Blick ins Buch

Thriller

Neonregen

3,8(17)
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Über das Buch

Der 1. Band der Dave-Robicheaux-Reihe Ein Meisterwerk von Bestseller-Autor James Lee Burke Nur noch drei Stunden bleiben Johnny Massina bis zu seiner Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl. Der letzte Mensch, den er vor seinem Tod sprechen möchte, ist ausgerechnet ein Cop von der Mordkommission New Orleans. Massina lässt Dave Robicheaux wissen, dass er beseitigt werden soll. Mit seinen Ermittlungen ist er einigen mächtigen Gangstern in die Quere gekommen. Robicheaux vermutet, dass der geplante Anschlag auf ihn auch etwas mit der Leiche der jungen Frau zu tun hat, die er aus dem Bayou gefischt hat. Seine Kollegen bei der Polizei gehen von Selbstmord aus. Nur Dave glaubt nicht daran und ermittelt gegen alle Widerstände weiter. Dabei verstrickt er sich schnell in einen Fall, der noch viel morastiger ist als das Sumpfloch, aus dem er das tote Mädchen zog. »Niemand erweckt Schauplätze so gut zum Leben wie James Lee Burke, und niemand beschreibt emotionale Konflikte so perfekt wie er.« Elizabeth George Diese Ausgabe wurde im Pendragon Verlag NEU überarbeitet.

Editionen (1)

ISBN9783865325556
VerlagPendragon
Erscheinungsdatum01.09.20
Seitenzahl432

Rezensionen & Bewertungen

17 Bewertungen

6 Rezensionen

3,8

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  • ricos
    ricos

    36 Follower

    4,5

    James Lee Burkes Neonregen ist weit mehr als ein Krimi. Es ist ein richtig guter, klassischer Hardboiled Krimi mit gerechtem Polizisten mit einem Alkoholproblem. Hinter der rauen Oberfläche entfaltet sich ein komplexes Südstaatenpanorama, das in seiner moralischen Düsternis an William Faulkner erinnert.

    Wie bei Faulkner durchzieht das Erbe von Schuld, Gewalt und Rassismus die Figuren und die Landschaften Louisianas. Dave Robicheaux, der desillusionierte Detective, steht im Zentrum einer Welt, in der Erlösung kaum möglich scheint. Besonders stark fand ich, dass Burke politische Realität in die Krimiform integriert hat. Denn dass die CIA Waffen an die Contras in Nicaragua liefert, und am Kokain gut mit verdient, während Sucht, Korruption und Heuchelei ungestraft bleiben, verleiht dem Roman eine historische Tiefe. Offenbar war das kein Thema in den amerikanischen Medien jener Zeit. Neonregen liest sich dadurch nicht nur als Thriller, sondern als moralischer Kommentar zur US-Gesellschaft der 1980er-Jahre. Burkes Sprache ist zugleich poetisch und brutal, durchzogen von Südstaatenmelancholie und religiöser Symbolik. Und sehr beschreibend, man fühlt sich in das News Orleans der 80er versetzt. Neonregen steht so exemplarisch für einen Autor, der Genregrenzen sprengt und den Kriminalroman zur literarischen Chronik amerikanischer Abgründe macht. Pageturner, lesenswert.

    29. Jan. 2026

  • 4,0

    Hardboiled Klassiker

    Eine junge Frau wird tot aus den Sümpfen Louisianas gezogen, ihr Tod als Ertrinken deklariert. Nur Lieutenant Dave Robicheaux will das nicht so hinnehmen und sticht in ein Wespennest. Schnell findet er sich selbst als Zielscheibe der Verbrecher wider … Eigentlich ist es für mich längst überfällig, die Reihe um Dave Robicheaux zu lesen, für Fans von Hardboiled Krimis ist sie im Grunde ein absolutes Muss. Und ja, schon im ersten Band merkt man direkt, warum. Robicheaux, Ex-Alkoholiker, verlassen von der Ehefrau, ist ein absolutes Paradebeispiel für den gebrochenen Lonely Wolf Ermittler. Trotz allem aber, wie Annie es an einer Stelle sagt, ‚ein anständiger Kerl‘. Oder zumindest versucht er stellenweise einer zu sein. Dem anständig sein kommen immer wieder die bösen Jungs dazwischen, der Alkohol, ein paar Tote, die eigenen Kollegen. Man erkennt darin die Blaupause für viele seiner späteren ‚Kollegen‘ wie Harry Bosch, Harry Hole oder auch Benny Griessel. Burke kombiniert das Ganze dazu noch mit der schwülen Hitze der amerikanischen Südstaaten und einem verzwickten Fall um Waffenschmuggel nach Mittelamerika - vermutlich ein Plot, den man so oder so ähnlich auch heute noch schreiben könnte, die Krisenherde sind auf der Welt ja nicht weniger geworden. Aufmerksames Lesen ist gefragt um den verschlungenen Wegen zu folgen, wer mit wem zu tun hat und warum. Robicheaux‘ Gedanken schweifen dabei immer wieder ab in Richtung seiner Erlebnisse in Vietnam, werden teilweise geradezu philosophisch an manchen Stellen. Und auch die anderen Figuren geben gerne einmal die ein oder andere Binnenerzählung zum Besten. Literarisch durchaus anspruchsvoll hebt sich der Krimi dadurch von vielen in seinem Genre und vor allem von dem meisten, was in den letzten 15 Jahren so erschienen ist, deutlich ab. Genretypisch ist es wie zu erwarten ein Buch mit Gewaltszenen, Brutalität und testosterongeschwängerten Dialogen. Dazu kommt, dass ‚Neonregen‘ 1987 zum ersten Mal veröffentlicht worden ist und das merkt man der Sprach- und Gedankenwelt natürlich an. Ich persönlich kann das für mich einordnen und denke, dass der Großteil der Leserinnen und Leser, die zu diesem Buch greifen, intelligent genug sind, es im gesellschaftlichen Kontext der letzten vierzig Jahre zu sehen. Daher wird es auch auf jeden Fall sehr interessant zu beobachten, wie sich Robicheaux selbst und der ganze Kosmos, in dem diese Reihe spielt, sich im Laufe der Zeit entwickelt …

    Hardboiled Klassiker

    17. Mai 2026

  • blaine_der_mono
    blaine_der_mono

    16 Follower

    5,0

    Ein Meisterwerk aus den Südstaaten!

    Dave Robicheaux ist Lieutenant vom ersten Revier in New Orleans. Als er von seiner geplanten Ermordung hört, geht er den Gerüchten mit seinem Partner Clete auf den Grund. Schon nach kurzer Zeit geht alles schief und mit jedem Kapitel kommt Dave dem Abgrund und seiner persönlichen Hölle immer näher ... Der Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Es gibt keine Längen, keine Langeweile und in jeder Situation ist der Leser hautnah beim Ich-Erzähler dabei. Ein knallharter Krimi, der erst durch das spezielle Südstaatenflair zur Perfektion wird. Genau diese Umgebung bildet den perfekten Kontrast zu Mord, Korruption usw. Die Bayous mit ihrer Flora und Fauna, die alten Gebäude aus dem Bürgerkrieg oder auch die Speisen lassen alles so friedlich und harmonisch erscheinen. Dem ist nicht so, Burke ist hier eine ganz spezielle Mischung gelungen. Der Roman ist in sich abgeschlossen, also auch als Stand-alone lesbar. Insgesamt bin ich überrascht, wie gut dieses Buch ist und frage mich, warum ich es nicht früher gelesen habe. Ganz klar 5 Sterne! Diese Reihe werde ich definitiv weiter lesen!!

    26. Juli 2024

3 von 6 Rezensionen

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