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Romane

Ein Geist in der Kehle

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Über das Buch

Eine große Geschichte über eine Frau, die ihre Stimme befreit, indem sie in die Vergangenheit vordringt und die einer anderen findet

Zwei Schriftstellerinnen, Jahrhunderte voneinander getrennt: In ihrem ungewöhnlichen Prosadebüt verbindet Doireann Ní Ghríofa Essay und Autofiktion, um das Innenleben und die tiefe Verbundenheit zwischen zwei schreibenden Frauen aus zwei verschiedenen Epochen zu erkunden. Es ist eine Feier des Lebens, der Liebe und des rechten Umgangs mit Leiden.

Im 18. Jahrhundert trinkt eine irische Adelige, als sie erfährt, dass ihr Mann ermordet wurde, eine Handvoll seines Blutes und verfasst ein außergewöhnliches Gedicht, das zum nationalen Mythos werden wird. In der Gegenwart entgeht eine junge Mutter nur knapp einer Tragödie und stößt auf ein Gedicht, das sie bereits als Schulkind gelesen hat. Besessen von den Parallelen zu ihrem eigenen Leben macht sie sich auf die Suche nach dem verschwiegenen Rest des Geschehens.

Ungekürzte Lesung mit Demet Fey
7h 44min

Editionen (3)

ISBN9783844548693
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum27.03.23

Rezensionen & Bewertungen

111 Bewertungen

30 Rezensionen

3,8

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  • miss_atticos
    miss_atticos

    80 Follower

    4,5

    Doireann Ní Ghríofa hat mit „Ein Geist in der Kehle“ etwas ganz Besonderes zu Papier gebracht. Es ist das Begehren und Sehnen, das Suchen, das sich Wiederfinden in einer anderen Zeit, die Verbundenheit mit einer anderen Schriftstellerin. Als Mutter von vier Kindern unter sechs Jahren verschwindet sie zwischen Listen, Sorgearbeit und ihrem Engagement für andere. Während sie Milch abpumpt, findet sie Ruhe und Zeit für sich. Reist zurück in die Vergangenheit, Jahrhunderte zurück zu Eibhlín, die ihr bereits zu Schulzeiten das erste Mal begegnet ist. Eibhlín trinkt nach der Ermordung ihres Mannes eine Hand voll seines Blutes und verfasst ein kraftvolles und einzigartiges Gedicht - caoineadh airt uí laoghaire. Sie vermischt lyrische, biografische und historische Teile mit mystischer und ursprünglicher Atmosphäre. Anfangs fürchtete ich, sie geht verloren und könnte sich dabei ganz und gar vergessen, sogar aufgeben. Später verändern sich ihre Gedanken und meine Gedanken. Teilweise wird sie eins mit ihr und mir ist nicht mehr klar, ob sie von sich selbst schreibt oder von ihr. Eine Verwandlung. Diese Kraft und diese Magie zieht sich durch alle Seiten hindurch. Das Ende war für mich eine Überraschung und hat mich auf eine bestimme Art fast schon glücklich gestimmt. Ein faszinierendes und einnehmendes Werk! Ich wünschte, ich hätte es langsamer gelesen. Aber alles halb so wild: Ich werde es einfach immer wieder Mal aus dem Regal holen und es wiederentdecken, neue Seiten daran kennenlernen und nochmal diese Intensität auf mich wirken lassen. „Ich hatte mir jeden Sommer einen Rückzugsort im Gras geschaffen, ein Nest, in dem ich nicht gesehen werden konnte. Meine Methode war immer dieselbe: Ich suchte mir mit Bedacht eine Senke, warf mich dann auf die Knie und gab mich dem Land hin. Ich rollte mit aller Kraft herum, Rücken zum Boden, den Bauch zum Himmel, dann den Nabel zur Erde und zurück zur Wolke, warf mich hin und her, bis ich nur noch Himmel und Erde und Erde und Himmel sah.“

    19. Juni 2023

  • milynya
    milynya

    31 Follower

    3,0

    Nicht ganz, was ich erwartet habe, aber mal was anderes

    Der Titel und das Cover hatten mich sofort im Griff, als ich dieses Buch gekauft habe und vermutlich ist das der Grund, dass ich den Klappentext nicht so genau gelesen habe. Dann hätte ichs definitiv gemerkt, dass das für mich eine eher ungewöhnliche Auswahl war xD So hatte ich nur ein wages Bild von der Geschichte zweier Frauen im Kopf, deren Leben sich durch das Gesicht der früher lebenden irgendwie kreuzen und das hat sich fantastisch angehört. Gut, ganz falsch lag ich mit dieser Erwartung nicht, aber ich war doch erstaunt, wie viel es um Schwangerschaft, Muttersein, Carearbeit und Selbstaufgabe ging. Alles sehr wichtige Themen, die zu Unrecht als "Frauenthemen" in "Frauenbücher" verbannt werden, aber als Person, die selbst kein Bedürfnis nach einem Kind hat, war ich gleichermaßen fasziniert wie abgestoßen von dem sicher sehr realistischen Vokabular und der Alltäglichkeit von Muttermilch und der unfreiwilligen Obsession von Hormonen in der Zeit, in der man schwanger oder Mutter ist. Ein spannender Einblick. Aber irgendwie auch sehr heftig. Ich hatte mir ein wenig mehr "Magie" vorgestellt, auch wenn Eibhlín Dubh Ní Chonaills Geschichte es verdient, nicht auch noch in der letzten Lücke zu verschwinden, wie es weibliche Geschichten (und Texte) ja sonst so gerne tun. Der Schreibstil war auch sehr beeindruckend und hat mich manchmal arg mitgenommen. Das Buch verdient auf jeden Fall, dass man sich Zeit dafür nimmt. Für eine andere Person hätte es sicher gut und gerne mehr Sterne geben können und es war eine außergewöhnliche Erfahrung, für mich aber nicht so wirklich Teil meines Geschmacks und selten eine Erfahrung, mit der ich mich identifizieren konnte. (Was man im Prinzip ja auch gar nicht muss, wonach ich aber oft suche.) Würde es aber jederzeit wieder lesen!

    13. Mai 2026

  • schatzsucherin
    schatzsucherin

    320 Follower

    4,5

    „Ich will, dass ihr wisst, sie war ein weibliches Wesen. Ich will, dass ihr wisst, sie war.“ (S.173) „Vielleicht erzittert in der Gegenwart immer auch die Vergangenheit, ob wir es spüren oder nicht.“ (S. 282) Was für ein spannendes und außergewöhnliches Buch. Zwei weibliche Texte aus unterschiedlichen Epochen, die miteinander verwoben werden und dadurch etwas ganz Neues entsteht. Ein sich hinwenden und darauf einlassen, ein versinken in dem Leben einer anderen. Ein Kraftschöpfen aus dieser Auseinandersetzung, ein sich selbst erkennen. So roh und gleichzeitig verspielt, metaphorisch und glasklar formuliert. Ich bin erfüllt von diesem Buch, obwohl ich weiß, dass ich sein Geheimnis noch nicht ansatzweise gelüftet habe. Durch und durch ein Leseschatz.

    30. Juni 2023

3 von 30 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 4913%
milynya
milynya11. Mai 2026

Diese Beschreibung vom Muttersein. Ich finde es beeindruckend, dass es nicht nur als gut gezeigt wird, sondern auch erschreckend wirkt und ein wenig bedrohlich, was die eigene Identität und Bedürfnisse angeht. Ich glaube, das wird sich oft zu wenig getraut.

Seite 10427%

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Autorin / Autor

Über Doireann Ní Ghríofa

Doireann Ní Ghríofa ist eine irische Dichterin und Essayistin. Ihre Themen kreisen um Mutterschaft und Begehren, Tod und Familie, in ihrem Schreiben überbrückt sie die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie ist vielfach preisgekrönt, ihre Werke sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für ihre Texte erhielt sie unter anderem das Lannan Literary Fellowship (USA), den Ostana-Preis (Italien), ein Seamus Heaney Fellowship (Queen's University), den Hartnett Poetry Award und den renommierten Rooney Prize for Irish Literature. Mit »Ein Geist in der Kehle« gelang ihr ein international gefeierter Bestseller und der vielfach beachtete Durchbruch auf literarischer Ebene, sie gewann damit u.a. den An Post Irish Book of The Year Prize.

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