Blick ins Buch

Romane

Alte Meister

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Über das Buch

Im Wiener Kunsthistorischen Museum bezieht jeden zweiten Vormittag der Musikphilosoph Reger Stellung. Nur an den eintrittsfreien Samstagen bleibt Reger dem Museum fern. Doch ausgerechnet dann möchte ihn sein Freund Atzbacher dort treffen. Reger gibt sich einen Stoß und bezieht auch am Samstag seinen Platz. Und nun ergreift Thomas Holtzmann für ihn das Wort und ergeht sich inmitten des Besuchersturms in herrlich schwungvollen Tiraden gegen die Wiener, gegen Kunstbeflissenheit und Titelsucht, Kapuzinergruft und Hofburg, Mehlspeisenkult und Prater.

(6 CDs, Laufzeit: 7h 10)

Editionen (11)

ISBN9783895849503
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum15.06.05

Rezensionen & Bewertungen

18 Bewertungen

3 Rezensionen

4,3

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  • santerisummer
    santerisummer

    127 Follower

    4,5

    Erstaunlich wie wenig Handlung es bedarf, um ein gutes Buch zu bauen. Thomas Bernhards "Alte Meister" ist Kunst- und Gesellschaftskritik, die Fragen der Bedeutung von Kunst und ihrer Bewahrung aufwirft und zugleich in ihrer Radikalität lachhaft wird. Dabei bleibt einem das eigene Lachen zuweilen im Halse stecken, nicht zuletzt wegen elner zutiefst einsamen und verlorenen Hauptfigur, die mit abgrundtiefer Überzeugung und grenzenloser Überheblichkeit alles um sich herum seziert, so dass fast nichts Bestand hat und nur Verdruss übrig bleibt. So eine unverblümte Sicht des alten weißen Mannes, der nur sich selbst als den Nabel der Welt betrachtet (und das wortwörtlich ;-)), habe ich noch nicht gelesen.

    1. Sept. 2024

  • wolfseule
    wolfseule

    1 Follower

    5,0

    Der Großmeister der schlechten Laune. Passieren tut wirklich überhaupt gar nichts, aber alles ist furchtbar. Österreich, die Österreicher, die Kunst, das Essen, die Toiletten und die Menschen. Ich hab Lachtränen in den Augen beim Lesen, bis zum allerletzten Satz, der das Sahnehäubchen auf dieser Tiraden-Torte ist. Besonders im Lichte der Lektüre weiterer Romane von Bernhard (die ja auch zumeist glänzende Perlen des Gemeckers über die Erbärmlichkeit der Welt und insbesondere der Kunst sind) fällt auf, dass das hier kein wahlloser Rant ist, denn was in dem einen Roman vernichtend in Grund und Boden gegrantelt wird, kann im nächsten schon wieder wohlwollend gelobt werden. Eine Satire und Liebeserklärung zugleich an das freie Recht, alles doof zu finden, was einem so von der Welt angeboten wird. Feuer frei!

    16. März 2025

  • emre
    emre

    2 Follower

    5,0

    Obsession.

    22. Nov. 2025

Autorin / Autor

Über Thomas Bernhard

Thomas Bernhard wurde 1931 als unehelicher Sohn einer Haushaltsgehilfin und eines Tischlergesellen in Heerlen/Holland geboren. Er wuchs - zunächst bei den Großeltern - in Österreich auf, machte eine Kaufmannslehre in einem Lebensmittelgeschäft und nahm Musik- und Gesangsunterricht. 1949 erkrankt Bernhard an einer schweren Rippenfellentzündung. Während seiner monatelangen Krankenhaus- und Sanatoriumsaufenthalte begann Thomas Bernhard intensiv zu lesen und zu schreiben. 1950 erscheinen in Zeitungen erste Prosa-Texte Bernhards. Auf Vermittlung Carl Zuckmayers wird er zunächst Journalist und Gerichtsreporter und veröffentlicht erste Lyrikbände. Sein erster Roman "Frost" wird 1963 im Insel-Verlag veröffentlicht. Es folgen weitere Werke des Autors wie z.B. "Verstörung" (1966), "Das Kalkwerk" (1970), "Gehen" (1971), "Korrektur" (1975), "Der Stimmenimitator" (1978) u.v.a. An den Spätfolgen seiner Lungenerkrankung stirbt Thomas Bernhard 1989 in Gmunden.

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