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„Ich erinnere mich nicht an die Zeit, in der ich geboren wurde. Aber ich erinnere mich an den Moment, in dem ich verstanden habe, dass ich lebe.“
Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel ist ein Roman, der vor allem durch seine Charaktere und die poetische, gleichzeitig sehr direkte Erzählweise besticht. Für mich war besonders beeindruckend, wie selbstverständlich und doch feinfühlig der Autor mit Themen wie Identität, Familie und Liebe umgeht – ohne dabei in klischeehafte Dramatisierung abzurutschen. Im Mittelpunkt steht Phil, ein schwuler Jugendlicher, dessen sexuelle Orientierung zwar präsent ist, aber nicht zum alleinigen Zentrum des Romans gemacht wird – und gerade das hat mich begeistert. Es geht nicht um das „Coming-out“ oder einen stereotypen Konflikt, sondern um eine Liebesgeschichte, die genauso kompliziert, intensiv und schön ist wie jede andere. Die Beziehung zwischen Phil und Nicholas bildet das emotionale Herz des Buches – leise, kraftvoll und authentisch. Steinhöfel versteht es, Figuren zum Leben zu erwecken: Phils Mutter Glass ist herrlich schräg, exzentrisch, überzeichnet – und passt dennoch perfekt in das skurrile Haus, in dem die Familie lebt. Ein Haus, das so bunt und widersprüchlich ist wie die Menschen darin. Gerade dieser Kontrast – zwischen der Mutter, die wie ein bunter Wirbelsturm durchs Leben geht, und Phil, der seinen Platz in der Welt (und in dieser Familie) sucht – verleiht dem Roman seine Tiefe und Wärme. Ja, manches wirkt fast zu klischeehaft, aber das scheint bewusst gesetzt und passt zur jugendliterarischen Zielgruppe. Die Mitte der Welt ist ein vielschichtiger Coming-of-Age-Roman, der ernste Themen mit Leichtigkeit behandelt, ohne dabei banal zu werden. 4,5 von 5 Sternen – wegen kleiner Genreeinschränkungen, aber ein starkes, sensibles Buch

13. Apr. 2025
„Ich erinnere mich nicht an die Zeit, in der ich geboren wurde. Aber ich erinnere mich an den Moment, in dem ich verstanden habe, dass ich lebe.“
Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel ist ein Roman, der vor allem durch seine Charaktere und die poetische, gleichzeitig sehr direkte Erzählweise besticht. Für mich war besonders beeindruckend, wie selbstverständlich und doch feinfühlig der Autor mit Themen wie Identität, Familie und Liebe umgeht – ohne dabei in klischeehafte Dramatisierung abzurutschen. Im Mittelpunkt steht Phil, ein schwuler Jugendlicher, dessen sexuelle Orientierung zwar präsent ist, aber nicht zum alleinigen Zentrum des Romans gemacht wird – und gerade das hat mich begeistert. Es geht nicht um das „Coming-out“ oder einen stereotypen Konflikt, sondern um eine Liebesgeschichte, die genauso kompliziert, intensiv und schön ist wie jede andere. Die Beziehung zwischen Phil und Nicholas bildet das emotionale Herz des Buches – leise, kraftvoll und authentisch. Steinhöfel versteht es, Figuren zum Leben zu erwecken: Phils Mutter Glass ist herrlich schräg, exzentrisch, überzeichnet – und passt dennoch perfekt in das skurrile Haus, in dem die Familie lebt. Ein Haus, das so bunt und widersprüchlich ist wie die Menschen darin. Gerade dieser Kontrast – zwischen der Mutter, die wie ein bunter Wirbelsturm durchs Leben geht, und Phil, der seinen Platz in der Welt (und in dieser Familie) sucht – verleiht dem Roman seine Tiefe und Wärme. Ja, manches wirkt fast zu klischeehaft, aber das scheint bewusst gesetzt und passt zur jugendliterarischen Zielgruppe. Die Mitte der Welt ist ein vielschichtiger Coming-of-Age-Roman, der ernste Themen mit Leichtigkeit behandelt, ohne dabei banal zu werden. 4,5 von 5 Sternen – wegen kleiner Genreeinschränkungen, aber ein starkes, sensibles Buch
13. Apr. 2025








