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James Lee Burkes Neonregen ist weit mehr als ein Krimi. Es ist ein richtig guter, klassischer Hardboiled Krimi mit gerechtem Polizisten mit einem Alkoholproblem. Hinter der rauen Oberfläche entfaltet sich ein komplexes Südstaatenpanorama, das in seiner moralischen Düsternis an William Faulkner erinnert.
Wie bei Faulkner durchzieht das Erbe von Schuld, Gewalt und Rassismus die Figuren und die Landschaften Louisianas. Dave Robicheaux, der desillusionierte Detective, steht im Zentrum einer Welt, in der Erlösung kaum möglich scheint. Besonders stark fand ich, dass Burke politische Realität in die Krimiform integriert hat. Denn dass die CIA Waffen an die Contras in Nicaragua liefert, und am Kokain gut mit verdient, während Sucht, Korruption und Heuchelei ungestraft bleiben, verleiht dem Roman eine historische Tiefe. Offenbar war das kein Thema in den amerikanischen Medien jener Zeit. Neonregen liest sich dadurch nicht nur als Thriller, sondern als moralischer Kommentar zur US-Gesellschaft der 1980er-Jahre. Burkes Sprache ist zugleich poetisch und brutal, durchzogen von Südstaatenmelancholie und religiöser Symbolik. Und sehr beschreibend, man fühlt sich in das News Orleans der 80er versetzt. Neonregen steht so exemplarisch für einen Autor, der Genregrenzen sprengt und den Kriminalroman zur literarischen Chronik amerikanischer Abgründe macht. Pageturner, lesenswert.
29. Jan. 2026
James Lee Burkes Neonregen ist weit mehr als ein Krimi. Es ist ein richtig guter, klassischer Hardboiled Krimi mit gerechtem Polizisten mit einem Alkoholproblem. Hinter der rauen Oberfläche entfaltet sich ein komplexes Südstaatenpanorama, das in seiner moralischen Düsternis an William Faulkner erinnert.
Wie bei Faulkner durchzieht das Erbe von Schuld, Gewalt und Rassismus die Figuren und die Landschaften Louisianas. Dave Robicheaux, der desillusionierte Detective, steht im Zentrum einer Welt, in der Erlösung kaum möglich scheint. Besonders stark fand ich, dass Burke politische Realität in die Krimiform integriert hat. Denn dass die CIA Waffen an die Contras in Nicaragua liefert, und am Kokain gut mit verdient, während Sucht, Korruption und Heuchelei ungestraft bleiben, verleiht dem Roman eine historische Tiefe. Offenbar war das kein Thema in den amerikanischen Medien jener Zeit. Neonregen liest sich dadurch nicht nur als Thriller, sondern als moralischer Kommentar zur US-Gesellschaft der 1980er-Jahre. Burkes Sprache ist zugleich poetisch und brutal, durchzogen von Südstaatenmelancholie und religiöser Symbolik. Und sehr beschreibend, man fühlt sich in das News Orleans der 80er versetzt. Neonregen steht so exemplarisch für einen Autor, der Genregrenzen sprengt und den Kriminalroman zur literarischen Chronik amerikanischer Abgründe macht. Pageturner, lesenswert.
29. Jan. 2026







