
827 Follower
Ein Abenteuer beginnt
Mica ist es gewohnt, jeden Tag ums Überleben zu kämpfen. Als Kanalratte auf den Straßen von Chakas muss sie stehlen und kämpfen, um ihrem Bruder eine Zukunft zu ermöglichen. Doch als ein Raubzug schiefgeht, werden die beiden getrennt und Mica von einer Diebesbande entführt. Sie soll sich der tödlichen Aufnahmeprüfung der Gilde der Ratten stellen. Währenddessen verschlägt es ihren Bruder unfreiwillig auf das weite Meer… Mit dem Land Altra hat Corinne Spoerri eine einzigartige Welt erschaffen. Nicht nur die Greifen-Saga spielt dort, auch andere Fantasy-Reihen der Autorin verschlagen den Leser nach Altra, das mit atmosphärischem Worldbuilding und einem durchdachten Magiesystem überzeugen kann, auch wenn die Idee dahinter (die vier Elemente) nicht wirklich neu ist. Wir lernen die Küstenstadt Chakas durch die Augen der jungen Mica und ihres Bruders Faím kennen. Die beiden stehen an der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenen, leben jedoch ein raues Leben auf der Straße, kämpfen jeden Tag um eine Mahlzeit. Gerade Mica ist gezwungen, oft bis zum Äußersten zu gehen. Das ändert sich, als sie Anwärterin in der Diebesgilde wird: Man kann den Puzzlesteinen der Autorin beim Fallen zusehen, merkt beim Lesen, wie ein größeres Ganzes in Bewegung kommt, das im Auftakt der Trilogie noch kaum zu erkennen ist. Es geht um Magie und Gerechtigkeit, um die viel zu selten in Geschichten gesehenen, faszinierenden Greifen, um Piraten und Diebe, das alles verpackt als Jugendbuch mit orientalisch angehauchtem Setting. Dazu kommt leider eine sehr verpeilte Liebesgeschichte, bei der mir fast die Augenbrauen aus dem Gesicht gepurzelt sind. Die Protagonistin Mica hat wirklich Biss und Durchsetzungsvermögen, aber auch einen furchtbaren Männergeschmack, das macht ihre Perspektive in der Geschichte etwas anstrengend. Faíms Seeabenteuer hat da mehr Spaß gemacht. Aber auch hier muss man sagen: Diese High Fantasy Welt hat ein äußerst rückschrittliches Frauenbild, was beim Lesen schon sauer aufstoßen kann. Generell nutzt die Autorin teils seltsame Formulierungen und Äußerungen, gerade in Bezug auf Frauen und ihr Aussehen. Das kann man nun als Teil dieser rauen Welt sehen, wütend macht es trotzdem. Dennoch ist „Die Ratten von Chakas“ ein unterhaltsamer, durchaus spannender und vielversprechender Auftakt einer größeren Geschichte, die gerade erst in Fahrt kommt und Hoffnung auf ein echtes Abenteuer macht, wenn man von einigen fragwürdigen Passagen und der etwas überdramatisierten Liebesgeschichte einmal absieht. Bleibt nur zu hoffen, dass Mica sich im nächsten Band weniger ablenken lässt und nicht all ihre Energie darauf verwendet sich mit ihrem Partner zu streiten.

19. Sept. 2025
Ein Abenteuer beginnt
Mica ist es gewohnt, jeden Tag ums Überleben zu kämpfen. Als Kanalratte auf den Straßen von Chakas muss sie stehlen und kämpfen, um ihrem Bruder eine Zukunft zu ermöglichen. Doch als ein Raubzug schiefgeht, werden die beiden getrennt und Mica von einer Diebesbande entführt. Sie soll sich der tödlichen Aufnahmeprüfung der Gilde der Ratten stellen. Währenddessen verschlägt es ihren Bruder unfreiwillig auf das weite Meer… Mit dem Land Altra hat Corinne Spoerri eine einzigartige Welt erschaffen. Nicht nur die Greifen-Saga spielt dort, auch andere Fantasy-Reihen der Autorin verschlagen den Leser nach Altra, das mit atmosphärischem Worldbuilding und einem durchdachten Magiesystem überzeugen kann, auch wenn die Idee dahinter (die vier Elemente) nicht wirklich neu ist. Wir lernen die Küstenstadt Chakas durch die Augen der jungen Mica und ihres Bruders Faím kennen. Die beiden stehen an der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenen, leben jedoch ein raues Leben auf der Straße, kämpfen jeden Tag um eine Mahlzeit. Gerade Mica ist gezwungen, oft bis zum Äußersten zu gehen. Das ändert sich, als sie Anwärterin in der Diebesgilde wird: Man kann den Puzzlesteinen der Autorin beim Fallen zusehen, merkt beim Lesen, wie ein größeres Ganzes in Bewegung kommt, das im Auftakt der Trilogie noch kaum zu erkennen ist. Es geht um Magie und Gerechtigkeit, um die viel zu selten in Geschichten gesehenen, faszinierenden Greifen, um Piraten und Diebe, das alles verpackt als Jugendbuch mit orientalisch angehauchtem Setting. Dazu kommt leider eine sehr verpeilte Liebesgeschichte, bei der mir fast die Augenbrauen aus dem Gesicht gepurzelt sind. Die Protagonistin Mica hat wirklich Biss und Durchsetzungsvermögen, aber auch einen furchtbaren Männergeschmack, das macht ihre Perspektive in der Geschichte etwas anstrengend. Faíms Seeabenteuer hat da mehr Spaß gemacht. Aber auch hier muss man sagen: Diese High Fantasy Welt hat ein äußerst rückschrittliches Frauenbild, was beim Lesen schon sauer aufstoßen kann. Generell nutzt die Autorin teils seltsame Formulierungen und Äußerungen, gerade in Bezug auf Frauen und ihr Aussehen. Das kann man nun als Teil dieser rauen Welt sehen, wütend macht es trotzdem. Dennoch ist „Die Ratten von Chakas“ ein unterhaltsamer, durchaus spannender und vielversprechender Auftakt einer größeren Geschichte, die gerade erst in Fahrt kommt und Hoffnung auf ein echtes Abenteuer macht, wenn man von einigen fragwürdigen Passagen und der etwas überdramatisierten Liebesgeschichte einmal absieht. Bleibt nur zu hoffen, dass Mica sich im nächsten Band weniger ablenken lässt und nicht all ihre Energie darauf verwendet sich mit ihrem Partner zu streiten.
19. Sept. 2025








