fand den Kriminalfall sehr spannend. Man hat zwar eine Ahnung, wie alles zusammenhängen könnte, und ich hatte den Mörder auch mal ganz kurz im Verdacht, hatte das aber bis zum Ende schon wieder vergessen. Die historischen Hintergründe sind geschickt in den Kriminalfall eingebunden. Ich fand es interessant, dass der Böhmer Prater als Nebenprodukt der Wiener Ziegelwerke entstanden ist. Am Anfang sollten die Vergnügungen nur die Arbeiter bei Laune halten. Sie sind erst später in den Besitz der Betreiber übergegangen. Dazu kommen die politischen Entwicklungen. Hitlers „Mein Kampf“ ist eben erschienen und die NSDAP wurde neu gegründet. Darüber macht sich vor allem Anton Sorgen, da sein Schwiegersohn Erich Jude ist und nach seiner Beförderung von einigen Kollegen deswegen angefeindet wird. Aber auch Neuerungen, wie die Einführungen von Tischnummern in der Gastronomie als Erleichterung für das Bedienungspersonal finden Eingang in die Handlung. Ein sehr spannender historischer Krimi, der Lust macht, auch die Vorgänger zu lesen, wenn man sie, so wie ich, noch nicht kennt.

    7. Aug. 2025

  • zauberberggast
    zauberberggast

    79 Follower

    5,0

    Kurz bevor der zehnte (bzw. elfte) Fall des historischen Wiener “Ermittlerpärchens” Anton Böck und Ernestine Kirsch erschienen ist, habe ich es jetzt endlich geschafft den letztes Jahr veröffentlichten neunten Band der von mir so geliebten Reihe zu lesen: “Mord im Böhmischen Prater”. Beate Maly ist eine Schnell- und Vielschreiberin und schafft es dabei gleichzeitig bravourös, eine gleichbleibende hohe Qualität abzuliefern: bewundernswert. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte das als Krimi- und Histoliebhaber*in schnell nachholen und mit “Tod am Semmering” starten. Jedes Mal werden der Apotheker im (Un-)Ruhestand und die pensionierte Lateinlehrerin, die mittlerweile ein Liebespaar sind, in ihrer Heimatstadt Wien unfreiwillig in Kriminalfälle verwickelt. Das sehr zum Leidwesen von Antons Schwiegersohn Erich, der Kriminalpolizist ist. Und jedes Mal steht eine bestimmte Wiener Örtlichkeit (oder Sehenswürdigkeit) im Zentrum des Geschehens, was die Reihe neben den beiden ermittelnden Hauptpersonen meines Erachtens so “charmant” macht. Im Nachwort dieses Bandes schreibt Beate Maly: “Wien und seine Umgebung bieten noch zahlreiche wunderschöne Orte, an denen Verbrechen begangen werden können. Ich freue mich schon darauf, über sie schreiben zu dürfen.” Ein Ende ist also zum Glück noch länger nicht in Sicht, was mich als Fan der ersten Stunde besonders freut. Nun also hat es Anton und Ernestine mit ihrer achtjährigen Enkelin Rosa an den Rand Wiens verschlagen. An einem sonnigen Nachmittag im Herbst 1925 (ja genau, also vor exakt 100 Jahren von heute aus gesehen) wollen sie ein wenig im “Böhmischen Prater” chillen, einem kleinen Bruder des Würstelpraters, der extra für die Arbeitenden in den benachbarten Ziegelfabriken als Erholungsgebiet geschaffen wurde, wie Maly schreibt. Rosa hat dabei vor allem die Ponys und das Karussell im Sinn, Anton die Mehlspeisen und Ernestine ist halt auch mit dabei. Dumm nur dass es mit dem Frieden vorbei ist, als Rosas Hund Minna sechs Jahre alte menschliche Knochen unter einem Pavillion ausgräbt. Stammen sie etwa von der wunderschönen Mizzy Nowotny, die spurlos verschwunden ist? Und was haben die Bewohner*innen des Böhmischen Praters damit zu tun? Zum Glück hat Ernestine jetzt auch wieder eine Beschäftigung. Maly schafft es wieder mal wunderbar, ernste Themen wie die Traumata des 1. Weltkrieges, den aufkommenden Antisemitismus und das leidvolle Leben der “Ziegelböhm”, wie die Arbeitenden der Ziegelfabriken genannt wurden, mit der unterhaltsamen Cosy-Crime-Handlung um Anton und Ernestine zu verbinden. Auch wenn ich diesmal schon wieder kurz nach der Hälfte etwa einen richtigen Verdacht hatte, wer die Tat(en) begangen haben könnte, war dieser Histo-Krimi wie immer spannend bis zum Schluss. Man weiß einfach mittlerweile, was man bei dieser Reihe bekommt: einen unterhaltsamen, kurzweiligen, sehr gut recherchierten und damit lehrreichen Roman, der mir ähnlich gut geschmeckt hat wie Anton die Powidltascherl von Frau Benesch. Und der mich dazu animiert hat, sofort mit dem nächsten Band - “Mord im Planetarium” - weiterzumachen.

    13. Nov. 2025

  • astrid13
    astrid13

    17 Follower

    4,0

    Eine Kriminal- Roman im alten Wien wunderschön erzählt

    Ich mag zum Anfang immer den Prolog, denn er fügt so wunderbar in das Geschehen ein. Zwar ist es innerhalb der nächsten 150 Seiten klar wie der / bzw die Morde begangen worden sind, aber ganz ehrlich bei mir geht es doch immer um die zwei Hauptatrakteure Anton & Ernestine....wunderbar erzählt und die detaise rund um Wien des 1927 wirklich bemerkenswert.

    11. Nov. 2025

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Beate Maly

Beate Maly wurde 1970 in Wien geboren, wo sie bis heute lebt. Zum Schreiben kam sie vor rund 20 Jahren. Sie widmet sich dem historischen Roman und dem historischen Kriminalroman. 2019 und 2023 war sie für den Leo-Perutz-Preis nominiert, 2021 gewann sie den Silbernen Homer. www.beatemaly.com

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