Blick ins Buch

Historische Romane

Sonnenkönig, Pechrabe

4,3(80)
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Über das Buch

»Bridgerton« ist eine der erfolgreichsten Netflix-Serien aller Zeiten. Doch wie sieht es mit der queeren Community in Zeiten des Regency aus? Bookstagrammer Kai Spellmeier bespielt in seinem Debüt das beliebte Setting mit Bällen, Affären und Intrigen und verbindet es mit den Schwierigkeiten, mit denen Minderheiten in der damaligen Gesellschaft konfrontiert waren. Edward Arden liebt nicht nur Männer, sondern lässt sich von ihnen auch großzügig für ein paar sinnliche Stunden bezahlen – und schwebt damit im London des 19. Jahrhunderts in ständiger Gefahr. Als Lord Frederick Francis Melville ihn dann auch noch verdächtigt, wertvolle Juwelen gestohlen zu haben, spitzt sich die Situation zu. Doch die beiden stellen schnell fest, dass sie sich gegenseitig behilflich sein können. Edwards queeres Leben mit Affären, Freiern und bunten Partys fasziniert Freddy, doch obwohl der junge Adelige Gefühle für Edward entwickelt, ist sein Lebensweg fest vorbestimmt: Verlobung, Hochzeit, Kinder. Die gesellschaftlichen Grenzen des 19. Jahrhunderts machen den Liebenden zu schaffen und bedrohen sogar ihr Leben. Wird ihre Liebe überdauern oder an der Realität zerbrechen? Ein Blick hinter die Kulissen des queeren, adeligen Londons des 19. Jahrhunderts mit einem elektrisierenden Plot, der Leser*innen bis zum Schluss mitfiebern lässt.

Editionen (2)

ISBN9783957623119
VerlagLago
Erscheinungsdatum20.03.22
Seitenzahl400

Rezensionen & Bewertungen

80 Bewertungen

23 Rezensionen

4,3

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  • jirovable
    jirovable

    57 Follower

    5,0

    Intensiv, bewegend und ehrlich

    Edward Arden verdient sich sein Geld, indem er Männer verführt — ein gefährliches Leben im viktorianischen London, da seine Sexualität kriminalisiert ist. Lord Frederick “Freddy” Melville verdächtigt Edward, wertvolle Perlen gestohlen zu haben. Trotz anfänglicher Spannungen spüren die beiden Männer eine starke Verbindung und könnten sich gegenseitig helfen. Doch ihre Liebe steht unter dem Druck der strengen Gesellschaftsnormen ihrer Zeit — insbesondere Freddys Verpflichtungen gegenüber Lady Elizabeth Ailesbury und die Gefahr, als queere Männer bloßgestellt zu werden. Meine Meinung: ⭐⭐⭐⭐⭐ Die Atmosphäre ist intensiv, manchmal schwer, aber immer auf die bestmögliche Weise. Die Verbindung zwischen den Figuren ist so lebendig und greifbar. Ich konnte mich super in Freddy hineinversetzen und es war toll ihn auf seiner Reise zu seinem wahren Ich zu begleiten. Was mich besonders fasziniert hat, ist die Tiefe der Emotionen. Es ist kein Buch, das man einfach “konsumiert” – es ist eines, das man fühlt. Und je weiter man liest, desto mehr verschmilzt man mit dem Rhythmus der Geschichte. Der Autor führt einem sehr gut vor Augen wie das Leben von queeren Menschen im 19. Jahrhundert war und auch heute noch in vielen Teilen der Welt ist. Das Ende trifft mitten ins Herz und ehrlich? Ich sehe Potenzial für einen zweiten Teil. Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung!

    22. Nov. 2025

  • shura.pineglow
    shura.pineglow

    52 Follower

    3,0

    Guter Start, grausiges Ende.

    Wo soll ich anfangen? Sprachlich war das Buch am Anfang eine Überraschung - anspruchsvoll geschrieben, passend zur Zeit, in welcher es spielt. Später lässt es nach und ändert sich, was ich schade, aber okay fand. Der Aufbau der Charaktere ist gut - Edward und Freddy sind Gegenpole, der eine verdient seinen Lebensunterhalt mit Sex und lebt ein schwules Leben, der andere ist ein Lord und den Erwartungen seines Standes ausgesetzt. Zwischen den beiden gibt es ein klassisches „enemies to lovers“ - sie triezen sich und begehren sich dennoch gleichermaßen. Die Lovestory entwickelt sich nebenbei. Sie sind nette Charaktere, vermissen für mich aber an Tiefe, auch wenn Edwards Backstory mysteriös beginnt (und am Ende nie ganz richtig aufgeklärt wird). Sie sind süß, aber für mich keine Liebe und werden schnell in Vergessenheit geraten (da sind andere Paare deutlich präsenter in meinem Kopf und Herzen). Generell hat das Buch ein Problem mit der Story: es gibt etliche Schauplätze und sie werden allesamt angeschnitten. Besonders die „Story“ um den Dieb und die Verhandlung eines Mannes wegen Sodomie nehmen erst Platz ein, werden am Ende aber abgefrühstückt. Positiv ist anzumerken, dass die Schwierigkeiten und Gefahr von homosexuellen Menschen im 19. Jahrhundert Thema ist. Jetzt kommt mein großes „aber“: zu Beginn gibt es Content Notes die absolut unnötig sind. Ich hatte während des Lesens die ganze Zeit ein „wann beginnt es denn endlich?“ Im Kopf und habe erwartet, dass es so „schlimm“ wird, wie es am Anfang zu lesen ist. Wer sich mit dem 19. Jahrhundert, dem viktorianischen England, auseinandergesetzt hat, weiß, was eigentlich Sache ist. Zumal die Themen, die vielleicht härter sind, nur angeschnitten werden. Das Buch hat einen Anteil an Sexszenen, auf die ich verzichten konnte. Nicht, weil ich das nicht mag, aber es war nicht gut geschrieben und stets „fade to next morning“. Meiner Meinung nach war es auch für den Plot einfach nicht wirklich nötig und als Fanservice nicht entsprechend geschrieben. Ich muss ebenfalls gestehen, dass ich die letzten ca. 60 Seiten nur noch quergelesen habe - es passiert zu viel, zu hastig, wird gesprungen. Als wäre dem Autor eingefallen, dass man noch ja Sachen klären musste. Das Drama gen Ende war unnötig. Und das Ende! Selten so ein schlechtes und unbefriedigendes Ende gelesen - für eine Romance ein absolutes „no go“ meiner Meinung nach. Da bringt selbst der „1 Jahr später“ Teil nichts, sorry. Würde ich das Buch dennoch empfehlen? Ja. Für Menschen, die noch nicht viele Bücher in dem Genre gelesen haben. Aber ich kann hier lieber andere Empfehlungen dalassen: „A Marvellous Light“ -> spicy queer Fantasy mit Krimielementen, „Ich, Adrian Mayfield“ -> DAS Buch schlechthin, wenn man auf akkurate Geschichte steht und quasi Teil der Geschichte sein möchte, „Der Uhrmacher aus der Filigree Street“ -> England/Japan, wunderbares Setting und die Geschichten von Inka Loreen Minden -> spicy gay romance, die es richtig macht.

    Guter Start, grausiges Ende.

    10. Jan. 2026

  • charleens.chapter
    charleens.chapter

    867 Follower

    5,0

    Viel mehr als eine Liebesgeschichte

    Auf einem Ball im 19. Jahrhundert in London kommt es zu der ersten Begegnung zwischen dem extrovertierten Edward Arden und dem konservativen Lord Frederick Francis Melvill. Das erste Treffen könnte nicht schlechter laufen. Es herrscht eine besondere Spannung, beide sind sich auf den ersten Blick unsympathisch und zusätzlich bezichtet Lord Melville Mister Arden wertvolle Juwelen gestohlen zu haben. Als Lord Melville erfährt, dass Mister Arden sein Geld damit verdient, sinnliche Nächte mit Männern zu verbringen, stellen die beiden fest, dass sie sich gegenseitig behilflich sein können. Durch diesen Bund kommen die Männer sich unweigerlich näher. Zunächst hat mir das Cover des Buches sehr gut gefallen und auch den Titel finde ich sehr passend gewählt. Auch wenn dieser erst mit dem Lesen seinen Sinn erhielt. Als ich angefangen habe das Buch zu lesen, war ich vollkommen im Bridgerton Fieber. Das stellte sich als beste Voraussetzung dar und ich habe von der ersten Seite an direkt in die Zeit und die Handlung hineinfinden können. Mit seinem fesselnden Schreibstil und der gelungenen Ausdrucksweise, konnte ich das London des 19. Jahrhunderts sofort vor mir sehen. Dadurch, dass die Erzählperspektive zwischen den Charakteren wechselt, war es mir möglich mich in die Gedanken- und Gefühlswelten der Protagonisten bestens hineinzuversetzen. Grundsätzlich habe ich die handelnden Personen als sehr authentisch empfunden und habe dadurch regelrecht mit ihnen mitgefiebert. Das Buch vereint viele unterschiedliche Aspekte, was es für mich zu etwas ganz Besonderem macht. Zum einen erzählt es eine wundervolle Liebesgeschichte, bietet einige erotische Szenen, enthält als Nebenhandlung einen Kriminalfall und schockiert gleichzeitig mit historischen Fakten darüber, wie hart Homosexualität im 19. Jahrhundert verfolgt und bestraft wurde. Einige Seiten haben mich wirklich sehr getroffen, besonders, wenn ich darüber nachdenke, dass es Teile der Welt gibt, in welchen Queere Personen auch heute noch in Angst leben müssen. Auch andere wichtige Themen wie Rassismuss, Sklaverei oder die Rolle der Frau werden in der Geschichte aufgegriffen. Der Autor hat hier wirklich ein ganz wundervolles und packendes Buch geschaffen, dass ich gerne weiterempfehle!

    3. Okt. 2025

3 von 23 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 349%
jirovable
jirovable16. Nov. 2025

Was für ein gut erzogene Junge Freddy doch ist. Mega, wie er über seine aufgezwungen beinah Verlobte spricht.

Seite 7419%

1 Kommentar verdeckt

Seite 13033%

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1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Kai Spellmeier

Kai Spellmeier, geboren 1996, studierte Literatur und Englisch in Berlin und Edinburgh. Wenn er nicht selbst mit dem Kopf in einem Buch steckt, findet man ihn online, wo er seit 2015 über Literatur bloggt und den queeren Buchclub »Das Pinke Sofa« co-leitet. Er schreibt unverschämt queere Literatur.

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