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Ein Roman über die letzten Jahre Franz Kafkas - Eine große Liebesgeschichte?
Was passiert, wenn du die Seiten aufschlägst? Im Sommer 1923 lernt der tuberkulosekranke Franz Kafka, als Dichter nur Eingeweihten bekannt, in einem Ostseebad die 25-jährige Köchin Dora Diamant kennen. Und innerhalb weniger Wochen tut er, was er nicht für möglich gehalten hat: Er entscheidet sich für das Zusammenleben mit einer Frau, teilt Tisch und Bett mit Dora. In Berlin wagt er mit ihr das gemeinsame Leben, mitten in der Hyperinflation der Weimarer Republik. Bis sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert... Wie bin ich auf das Buch gekommen? Ich bin seit meiner Jugend ein großer Verehrer der Werke Franz Kafkas und bin im Gespräch mit einem Lehrerkollegen auf den Roman aufmerksam geworden. Der Roman wurde zudem sehr erfolgreich verfilmt. Was hat mir gefallen? Bei dem Versuch eine Art dokumentarischen Roman über die letzten Jahre des großen Dichters Franz Kafka zu schreiben, hätte so einiges schief laufen können. Aber der Roman funktioniert. Er ist hervorragend recherchiert und die Sprache ist präzise, einfach und "einfühlsam", aber nie kitschig. Der Autor zeigt hier gegen jedes Klischee nicht einen düsteren, depressiven, sondern eher einen sanften und weichen Kafka. Der Star des Romans ist für mich jedoch eher die Figur der Dora Diamant, die sich aufopferungsvoll um den todkranken Autor kümmert und erfrischend die letzten Kurzgeschichten Kafkas kritisch hinterfragt. Auch lernt man so einiges über den geschichtlichen Hintergrund der Weimarer Republik in Zeiten der Hyperinflation, Wohnungsnot usw. Was könnte besser sein? Schwierig fand ich die Entscheidung des Autors, die Liebesgeschichte durch einen distanzierten personalen Erzähler beschreiben zu lassen, der immer wieder unvermittelt zwischen den Sichtweisen der einzelnen Figuren springt. Eine richtige Identifizierung mit Franz Kafka oder Dora Diamant will so nicht aufkommen. Mit zunehmender Krankheit zeigt sich zudem ein Franz Kafka, der sich immer stärker um sich selbst, seine Literatur und seinen körperlichen Zustand dreht, was ich über den Verlauf der Handlung etwas ermüdend fand. Wer sollte den Roman lesen? Wer Interesse an Franz Kafka und der Zeit der Weimarer Republik hat, auch einmal eine andere Seite des Autors jenseits von den gängigen Klischees kennenlernen möchte. Empfehlenswert!
2. Jan. 2026
Ein Roman über die letzten Jahre Franz Kafkas - Eine große Liebesgeschichte?
Was passiert, wenn du die Seiten aufschlägst? Im Sommer 1923 lernt der tuberkulosekranke Franz Kafka, als Dichter nur Eingeweihten bekannt, in einem Ostseebad die 25-jährige Köchin Dora Diamant kennen. Und innerhalb weniger Wochen tut er, was er nicht für möglich gehalten hat: Er entscheidet sich für das Zusammenleben mit einer Frau, teilt Tisch und Bett mit Dora. In Berlin wagt er mit ihr das gemeinsame Leben, mitten in der Hyperinflation der Weimarer Republik. Bis sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert... Wie bin ich auf das Buch gekommen? Ich bin seit meiner Jugend ein großer Verehrer der Werke Franz Kafkas und bin im Gespräch mit einem Lehrerkollegen auf den Roman aufmerksam geworden. Der Roman wurde zudem sehr erfolgreich verfilmt. Was hat mir gefallen? Bei dem Versuch eine Art dokumentarischen Roman über die letzten Jahre des großen Dichters Franz Kafka zu schreiben, hätte so einiges schief laufen können. Aber der Roman funktioniert. Er ist hervorragend recherchiert und die Sprache ist präzise, einfach und "einfühlsam", aber nie kitschig. Der Autor zeigt hier gegen jedes Klischee nicht einen düsteren, depressiven, sondern eher einen sanften und weichen Kafka. Der Star des Romans ist für mich jedoch eher die Figur der Dora Diamant, die sich aufopferungsvoll um den todkranken Autor kümmert und erfrischend die letzten Kurzgeschichten Kafkas kritisch hinterfragt. Auch lernt man so einiges über den geschichtlichen Hintergrund der Weimarer Republik in Zeiten der Hyperinflation, Wohnungsnot usw. Was könnte besser sein? Schwierig fand ich die Entscheidung des Autors, die Liebesgeschichte durch einen distanzierten personalen Erzähler beschreiben zu lassen, der immer wieder unvermittelt zwischen den Sichtweisen der einzelnen Figuren springt. Eine richtige Identifizierung mit Franz Kafka oder Dora Diamant will so nicht aufkommen. Mit zunehmender Krankheit zeigt sich zudem ein Franz Kafka, der sich immer stärker um sich selbst, seine Literatur und seinen körperlichen Zustand dreht, was ich über den Verlauf der Handlung etwas ermüdend fand. Wer sollte den Roman lesen? Wer Interesse an Franz Kafka und der Zeit der Weimarer Republik hat, auch einmal eine andere Seite des Autors jenseits von den gängigen Klischees kennenlernen möchte. Empfehlenswert!
2. Jan. 2026







