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Alte Meister

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Über das Buch

Im Wiener Kunsthistorischen Museum, auf der Sitzbank gegenüber von Tintorettos »Weisbärtigem Mann«, bezieht jeden zweiten Vormittag - außer an den eintrittsfreien Samstagen - der Musikphilosoph Reger Stellung. Eines Tages wird die Routine unterbrochen: Reger bittet seinen Freund Atzbacher, sich ausgerechnet am Samstag mit ihm im Museum zu treffen. Doch bevor der Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten enthüllt wird, ergeht sich Reger in herrlich schwungvollen Tiraden gegen die Kunst im allgemeinen, die Maler im besonderen, verdammt Stifter ebenso wie Heidegger, beschimpft Wien und die Wiener - und weiß doch, daß die einzige Rettung im menschlichen Gegenüber zu finden ist, im »Lebensmenschen« in seinem Fall.

Editionen (11)

ISBN9783518462935
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum14.11.11
Seitenzahl158

Rezensionen & Bewertungen

18 Bewertungen

3 Rezensionen

4,3

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  • santerisummer
    santerisummer

    127 Follower

    4,5

    Erstaunlich wie wenig Handlung es bedarf, um ein gutes Buch zu bauen. Thomas Bernhards "Alte Meister" ist Kunst- und Gesellschaftskritik, die Fragen der Bedeutung von Kunst und ihrer Bewahrung aufwirft und zugleich in ihrer Radikalität lachhaft wird. Dabei bleibt einem das eigene Lachen zuweilen im Halse stecken, nicht zuletzt wegen elner zutiefst einsamen und verlorenen Hauptfigur, die mit abgrundtiefer Überzeugung und grenzenloser Überheblichkeit alles um sich herum seziert, so dass fast nichts Bestand hat und nur Verdruss übrig bleibt. So eine unverblümte Sicht des alten weißen Mannes, der nur sich selbst als den Nabel der Welt betrachtet (und das wortwörtlich ;-)), habe ich noch nicht gelesen.

    1. Sept. 2024

  • wolfseule
    wolfseule

    1 Follower

    5,0

    Der Großmeister der schlechten Laune. Passieren tut wirklich überhaupt gar nichts, aber alles ist furchtbar. Österreich, die Österreicher, die Kunst, das Essen, die Toiletten und die Menschen. Ich hab Lachtränen in den Augen beim Lesen, bis zum allerletzten Satz, der das Sahnehäubchen auf dieser Tiraden-Torte ist. Besonders im Lichte der Lektüre weiterer Romane von Bernhard (die ja auch zumeist glänzende Perlen des Gemeckers über die Erbärmlichkeit der Welt und insbesondere der Kunst sind) fällt auf, dass das hier kein wahlloser Rant ist, denn was in dem einen Roman vernichtend in Grund und Boden gegrantelt wird, kann im nächsten schon wieder wohlwollend gelobt werden. Eine Satire und Liebeserklärung zugleich an das freie Recht, alles doof zu finden, was einem so von der Welt angeboten wird. Feuer frei!

    16. März 2025

  • emre
    emre

    2 Follower

    5,0

    Obsession.

    22. Nov. 2025

Autorin / Autor

Über Nicolas Mahler

Nicolas Mahler, geboren 1969, lebt und arbeitet als Comic-Zeichner und Illustrator in Wien. Seine Comics und Cartoons erscheinen in Zeitungen und Magazinen wie Die Zeit, NZZ am Sonntag, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und in der Titanic. Für sein umfangreiches Werk wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet; unter anderem erhielt er 2010 den Max-und Moritz-Preis als »Bester deutschsprachiger Comic-Künstler« und 2015 den Preis der Literaturhäuser.

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