Blick ins Buch

Lyrik & Dramen

Alte Meister

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Über das Buch

Das Durchbrechen einer jahrzehntealten Gewohnheit führt in dem 1985 zuerst erschienenen Prosaband mit dem Untertitel »Komödie« von Thomas Bernhard dazu, daß der Privatgelehrte Atzbacher und der Musikphilosoph Reger sich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Wiener Kunsthistorischen Museum treffen. Atzbacher nimmt diese außergewöhnliche Verabredung zum Anlaß, den in seine Betrachtung versunkenen Reger zu beobachten. Der Zweiundachtzigjährige, der seit dreißig Jahren aus Wien für die Times Musikkritiken schreibt, hat im Kunsthistorischcn Museum seine Kunstbetrachtung zur Perfektion entwickelt: Sie besteht darin, jedes Kunstwerk, das für vollendet gehalten wird, so lange zu studieren, bis dessen Fehler aufgedeckt sind. Alle Alten Meister und Großen Geister sind unvollkommen. Daß Kunst, Musik, Philosophie und Literatur jedoch nicht das »Höchste, Allerhöchste« sind, wird Reger bewußt, als seine Frau stirbt, mit der er mehr als drei Jahrzehnte verheiratet war.

Editionen (11)

ISBN9783518785003
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum24.10.12
Seitenzahl310

Rezensionen & Bewertungen

18 Bewertungen

3 Rezensionen

4,3

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  • santerisummer
    santerisummer

    127 Follower

    4,5

    Erstaunlich wie wenig Handlung es bedarf, um ein gutes Buch zu bauen. Thomas Bernhards "Alte Meister" ist Kunst- und Gesellschaftskritik, die Fragen der Bedeutung von Kunst und ihrer Bewahrung aufwirft und zugleich in ihrer Radikalität lachhaft wird. Dabei bleibt einem das eigene Lachen zuweilen im Halse stecken, nicht zuletzt wegen elner zutiefst einsamen und verlorenen Hauptfigur, die mit abgrundtiefer Überzeugung und grenzenloser Überheblichkeit alles um sich herum seziert, so dass fast nichts Bestand hat und nur Verdruss übrig bleibt. So eine unverblümte Sicht des alten weißen Mannes, der nur sich selbst als den Nabel der Welt betrachtet (und das wortwörtlich ;-)), habe ich noch nicht gelesen.

    1. Sept. 2024

  • wolfseule
    wolfseule

    1 Follower

    5,0

    Der Großmeister der schlechten Laune. Passieren tut wirklich überhaupt gar nichts, aber alles ist furchtbar. Österreich, die Österreicher, die Kunst, das Essen, die Toiletten und die Menschen. Ich hab Lachtränen in den Augen beim Lesen, bis zum allerletzten Satz, der das Sahnehäubchen auf dieser Tiraden-Torte ist. Besonders im Lichte der Lektüre weiterer Romane von Bernhard (die ja auch zumeist glänzende Perlen des Gemeckers über die Erbärmlichkeit der Welt und insbesondere der Kunst sind) fällt auf, dass das hier kein wahlloser Rant ist, denn was in dem einen Roman vernichtend in Grund und Boden gegrantelt wird, kann im nächsten schon wieder wohlwollend gelobt werden. Eine Satire und Liebeserklärung zugleich an das freie Recht, alles doof zu finden, was einem so von der Welt angeboten wird. Feuer frei!

    16. März 2025

  • emre
    emre

    2 Follower

    5,0

    Obsession.

    22. Nov. 2025

Autorin / Autor

Über Thomas Bernhard

Thomas Bernhard, 1931 in Heerlen (Niederlande) geboren, starb im Februar 1989 in Gmunden (Oberösterreich). Er zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern und wurde unter anderem 1970 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1972 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Der Suhrkamp Verlag publiziert eine Werkausgabe in 22 Bänden.

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