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Berührend, erweitert den Blick auf das Leben und was Chancen wirklich bedeuten
26. März 2026
Berührend, erweitert den Blick auf das Leben und was Chancen wirklich bedeuten
26. März 2026
Blick ins Buch
»Mochte mein Vater auch manchmal unser letztes Geld in irgendeiner Spelunke versoffen, mochte er auch mehrmals meine Mutter blutig geprügelt haben: Ich wollte immer, dass er bleibt. Aber anders.«
Kaiserslautern in den neunziger Jahren: Christian Baron erzählt die Geschichte seiner Kindheit, seines prügelnden Vaters und seiner depressiven Mutter. Er beschreibt, was es bedeutet, in diesem reichen Land in Armut aufzuwachsen. Wie es sich anfühlt, als kleiner Junge männliche Gewalt zu erfahren. Was es heißt, als Jugendlicher zum Klassenflüchtling zu werden. Was von all den Erinnerungen bleibt. Und wie es ihm gelang, seinen eigenen Weg zu finden.
Mit großer erzählerischer Kraft und Intensität zeigt Christian Baron Menschen in sozialer Schieflage und Perspektivlosigkeit. Ihre Lebensrealität findet in der Politik, in den Medien und in der Literatur kaum Gehör. Ein Mann seiner Klasse erklärt nichts und offenbart doch so vieles von dem, was in unserer Gesellschaft im Argen liegt. Christian Baron zu lesen ist schockierend, bereichernd und wichtig.
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16 Rezensionen
4,3
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26. März 2026
26. März 2026

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Ein Mann seiner Klasse ist die Geschichte von Christian Baron und seiner Familie. Vor allem von seinem alkoholkranken und gewalttätigen Vater. Episodenhaft erzählt er das Aufwachsen in Kaiserslautern in Armut. Ein Alltag, der von Gewalt, Hunger und Alkohol geprägt ist. Das Gefühl eines liebenden Kindes, welches glaubt, nicht gut genug zu sein. Und gleichzeitig ein Gefühl von Liebe, aber falscher und toxischen Liebe zum Vater, welche der Sohn im Alter erkennt und deswegen nicht Abschied von seinem sterbenden Vater nehmen kann. Die ersten Jahre wächst er noch gemeinsam mit Mutter und Vater und seinen Geschwistern auf. Nachdem die Mutter stirbt, nimmt die Tante die Kinder auf und wird vom Jugendamt betreut. Das war eine heftige Geschichte, auch wenn sie sehr nüchtern erzählt wird und dadurch die Gewalt nicht so gewaltvoll zu mir durchdringt, musste ich doch öfter mal innehalten und überlegen, welch Grausamkeit ich da gerade gelesen habe. Und trotzdem bin ich durchgerauscht und hab bemerkt, wie schwer es ist, aus seiner Klasse rauszukommen. Aber auch wie schwer es ist, in seiner Klasse anders zu sein. Wichtiges Buch. S.105 „Geht mal mittags in die Stadt: Die Ausländer kriegen ihren Mercedes , und die Deutschen müssen Bus fahren. War scheiße, was die Nazis damals gemacht haben, aber muss man deswegen jetzt uns unterdrücken?“ S.227 „Bei Tante Juli fehlte es uns an nichts, wir bewohnten sogar ein richtiges Haus, und trotzdem waren wir in einem „sozialen Brennpunkt“ gelandet, einem „sozialen Brennpunkt“ im Herzen der bürgerlichen Idylle. Ihren Protest gegen die Neuankömmlinge hatten die Etablierten verloren, und so blieb ihnen einstweilen nicht anderes übrig, als ihren Sprösslingen das Spielen mit den Schmuddelkindern strengstens zu verbieten.“ S.248 „Dabei fühlte ich mich bei Tante Ella geborgen. Nie sagte sie, ich würde mich für was Besseres halten. Nie behauptete sie, ich sei schulschlau und lebensdumm. Nie machte sie sich darüber lustig, dass ich mich umständlich ausdrücke.“
15. Mai 2025
Ein Mann seiner Klasse ist die Geschichte von Christian Baron und seiner Familie. Vor allem von seinem alkoholkranken und gewalttätigen Vater. Episodenhaft erzählt er das Aufwachsen in Kaiserslautern in Armut. Ein Alltag, der von Gewalt, Hunger und Alkohol geprägt ist. Das Gefühl eines liebenden Kindes, welches glaubt, nicht gut genug zu sein. Und gleichzeitig ein Gefühl von Liebe, aber falscher und toxischen Liebe zum Vater, welche der Sohn im Alter erkennt und deswegen nicht Abschied von seinem sterbenden Vater nehmen kann. Die ersten Jahre wächst er noch gemeinsam mit Mutter und Vater und seinen Geschwistern auf. Nachdem die Mutter stirbt, nimmt die Tante die Kinder auf und wird vom Jugendamt betreut. Das war eine heftige Geschichte, auch wenn sie sehr nüchtern erzählt wird und dadurch die Gewalt nicht so gewaltvoll zu mir durchdringt, musste ich doch öfter mal innehalten und überlegen, welch Grausamkeit ich da gerade gelesen habe. Und trotzdem bin ich durchgerauscht und hab bemerkt, wie schwer es ist, aus seiner Klasse rauszukommen. Aber auch wie schwer es ist, in seiner Klasse anders zu sein. Wichtiges Buch. S.105 „Geht mal mittags in die Stadt: Die Ausländer kriegen ihren Mercedes , und die Deutschen müssen Bus fahren. War scheiße, was die Nazis damals gemacht haben, aber muss man deswegen jetzt uns unterdrücken?“ S.227 „Bei Tante Juli fehlte es uns an nichts, wir bewohnten sogar ein richtiges Haus, und trotzdem waren wir in einem „sozialen Brennpunkt“ gelandet, einem „sozialen Brennpunkt“ im Herzen der bürgerlichen Idylle. Ihren Protest gegen die Neuankömmlinge hatten die Etablierten verloren, und so blieb ihnen einstweilen nicht anderes übrig, als ihren Sprösslingen das Spielen mit den Schmuddelkindern strengstens zu verbieten.“ S.248 „Dabei fühlte ich mich bei Tante Ella geborgen. Nie sagte sie, ich würde mich für was Besseres halten. Nie behauptete sie, ich sei schulschlau und lebensdumm. Nie machte sie sich darüber lustig, dass ich mich umständlich ausdrücke.“
15. Mai 2025

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2. Feb. 2024
2. Feb. 2024
3 von 16 Rezensionen
Autorin / Autor
Christian Baron, geboren 1985 in Kaiserslautern, lebt als freier Autor in Berlin. Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik in Trier arbeitete er mehrere Jahre als Zeitungsredakteur. 2020 erschien sein literarisches Debüt »Ein Mann seiner Klasse«, wofür er den Klaus-Michael-Kühne-Preis und den Literaturpreis »Aufstieg durch Bildung« der noon-Foundation erhielt.
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