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Burnt Offerings ist für mich ein Buch, bei dem ich ständig dachte: Das hätte richtig gut sein können. Die Grundidee ist nämlich stark. Ein Haus mit eigener Dynamik, merkwürdige Bilder aus verschiedenen Zeiten, eine Familie, die langsam kippt – genau die Art von Setting, die ich normalerweise liebe. Vor allem die Veränderung von Marianne hätte richtig gutes, psychologisches Horror-Potenzial gehabt. Aber genau da liegt das Problem: Das Buch lebt fast ausschließlich von seinem Rätsel. Und wenn man – wie ich – den Film kennt, ist dieses Rätsel einfach weg. Übrig bleiben Figuren, mit denen ich ehrlich gesagt kaum Zeit verbringen wollte. Marianne ist von Anfang an schwierig. Nicht im Sinne von „interessant kompliziert“, sondern einfach unangenehm. Kontrollierend, sprunghaft, egozentrisch – und leider ohne eine einzige Eigenschaft, die sie für mich greifbar oder zumindest ansatzweise sympathisch macht. Ihre Entwicklung hätte tragisch sein können, aber dafür müsste man erst mal etwas haben, das man verlieren kann. Für mich war sie von Anfang an schon anstrengend und wurde dann einfach… noch anstrengender. Ben ist minimal besser, aber in seiner Passivität fast genauso frustrierend. Er merkt früh, dass etwas nicht stimmt, sagt es sogar offen – und macht dann trotzdem alles mit. Als Leser sitzt man daneben und denkt sich irgendwann nur noch: Dann hör halt einmal auf, nachzugeben. Die Tante war tatsächlich die einzige Figur, bei der ich dachte: Okay, hier ist ein bisschen Wärme drin. Und natürlich ist sie die Erste, die verschwindet. Der Sohn David hätte enormes Potenzial gehabt, bleibt aber komplett blass und wirkt eher wie Deko als wie ein echter Teil der Geschichte. Was das Buch für mich endgültig gekillt hat: Es ist nicht gruselig. Es ist auch nicht spannend. Es ist einfach unangenehm – und zwar auf eine Art, die mir nichts gibt. Nicht dieses gute, beklemmende Gefühl, sondern eher: Ich möchte hier einfach raus. Die beste Beschreibung bleibt für mich wirklich: wie eine volle U-Bahn im Hochsommer. Stickig, nervig, und man zählt die Minuten, bis es vorbei ist. Und das Frustrierende ist: Es hätte so leicht besser funktioniert. Eine kleine Änderung hätte für mich schon gereicht. Hätte Marianne zu Beginn wenigstens eine wirklich fürsorgliche Seite gehabt – zum Beispiel im Umgang mit ihrem Sohn – dann hätte ihre spätere Entwicklung Gewicht gehabt. Dann wäre es ein Verlust gewesen. So ist es einfach nur eine Verschiebung von „anstrengend“ zu „noch unangenehmer“. Am Ende bleibt für mich ein Buch mit einer richtig guten Idee, ein paar interessanten Ansätzen und vielen Andeutungen – aber Figuren, die mich komplett draußen lassen. Und wenn die Figuren nicht funktionieren, trägt auch das beste Konzept nicht mehr. Oder anders gesagt: Das Haus war interessant – ich hätte mir nur gewünscht, es wäre leer geblieben.
11. Apr. 2026
Burnt Offerings ist für mich ein Buch, bei dem ich ständig dachte: Das hätte richtig gut sein können. Die Grundidee ist nämlich stark. Ein Haus mit eigener Dynamik, merkwürdige Bilder aus verschiedenen Zeiten, eine Familie, die langsam kippt – genau die Art von Setting, die ich normalerweise liebe. Vor allem die Veränderung von Marianne hätte richtig gutes, psychologisches Horror-Potenzial gehabt. Aber genau da liegt das Problem: Das Buch lebt fast ausschließlich von seinem Rätsel. Und wenn man – wie ich – den Film kennt, ist dieses Rätsel einfach weg. Übrig bleiben Figuren, mit denen ich ehrlich gesagt kaum Zeit verbringen wollte. Marianne ist von Anfang an schwierig. Nicht im Sinne von „interessant kompliziert“, sondern einfach unangenehm. Kontrollierend, sprunghaft, egozentrisch – und leider ohne eine einzige Eigenschaft, die sie für mich greifbar oder zumindest ansatzweise sympathisch macht. Ihre Entwicklung hätte tragisch sein können, aber dafür müsste man erst mal etwas haben, das man verlieren kann. Für mich war sie von Anfang an schon anstrengend und wurde dann einfach… noch anstrengender. Ben ist minimal besser, aber in seiner Passivität fast genauso frustrierend. Er merkt früh, dass etwas nicht stimmt, sagt es sogar offen – und macht dann trotzdem alles mit. Als Leser sitzt man daneben und denkt sich irgendwann nur noch: Dann hör halt einmal auf, nachzugeben. Die Tante war tatsächlich die einzige Figur, bei der ich dachte: Okay, hier ist ein bisschen Wärme drin. Und natürlich ist sie die Erste, die verschwindet. Der Sohn David hätte enormes Potenzial gehabt, bleibt aber komplett blass und wirkt eher wie Deko als wie ein echter Teil der Geschichte. Was das Buch für mich endgültig gekillt hat: Es ist nicht gruselig. Es ist auch nicht spannend. Es ist einfach unangenehm – und zwar auf eine Art, die mir nichts gibt. Nicht dieses gute, beklemmende Gefühl, sondern eher: Ich möchte hier einfach raus. Die beste Beschreibung bleibt für mich wirklich: wie eine volle U-Bahn im Hochsommer. Stickig, nervig, und man zählt die Minuten, bis es vorbei ist. Und das Frustrierende ist: Es hätte so leicht besser funktioniert. Eine kleine Änderung hätte für mich schon gereicht. Hätte Marianne zu Beginn wenigstens eine wirklich fürsorgliche Seite gehabt – zum Beispiel im Umgang mit ihrem Sohn – dann hätte ihre spätere Entwicklung Gewicht gehabt. Dann wäre es ein Verlust gewesen. So ist es einfach nur eine Verschiebung von „anstrengend“ zu „noch unangenehmer“. Am Ende bleibt für mich ein Buch mit einer richtig guten Idee, ein paar interessanten Ansätzen und vielen Andeutungen – aber Figuren, die mich komplett draußen lassen. Und wenn die Figuren nicht funktionieren, trägt auch das beste Konzept nicht mehr. Oder anders gesagt: Das Haus war interessant – ich hätte mir nur gewünscht, es wäre leer geblieben.
11. Apr. 2026







