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"Unendlich viele Geschichten waren unter dem Moor verborgen, wurden dort konserviert, und ab und an drang eine an die Oberfläche und wurde gehört." Die Geschichte von Gine löst eine Kettenreaktion aus, die noch Jahrzehnte später nachhallt. Es ist das Jahr 1936 und die Kinder die besonders gut in der Schule sind und ein arisches Aussehen haben, erfahren die schreckliche "Ehre" in das Stettiner Haff ins Landjahr geschickt zu werden. 8 Monate müssen sie schwerste Landwirtschaft betreiben. "Sie sollten zu einer Einheit verschmelzen, jegliche Individualität ablegen, ein einziger Mädchenkörper werden, der dem Willen eines einzelnen Mannes gehorchte- dem Adolf Hitlers..." Doch nicht nur dem, denn auch der Landadel nimmt sich einfach den Körper, den er haben möchte. In dem Fall von Gine auch mit verheerenden Folgen für den Täter. Wieder ein Stück furchtbarer Naziherrschaft, die mir neu ist. Gine treffen wir 26 Jahre später nochmal. Das Buch beginnt allerdings im heute. Nina ist Ärztin und völlig ausgebrannt. Sie will ein Sabbatical nehmen, welches ihr aber nicht eingeräumt wird, also kündigt sie kurzerhand, kauft sich einen Hund und nimmt sich eine vierwöchige Auszeit im Stettiner Haff. "Wäre Ayla nicht abgehauen, hätte sie die Knochen niemals gefunden." Und niemals wäre die wahre Geschichte ans Licht gekommen. Die Geschichte von Gine, aber auch die von Sigrun. 1979 ist sie eine junge Mutter und lebt im ländlichen Osten, nahe dem Haff an der Ostsee. Ich habe mir im Vorfeld nie Gedanken darüber gemacht, wie furchtbar es gewesen sein muss, in der ständigen Angst vor der Stasi leben zu müssen. Nicht sagen zu dürfen was man denkt. Vor den Vorgesetzten kuschen und sich möglichst auf keine politischen Diskussionen einlassen. Am besten auch die Punker-Freundin verleugnen. Aber das schafft Sigrun nicht. Die Schwiegermutter und Sigrun können sich nicht ausstehen, auch wenn Sigrun versucht Verständnis für die Frau zu haben, deren Mann ermordet wurde und dessen Familie in der Nachkriegszeit alles verloren hat. "Als die Sowjets abgezogen waren, durften die Bewohner zurück in ihre Häuser, aber nur wenige kamen, es blieb ein totes Dorf, sie hatten es zur Ader gelassen, bis es kaum noch atmete." Dieses Buch hat mich gefangen genommen und ich tue mich schwer es loszulassen. Es sind die Landschaftsbeschreibungen, die Tierwelt, aber ganz besonders die geschichtlichen Hintergründe und die Beschreibung der Menschen, die mich so begeistert haben. Wenn ihr dieses Jahr nur noch ein Buch lesen möchtet und euch die Themen ansprechen, dann lest dieses! Ganz große Leseempfehlung ❤️🩹
27. Apr. 2025
"Unendlich viele Geschichten waren unter dem Moor verborgen, wurden dort konserviert, und ab und an drang eine an die Oberfläche und wurde gehört." Die Geschichte von Gine löst eine Kettenreaktion aus, die noch Jahrzehnte später nachhallt. Es ist das Jahr 1936 und die Kinder die besonders gut in der Schule sind und ein arisches Aussehen haben, erfahren die schreckliche "Ehre" in das Stettiner Haff ins Landjahr geschickt zu werden. 8 Monate müssen sie schwerste Landwirtschaft betreiben. "Sie sollten zu einer Einheit verschmelzen, jegliche Individualität ablegen, ein einziger Mädchenkörper werden, der dem Willen eines einzelnen Mannes gehorchte- dem Adolf Hitlers..." Doch nicht nur dem, denn auch der Landadel nimmt sich einfach den Körper, den er haben möchte. In dem Fall von Gine auch mit verheerenden Folgen für den Täter. Wieder ein Stück furchtbarer Naziherrschaft, die mir neu ist. Gine treffen wir 26 Jahre später nochmal. Das Buch beginnt allerdings im heute. Nina ist Ärztin und völlig ausgebrannt. Sie will ein Sabbatical nehmen, welches ihr aber nicht eingeräumt wird, also kündigt sie kurzerhand, kauft sich einen Hund und nimmt sich eine vierwöchige Auszeit im Stettiner Haff. "Wäre Ayla nicht abgehauen, hätte sie die Knochen niemals gefunden." Und niemals wäre die wahre Geschichte ans Licht gekommen. Die Geschichte von Gine, aber auch die von Sigrun. 1979 ist sie eine junge Mutter und lebt im ländlichen Osten, nahe dem Haff an der Ostsee. Ich habe mir im Vorfeld nie Gedanken darüber gemacht, wie furchtbar es gewesen sein muss, in der ständigen Angst vor der Stasi leben zu müssen. Nicht sagen zu dürfen was man denkt. Vor den Vorgesetzten kuschen und sich möglichst auf keine politischen Diskussionen einlassen. Am besten auch die Punker-Freundin verleugnen. Aber das schafft Sigrun nicht. Die Schwiegermutter und Sigrun können sich nicht ausstehen, auch wenn Sigrun versucht Verständnis für die Frau zu haben, deren Mann ermordet wurde und dessen Familie in der Nachkriegszeit alles verloren hat. "Als die Sowjets abgezogen waren, durften die Bewohner zurück in ihre Häuser, aber nur wenige kamen, es blieb ein totes Dorf, sie hatten es zur Ader gelassen, bis es kaum noch atmete." Dieses Buch hat mich gefangen genommen und ich tue mich schwer es loszulassen. Es sind die Landschaftsbeschreibungen, die Tierwelt, aber ganz besonders die geschichtlichen Hintergründe und die Beschreibung der Menschen, die mich so begeistert haben. Wenn ihr dieses Jahr nur noch ein Buch lesen möchtet und euch die Themen ansprechen, dann lest dieses! Ganz große Leseempfehlung ❤️🩹
27. Apr. 2025






