Die Vegetarierin

Die Vegetarierin

Audio-CD
3.53516
KafkaThe VegetarianRobert SeethalterRoman Vegetarierin

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Beschreibung

Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach, sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren, und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes kleine Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gern einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Audio-CD
Seitenzahl
N/A
Preis
18.99 €

Autorenbeschreibung

Han Kang wurde in Gwangju, Südkorea, geboren. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für ihr literarisches Schreiben wurde sie mit dem Yi- Sang-Literaturpreis, den Today’s Young Artist Award und dem Manhae Literaturpreis ausgezeichnet. Derzeit lehrt sie kreatives Schreiben am Kulturinstitut Seoul.

Beiträge

606
Alle
5

Vorab: dieses Buch ist fantastisch! Können aber wir bitte erstmal über dieses geniale Cover sprechen, welches unter Verwendung eines Fotos von Tom Darracott gestaltet wurde. Erst auf den zweiten Blick habe ich die Zunge entdeckt und auf den dritten Blick das Stück Fleisch. Besser hätte man die Wahl für dieses Buch nicht treffen können 👌 Yong-Hye hat einen Traum, danach ist nichts mehr wie es einmal war. Sie kann einfach kein Fleisch mehr essen, ernährt sich ausschließlich vegan. "Es war in dieser Nacht. Da habe ich das erste Mal die Blutlache auf dem Boden der Scheue gesehen und mein Spiegelbild darin." Diese Veränderung missfällt ihrem, mit Minderwertigkeitskomplexen behaftetem, Mann sehr. Was er an Defiziten mitbringt, will er durch patriarchalisches Gebaren ausgleichen. Er will vorschreiben, was sie zu essen hat, wie sie sich schminken soll und das sie gefälligst eine BH tragen muss. Die Story an sich ist den meisten hier wahrscheinlich bekannt. Gegliedert in 3 Teile die eigentlich als drei Novellen geplant waren und einer angedachten vierten aus Sicht des Neffen. So sind es die Blickwinkel von Ehemmann, Schwager und Schwester, mit Traumsequenzen von Hong-Hye. Und diese sind es, die mich besonders begeistern. Unglaublich poetisch und ergreifend! Dieser Schmerz, den es für sie bedeutet, wenn sie an Fleisch denkt und was es mit ihr macht, wenn sie es essen würde. "All die Seelen sind dort eingeklemmt, da bin ich sicher. Blut und Fleisch werden verdaut, die Nährstoffe überall im Körper verteilt. Der Rest wird ausgeschieden. Aber die Seelen klammern sich hartnäckig in meinem Magen fest." Es sind furchtbare Dinge, die Yong-Hye angetan wurden. Schon von Kindheit an sind die nahestehenden Männer übergriffig in körperlicher Gewalt und später auch im sexueller. Sie sprechen von ihr, "als handle es sich um einen kaputten Wecker...". Dieses Buch entwickelt einen unglaublichen Sog und eine Wucht, wie ich es selten gelesen habe. Große Leseempfehlung!

4

Das Buch ist aus 3 Perspektiven und 3 verschiedenen Zeiten geschrieben... Und die erste ist wirklich brutal! Triggerwarnung meinerseits. Ich lese sonst Thriller und so, aber dieses Buch hat mich doch berührt von der Gewaltätigkeit. Einfach, weil es so lebhaft beschrieben wird. Eigentlich hat mich das Buch ganz schön traurig zurückgelassen. Jeder trägt sein Schicksal auf seine Art. Es löst viele Gefühle in einen aus und lässt einen nackt zurück.

3.5

"Sie ist nicht mehr jung und auch nicht sonderlich schön. Aber ihr Nacken beschreibt eine elegante Linie, und sie hat ehrliche Augen. Sie ist geschminkt, aber sehr dezent, und ihre fleckenlose Bluse ist tadellos gebügelt." Der kurze Roman der südkoreanischen Literaturnobelpreis-Trägerin Han Kang ist faszinierend und verstörend zugleich. Bizarr und unerklärlich wird die Geschichte der Frau, die von heute auf morgen zur Vegetarierin wird, aus drei Perspektiven erzählt-aber nie aus ihrer eigenen. Mich hat das Buch in einigen Teilen fasziniert und in anderen Teilen zutiefst abgestoßen. Am Ende kann ich nicht mal wirklich sagen, ob ich es mag oder nicht.

5

Eine Geschichte, die einen sprachlos, etwas verwirrt und mit einem "Wow-Effekt" zurücklässt. Han Kang schreibt sehr klar erklärend, tlw. poetisch und vorstellbar, einfach für mich wunderschön. Sie zeigt tlw. brutal & sehr eindeutig die Probleme der Frauen in der südkoreanischen Gesellschaft, im Patriarchat als Ehefrau und Tochter.

4

Ein Buch über welches ich noch eine Weile nachdenken werde. Nur der Körper ist für alle interessant, der Mensch darin verschwindet deshalb nach und nach und will lieber Teil der Flora werden. Interessantes Spiel mit der Sprache. Die Namen werden je nach Erzählperspektive entweder sehr häufig genannt oder nur mit „die Frau“ oder „der alte Mann“ verallgemeinert.

4.5

"Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie in jeder Hinsicht für völlig unscheinbar. Um ehrlich zu sein, fand ich sie bei unserer ersten Begegnung nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen." "So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten." "Woher kommt es? Alles erscheint mir so fremd. Ich fühle mich wie die andere Seite ein und derselben Sache. Hinter einer Tür ohne Klinke. Oder wird mir erst jetzt bewusst, dass ich dort schon immer war?" "Der lange Sonntag würde bald zu Ende sein und der Montag kommen. Dann würde meine Schwägerin übernehmen, und ich würde nicht länger den Anblick meiner Frau ertragen müssen." Zum Inhalt dieses Werkes muss ich wahrscheinlich nichts mehr sagen, gefühlt bin ich die Letzte, die es gelesen hat. Han Kang schreibt in einer unheimlich bildhaften Sprache, die mich begeistert hat. Dieses Buch löste bei mir eine Lawine an Emotionen aus... Mitgefühl, Entsetzen, Wut, Ekel, Schmerz und Fassungslosigkeit. Die kursiv geschriebenen Traum-Passagen sind extrem brutal und blutig, teilweise abstoßend und dabei trotzdem auch schön durch diese pointierte Sprache. Ein sehr tiefgründiges Buch, das zum Nachdenken anregt und bei mir noch eine ganze Weile nachhallen wird. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung würde ich trotzdem nicht aussprechen, denn das Buch beinhaltet sehr viele Themen und Passagen die triggern können.

5

WTH

Es fällt mir tatsächlich sehr schwer dazu etwas zu schreiben. Die Story hallt definitiv noch eine Weile nach. Gestern habe ich angefangen das Buch zu lesen, und hätte ich nicht schlafen müssen, hätte ich es an einem Tag durchgesuchtet (was bei mir selten vorkommt). Unmöglich es aus der Hand legen zu können. Wie in einem Fiebertraum war ich seltsam fasziniert von den Charakteren, der leisen, aber dennoch lauten Storyline, der Schreibweise der Autorin.... Wahnsinn. Selbst jetzt sitze ich da, schreibe das nieder und kann immer noch nicht richtig fassen, was ich da genau gelesen habe.

WTH
5

Mein Januar Highlight

Vor ab ..Das Buch enthielt soviele Triggerthemen, dem muss man sich im Vorfeld bewusst sein..Magersucht ,Schizophrenie, HäuslicheGewalt etc Fand es aber einfach nur genial geschrieben. Teils habe ich Passagen nochmal als Hörbuch wiederholt ,um die Atmosphäre richtig einzufangen. Es bestand aus 3 Teilen. Aus der Sicht der 1. Vegetarierin u. Ehemann 2.ihrem Schwager 3. Ihrer Schwester. Jeder Teil war anders ...1. Verstörend, teils unangenehm bis wütend machend / 2. Poetisch-erotisierend-skuril bis verstörend / 3. war sehr bewegend und stimmte einen Nachdenklich auf Gesellschaft und Kulturen . Er klärte auf, zeigte neue Sichtweisen zur Person und Familie sowie sehr traurige Schicksale. Man muss sich mit dem Text viel beschäftigen und kann es nicht einfach nur lesen um es wirklich zu verstehen. Fand es faszinierend und abstossend zugleich.

4

Was für ein Buch ..😳🤔📚Wollte es zwischendurch auch mal abbrechen weil es so krass geschrieben ist ..😳🤔📚Ich wüsste nicht ob ich es noch ein zweites Mal lesen würde..😳📚

4.5

Irgendwie kann man das gelesene kaum in Worte fassen. Eine Geschichte über eine Männer dominierende Welt, in der man funktionieren muss und die Konsequenzen, wenn nicht. Über Kindesmisshandlung und deren Folgen. Über Schizophrenie. Aber auch über die Liebe einer Schwester. Sehr guter Schreibstil. Ein Buch, was einen zum Nachdenken anregt.

2.5

"Schließlich wurde von Frauen seit eh und je erwartet, dass sie schwiegen und sich zurückhielten."

------------------------------------------------------- Die Vegetarierin stand schon länger auf meiner Wunschliste, ich bin schon mit einigen Erwartungen in das Buch gegangen. Die Autorin ist schließlich Nobelpreisträgerin. Mir ist bewusst, dass man so ein Werk schlecht mit 'normalen' Romanen vergleichen kann. Trotzdem hinterlässt das Buch bei mir viele große Fragezeichen. Es kommt viel Gewalt vor, viel Misogyny, aber es verbleibt alles so unbewertet. Es fühlt sich sehr danach an, als würde einen die Autorin mit den Grausamkeiten alleine lassen. Vielleicht ist das so gewollt, hinterlässt bei mir trotzdem einen unguten Beigeschmack.

"Schließlich wurde von Frauen seit eh und je erwartet, dass sie schwiegen und sich zurückhielten."
5

Nicht ohne Grund der Literaturnobelpreis 2024

Man erlebt innerhalb des Buches so einige Überraschendes, besondere Sprache und lebendige Figuren, die den Leser in ihrem Verhalten erstaunen. Mein erster Roman von Han Kang und ich verstehe, wieso sie den Literaturnobelpreis gewonnen hat. Unglaublich .Ein außergewöhnliches Buch! Eine klare Empfehlung!

Nicht ohne Grund der Literaturnobelpreis 2024
5

Ich bin sehr verwirrt. Das Buch war auf eine Art verstörend, die ich bei noch keinem Buch empfunden habe. Das ganze Buch über versucht man zu verstehen was da eigentlich abgeht und es gelingt nur selten. Trotzdem hat mir das Buch sehr gefallen und ich habe es gerne gelesen. Die Autorin hat eine außergewöhnliche Erzählweise. Man braucht starke Nerven da die Inhalte zum Teil sehr verstörend, brutal und detailreich sind.

2

Anders ..

Okay, also Die Vegetarierin von Han Kang… puh, das Buch hat mich echt ein bisschen fertig gemacht. Es ist super verstörend, und ich finde, da fehlen definitiv Triggerwarnungen! Die Story ist eigentlich spannend – es geht um eine Frau, die plötzlich Vegetarierin wird, und wie das alles in ihrem Leben eskaliert. Aber ehrlich gesagt, ich konnte den Hype nicht so richtig nachvollziehen. Was ich aber echt interessant fand, waren die verschiedenen Perspektiven, aus denen erzählt wird. Man kriegt ein super vielschichtiges Bild, auch wenn die Hauptfigur selbst fast gar nicht zu Wort kommt. Insgesamt ein krasses Buch, aber nichts, was ich unbedingt noch mal lesen müsste.

3.5

Was hab ich da gerade gelesen? 🤯

Ziemlich verstörendes Buch. Ich kann ehrlich gesagt nicht mal sagen, ob ich das Buch wirklich gut oder schlecht fand, es hat jedenfalls einen bleibenden Eindruck hinterlassen und mich entsetzt. Hier fehlen definitiv Triggerwarnungen...

3.5

Re-Read

Da diesen Monat der Women in Translation Month ist, hatte ich Lust, Die Vegetarierin noch einmal zur Hand zu nehmen. Han Kangs wohl berühmtestes Werk - die Autorin erhielt 2016 den Man Booker International Prize - schlägt in eine ähnliche Kerbe wie einige andere koreanische Autorinnen: provokativ, surreal, mit einer ungewöhnlichen Protagonistin. Mit klaren, prägnanten Worten erzählt Han Kang von Missbrauch, familiären Strukturen, der Rolle der Frau in der asiatischen Kultur und dem Wunsch, der Realität zu entfliehen. Wir erleben Yong-Hye fast ausschließlich durch die Augen anderer. Da ist der Ehemann, der sie nur geheiratet hat, weil sie „durchschnittlich“ ist und ihn weder mit Schönheit noch mit Ambitionen einschüchtert. Da ist der Vater, der sie mit Gewalt dazu zwingen will, Fleisch zu essen, nachdem sie es verweigert. Und da ist ihre Schwester, die verzweifelt versucht, sie zu verstehen. Alles beginnt damit, dass Yong-Hye nach einem verstörenden Traum aufhört, Fleisch und tierische Produkte zu essen - doch diese Weigerung ist mehr als eine Essensentscheidung, sie ist Ausdruck einer tieferen inneren Abkehr. Die männlichen Perspektiven auf die Frauenfiguren sind von Misogynie und starren Rollenbildern geprägt. Im Kern geht es um eine Frau, die einen Weg sucht, allem zu entfliehen - eine, die in der Stille lange ertragen hat und sich durch einen Auslöser Stück für Stück von der Realität löst, um frei zu sein. Es ist ein gutes Buch, doch selbst nach dem zweiten Lesen habe ich das Gefühl, dass es nicht lange in meinem Gedächtnis bleiben wird. Da ich bereits einige Bücher asiatischer Autorinnen gelesen habe, muss ich sagen: Es gibt Werke, die mich nachhaltiger beschäftigen.

3.5

Irritierend, verstörend, düster und bedrückend.

Yong-Hye beschließt sich nach einem verstörend wiederkehrenden Traum ihre Ernährungsweise umzustellen. Von einem Tag auf den anderen verzichtet sie auf Fleisch und entsorgt die Fleischvorräte angewidert im Müll. Zudem zieht sie sich immer mehr zurück, wird immer unscheinbarer obwohl sie sich sowieso schon durch eine absolute Durchschnittlichkeit auszeichnete. Ihr Ehemann, aus dessen Blick wir Yong-Hye im ersten der drei Abschnitte kennen lernen, findet ihr Verhalten Empörung und rücksichtslos. Schließlich muss er sich bei der Verfolgung seiner Karriere darauf verlassen, dass seine treusorgende Ehefrau ihm zu Hause den Rücken frei hält. Eine weitere Perspektive auf Yong-Hye ist die des Schwagers, der sie sexualisiert und ihre psychische Verfasstheit ausnutzt und seine sexuellen Phantasien unter einem Vorwand künstlerischen Schaffens ausleben. Spätestens hier wird deutlich, dass Yong-Hye an einem ernsthaften psychischen Leiden erkrankt ist. Die dritte und letzte Sichtweise ist die der betrogenen Schwester, die sie in eine psychiatrische Klinik einweist. Die Bewertung des Buches fällt mir schwer. Zu viele Botschaften zwischen den Zeilen, die ich nur bedingt erkannt habe. Am besten man macht sich selbst ein Bild.

5

Es ist verstörend, gesellschaftskritisch, schockierend, hypnotisierend, tragisch...

Dieses Buch auf seinen 190 Seiten hat eine Wucht, eine Tragik, so eine Verrücktheit ich weiß es gar nicht in Worte zu fassen. Es steht so viel zwischen den Zeilen, das ich nicht annähernd alles verstanden habe und genau deswegen macht es zu etwas ganz Besonderem. In diesem Buch geht es meiner Meinung nach um Selbstfindung, Scheitern, Begierde, Macht und Obsession, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, um Schwesternschaft und auch Kontrollverlust. Es wird mich definitiv noch eine Weile beschäftigen und ich werde es wieder lesen.

Es ist verstörend, gesellschaftskritisch, schockierend, hypnotisierend, tragisch...
4.5

Die Protagonistin Yong-Hye verweigert sich gesellschaftlichen Normen, indem sie von heute auf morgen aufhört, Fleisch und tierische Produkte zu essen. Ihr Ehemann und ihre ganze Familie sind empört. Nun scheint sie für alle anderen Figuren nur noch in Bezug auf ihren Körper wichtig zu sein. Wie wird dieser Körper ernährt? Wie sieht dieser Körper nackt aus? Wie ist der Sex mit diesem Körper? Wie kann man diesen Körper am Leben erhalten? Wie es der Seele der Frau geht, scheint nachrangig zu sein. Ihre Träume und die Gründe für ihre Veränderung wollen die anderen Figuren nicht hören, nicht nachvollziehen, nicht akzeptieren. Sie wehren die Auseinandersetzung damit ab, indem sie die Frau einfach zwingen wollen, wieder "normal" zu sein. Als dies nicht funktioniert, wird sie als "nicht richtig im Kopf" abgestempelt und von ihrer Familie in die Psychiatrie eingewiesen. Dadurch hat dieser Roman durchgängig etwas Gewaltsames, das das Aushalten der verschiedenen Situationen für mich teilweise schwierig machte. Gleichzeitig hat der Roman aber eine solche Sogwirkung für mich entwickelt, dass ich so schnell wie möglich weiterlesen wollte. Han Kangs Wahl, drei verschiedene Figuren als Erzähler*innen einzusetzen, hat mich absolut überzeugt. Dadurch wird für mich alles noch eindringlicher, weil man das Verhalten gegenüber Yong-Hye nicht auf eine Figur "schieben" und deren Charakter zurechnen kann. Der dritte Teil hält dann noch überraschende Wendungen parat und hat mich einerseits versöhnt und andererseits noch trauriger und ratloser gemacht. Dies ist definitiv ein Werk, das unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt!

2.5

Bitte nur lesen, wenn du dich stabil fühlst. Triggerwarnung: Explizite Beschreibung von Folter und Tötung eines Tieres, Magersucht, Esssucht, psychische Erkrankung, sexuelle Gewalt und Ausbeutung, elterliche Gewalt, psychische und physische Gewalt, Vergewaltigung

„Ich hatte Angst weiterzulesen.“ – Dieses Gefühl beschreibt 'Die Vegetarierin' wohl am treffendsten. Das Buch wird in drei Perspektiven erzählt – jedoch nicht aus der Sicht der Protagonistin Yeong-hye, was ich als grossen Mangel empfand. Zwar kommen in kursiver Schrift ab und zu ihre Gedanken vor, doch ihre Stimme bleibt weitgehend ausgelassen – und das, obwohl sie die zentrale Figur ist. Was folgt, ist ein verstörendes, bizarr anmutendes Leseerlebnis. Han Kang beschreibt patriarchale Strukturen und den Ausbruch einer Frau aus diesen auf sehr drastische Weise. Ob dies wirklich nötig war oder ob man dieselben Themen weniger brutal hätte umsetzen können, frage ich mich bis heute. Vielleicht fehlt mir aber auch der tiefere kulturelle Kontext – koreanische Gebräuche und Normen kenne ich zu wenig. Der Schreibstil – wie bei Han Kang gewohnt – ist fliessend, bildhaft und sehr eindringlich. Gerade das machte es schwer, das Buch wegzulegen, selbst wenn man sich unwohl fühlte. Der erste Teil war besonders intensiv und brutal. Manche Szenen waren schwer zu ertragen – sprachlich jedoch stets stark umgesetzt. Ich persönlich kann 'Die Vegetarierin' nicht weiterempfehlen – ebenso wie 'Unmöglicher Abschied' von derselben Autorin. Zu belastend und für mich in der Aussage zu unklar. Mich wird das Buch noch länger beschäftigen, nicht aber auf einer positiven Art. Idee: 2/5 Schreibstil: 5/5 Cover: 2/5 Spannung: 2/5

3

Ein faszinierendes und zutiefst erschreckendes Buch

Es ist verstörend, erschütternd und traurig. Es hinterlässt bleibenden Eindruck und ein Werk zum nachdenken. Der Roman ist nicht wirklich eine Geschichte über Vegetarismus, sondern vielmehr eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Druck, Geschlechterrollen, Gewalt und dem Streben nach Freiheit.

Ein faszinierendes und zutiefst erschreckendes Buch
4.5

Das Ende war sehr gewöhnungsbedürftig. Die ersten beiden Abschnitte waren jedoch großartig!

Han Kang kommt aus Südkorea und kritisiert in diesem Buch die gesellschaftlichen Verhältnisse hinsichtlich des Umgangs mit Frauen. Wer von dem 4B-Movement gehört hat ist für dieses Buch bestens vorbereitet, die Geschichte selbst geht jedoch noch einen Schritt weiter, denn sie handelt nicht nur von Unterdrückung, sondern auch der Entmündigung der Frau aus gleich mehreren verschiedenen Motiven, aufgeteilt in 3 Kapitel. Ein starkes Werk, teils verstörend, sehr emotional und durchgehend faszinierend beschrieben. Und können wir auch bitte das Cover würdigen? Mir ist erst nach einiger Zeit aufgefallen, dass da nicht nur Blumen zu sehen sind. Noch nie habe ich bewusst zu einem Buch gegriffen, dessen Autor*in mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Ich dachte immer, dass es so hochintellektuell wäre, dass ich da ohnehin aussteigen würde. Aber das stimmte nicht. Ich kann euch nur empfehlen mal einen Ausflug in diese Bücher zu wagen. Gern auch dieses. Es war spannender und leichter zu lesen als gedacht!

Das Ende war sehr gewöhnungsbedürftig. Die ersten beiden Abschnitte waren jedoch großartig!
3

Ich war sehr gespannt auf das Buch und das erste von drei Kapiteln hat mich absolut begeistert, auch wenn der Inhalt teils verstörend war. Aber auf die letzten beiden Kapitel konnte ich mir keinen rechten Reim machen und so blieb ich etwas ratlos zurück. Dennoch ein sehr interessantes Leseerlebnis.

3.5

Dieses Buch lässt mich ratlos zurück

Ich kann gut verstehen, dass das Buch polarisiert. Die einen finden es großartig, die anderen können nicht viel damit anfangen. Ja, die Sprache der Autorin ist klar und ohne irgendwelche Schnörkel. Aber letztlich erfährt man nie den wirklichen Grund, warum die Hauptprotagonistin erst aufhört, Fleisch und tierische Produkte zu essen und später gar nichts mehr zu sich nehmen will. Eine exzessive Phantasie des Schwagers bildet den Mittelteil des Buches. Hier wäre eine Triggerwarnung durchaus angebracht.🫣 Eine Verwandlung der Hauptprotagonistin findet leider nicht statt, auch wenn sie sich einbildet, sich wie ein Baum von Licht und Wasser ernähren zu können und dabei fast zugrunde geht. In diesem Punkt bleibt die Geschichte (leider) offen. Für mich zwar interessant zu lesen, aber unbefriedigend, kein sichtbares Ende - alle Figuren werden einfach hängengelassen, von keiner weiß man, wie es mit ihr weitergeht. Kleiner Fun fact am Rande: ich habe mir das Cover genauer angesehen, es sind Finger, eine Zunge und Fleisch darauf versteckt. Habt Ihr es gefunden?🤔

3.5

Verstörend!

Puh... Das ist ein Buch wo ich noch ziemlich lange nachdenken muss...vielleicht auch, weil ich als Jugendliche selbst von einer Essstörung betroffen war.

5

Ein Buch, das nachwirkt. Verstörende Geschichte zum Thema Freiheit und Selbstbestimmung, vor allem von Frauen.

4.5

Der verstörende Roman von Han Kang wird noch eine ganze Weile in mir nachhallen und nachdenklich stimmen.

3

"Ist es denn verboten zu sterben?"

Man muss sich bei den Werken von Han Kang ja auf Einiges gefasst machen, das wusste ich. Alles, was ich bisher von ihr gelesen oder gehört habe, zeigte eine schonungslose Beschreibung von aussergewöhnlichen, dramatischen und traumatisierenden Schicksalsschlägen. Dies ist hier, bei dem wohl berühmtesten Werk Han Kangs nicht anders, setzt dem aber noch eine Schippe drauf. Die Geschichte beginnt eigentlich recht simple mit der Beschreibung einer eher durchschnittlichen und von ihrem Ehemann als schlicht, unbedeutend und nicht einmal besonders anziehend betitelten Frau. Diese Frau entschliesst sich, da sie unter sehr blutrünstigen Alpträumen leidet, Vegetarierin zu werden. Dies führt zu einer starken Irritation ihres Umfeldes, des Ehemannes und der gesamten Familie. Han Kang nutzt die Situation zu einer Analyse der koreanischen Gesellschaft, einer Kultur so gänzlich anders, als wir es hier in Europa gewohnt sind. Han Kang wendet ihr Talent zum sehr analytisch nüchternen, eher emotionsarmen Beschreiben sehr drastischer Entwicklungen an, Situationen, die oft mit einem Trauma einhergehen oder ein weiteres auslösen. Dies muss die Leser*innen mindestens herausfordern, wahrscheinlich eher überfordern. Was einem hier geboten wird, muss man erst einmal verarbeiten können. In der Mitte des Buches verspürte ich ein derartiges Unverständnis der Autorin gegenüber, dass ich mir vornahm, jetzt endlich durch zu sein mit dieser extremen Schriftstellerin. Wie kann sie die Protagonistin, offenbar aus einem schweren Entwicklungstrauma kommend, in ein Abhängigkeitsverhältnis führen, welches von Übergriff und Manipulation geprägt ist und dies minuziös und detailverliebt, aber immer nüchtern ganz nah dran beschreiben? Eine Faszination besteht wohl darin, dass, obwohl Han Kang so wenig Emotionen direkt benennt oder anwendet, doch eine Fülle davon bei den Leser*innen auszulösen kann. Zwischen den Zeilen kann man so viele Gefühle herauslösen, jedoch weitestgehend nicht die angenehmsten. Ich empfand Unverständnis, Ekel, starkes Unbehagen und sogar Hass. Angenehme Gefühle verspürte ich zu keiner Zeit während der Lektüre. Ein Buch, welches handwerklich sicher sehr gekonnt verfasst wurde, von der Thematik her aber für mich too much. Ich bin kein Freund von Triggerwarnungen in der Literatur, hier wäre aber so manche angebracht und ich kenne wenig Menschen, denen ich dieses Buch mit gutem Gewissen empfehlen würde

5

Absolut verstörend, aber wahnsinnig gut Die Nobelpreisträgerin 2024 - Han Kang - verpackt auf gerade Mal 189 Seiten eine sehr intensive, aufwühlende, zugleich groteske Geschichte, die mich so schnell nicht mehr loslassen wird.

5

Die zarte Blume der Menschlichkeit

Ein faszinierendes Werk und ein tiefer Einblick in die Seele der Charaktere. Die wohlbekannten Skurilitäten sind natürlich auch dabei, die Themen sind wieder keine leichte Kost aber doch bin ich froh es gehört zu haben.

2.5

Skurril - unverständlich und dennoch eigenartig

Ich habe mich gefragt, was die Kriterien für einen Nobelpreis in Literatur sind und war erstaunt, weil ich für mich tatsächlich keine Übereinstimmung gefunden habe. Wobei sich in dem Buch natürlich wichtige Themen verstecken. Die waren für mich Gewalt in der Familie, Vergewaltigung, Selbstbestimmung, Magersucht, Unterdrückung, Suizid und nicht gesehen werden, Hilflosigkeit. Jedoch verstecken diese sich gut und sind nicht konkret herausgearbeitet. Ich denke, dass durch die Übersetzung einiges verloren geht und es für das Verständnis des Buches ein Hintergrundwissen der Kultur und der Stellung der Frau dort bedarf. Das habe ich leider nicht und deswegen bin ich erstaunt über die schroffen, direkten Worte, die sehr unsympathischen Protagonisten und wo der Sinn des vegetarisch werdens steckt. Auf alle Fälle ein Wagnis dieses Buch zu lesen und viele Fragezeichen ❓ zu behalten, obwohl die Story bereits beendet ist.

3

Das Buch ist in drei Teilgeschichten aufgeteilt, die aber alle auf einander aufbauen und die Geschichte einer Familie betreffen. Yong-Hye ("die Vegetarierin") spielt in allen Geschichten die zentrale Rolle. Die erste Geschichte ist aus Sicht ihres Mannes geschrieben und beschreibt ihre plötzliche, radikale Abkehr von allen tierischen Produkten. In dieser Geschichte kommen sehr gut die starren patriarchalen Strukturen in Südkorea zum Vorschein, die in ihrem Ehemann gleich das Opfer ausmachen, der unter dieser Laune seiner Ehefrau zu leiden hat. Die zweite Geschichte ist aus Sicht ihres Schwagers erzählt, der auch auf Yong-Hye fixiert hat und auch letztendlich nur seinen eigenen Vorteil im Blick hat. Zuletzt ist es die Geschichte aus Sicht ihrer Schwester, die einiges aus der Vergangenheit erklärt und deutlich macht, welche Dinge in der Vergangenheit erlitten worden sind und nun, da nicht verarbeitet, in der Gegenwart zum Ausbruch kommen. Es ist definitiv ein starkes Buch das Gewalt und Trauma beinhaltet. Es zieht den Leser in seinen Sog, doch ich muss gestehen, dass es mich, als die Geschichte immer wirrer wurde, auch irgendwann verloren hat.

4

Das… äh… ich… ach, ich weiß auch nicht. 🫣

Äh, ja. Da will ich mal intellektuell wirken und keinen Fairy Smut lesen und denke, ich wage mich mal an ein Nobelpreis-Gewinner-Buch. I mean, der Klappentext klingt lustig? Zumindest war nicht so, wie der Rest des Buches. Das war… anders. Aber okay, vielleicht war ich einfach doch nicht intellektuell genug. Ich habe mir schon einige Gehirnzellen wegfrittiert, als ich meine Haare blondiert habe. Und jetzt sitze ich hier, doof, verstört und mit einem Ende, das mir jetzt so quasi gar nichts sagt. Ha. 🥲 Apropos, verstört: Ich bin grad wirklich verstört. Also wirklich. Aber wer braucht schon Triggerwarnungen, wenn man einen Nobelpreis hat? Aber die Story war gut zu lesen, daher 4 Sterne. Aber what the actual f⭐️?

Das… äh… ich… ach, ich weiß auch nicht. 🫣
5

Ein Buch das viele Fragen aufwirft die noch lange nachhallen. Ist die Hauptfigur eine willensstarke Frau oder leidet sie an einer psychischen Erkrankung? Wie soll man ihr Verhalten beurteilen? Han Kang zeigt wie es ist, wenn das Umfeld nicht mit Änderungen im Verhalten umgehen kann. Und was ruft diese Verhalten bei dem sozialen Umfeld hervor? Zurecht sind die Romane von Han Kang so gefeiert.

4.5

🌳 | Erschütternde Realität

⠀ Dieses Buch ist ganz und gar keine leichte Kost und bezieht sich auf eine erschreckende Realität, die die Gesellschaft immer noch ignoriert. In »Die Vegetarierin« von Han Kang geht es um mehr als nur der Wandel zum Vegetarismus. Dieses Buch thematisiert psychische Krankheiten und wie Angehörige die Augen davor verschließen. Die Geschichte wurde in drei Parts aufgeteilt und dreht sich im Gesamten um eine Person, jedoch aus drei verschiedenen Perspektiven. Ich fand es teilweise schwer dieses Buch zu lesen, da es mehr um den Beginn einer Magersucht ging als um das vegatarische Dasein. In diesem Buch leidet nicht nur die Hauptprotagonistin sondern auch die anderen Personen die wir verfolgen. Han Kang zeigt auf wie schwerwiegend psychische Krankheiten sein können und wie schnell es doch passiert, stille Warnsignale der Person zu ignorieren. Han Kang hat einen sehr detaillierten aber einfachen Schreibstil. Teilweise hatte er auch etwas Künstlerisches. Ich konnte mich gut in der Geschichte verlieren und fand es einfach die Handlungen zu verfolgen. Ingesamt fand ich die Geschichte sehr gut aufgebaut. Eine Frau, die keine Unterstützung in ihrem Leben bekommt sei es von ihrer Familie oder ihren Ehemann, fand ich schwer zu verfolgen. Ebenso zeigt die Geschichte die Schattenseiten der Gesellschaft in Südkorea und gibt Einblicke in die Familiendynamik. Große Empfehlung. ⠀

🌳 |  Erschütternde Realität
4

Als Ersatz für tierisches Fleisch hätte Yong-Hye die Männer ihrer Familie essen sollen.

Die Vegetarierin ist ein Roman bestehend aus drei zusammenhängend Novellen. Lesenswert, aber gewöhnungsbedürftig. Sicherlich nicht für jedermann, aber mir hat‘s gut gefallen! Hat mich ein bisschen zum Nachdenken angeregt wie anstoßend Vegetarismus und das tragen keines BH dargestellt wird und wie ähnlich meine Erfahrungen damit sind.

3.5

Eine feministische Horrorgeschichte

Yeong-hye ist eine gewöhnliche, schweigsame, scheinbar schwache und persönlichkeitslose Frau, die scheinbar einem völlig gewöhnlichen, sogar leicht unangenehmen Ehemann unterwürfig ist, der sie gerade deshalb zur Frau gewählt hat, weil er sich ihr überlegen fühlt. Eines Tages jedoch erwacht die junge Frau aus einem Traum und beschließt, Vegetarierin zu werden. Der erste Teil des Romans, der seine ursprüngliche Struktur aus drei voneinander abhängigen Geschichten beibehält, wird aus der Sicht des Ehemanns erzählt. Der zweite Teil basiert auf der Sicht des Schwagers. Der dritte und letzte Teil wird aus der Sicht der Schwester erzählt. Hier liegt der Schlüssel zur Erzählung, wenn die Schwester über ihre Kindheit nachdenkt, über den Missbrauch, den sie durch ihre Familie erlitten hat, und über ihre jeweiligen Reaktionen darauf, und erkennt, dass die Machtverhältnisse nie so waren, wie sie dachte, und dass der Kampf um die eigenen Träume zwangsläufig über den Körper gehen muss.

1

Noch nie fühlte sich ein Buch so leer an. Verwirrend, mutig, aber schwer zugänglich.

*Ärztlicher Bericht – Fall Yeong-Hye* Patientin: Yeong-Hye, weiblich, ehemals Hausfrau, 30er. Diagnose: Akuter psychischer Zerfall infolge einer ungewöhnlichen Ernährungsentscheidung und unerklärlicher Träume. Anamnese: Die Patientin gab an, keinen Fleischkonsum mehr zu tolerieren. Begründung: „Ich hatte einen Traum.“ Dieser Entschluss löste tiefgreifende Konflikte innerhalb ihres sozialen Umfelds aus. Ihr Verhalten eskalierte: Entblößungen, Ablehnung von Nahrung und der Wunsch, sich in eine Pflanze zu verwandeln. Befund: Das Werk, bestehend aus drei Erzählperspektiven, beschreibt den Zerfall der Patientin durch die Augen anderer, während ihre eigene Stimme verstummt. Leider bleiben die Hintergründe ihrer Träume und ihres Verhaltens unklar und der Kern der Aussage leer. So viel inhaltliche Leere kam mir noch nie vor. Behandlung: Keine klaren Ansätze möglich, da weder Sinn noch Ziel der Handlung eindeutig erkennbar sind. Vielleicht hätte eine tiefere Kenntnis der Kultur einen mögliche Behandlung erleichtert. Prognose: Für manche mag der Fall faszinierend sein. Im aktuellen Status bleibt es mir persönlich jedoch fremd und verwirrend. Empfehlung: Ratlosigkeit. "Ist das Kunst, oder kann das weg?"

5

Was für ein intensives Leseerlebnis 😍👌🏼

Es ist mein erstes Buch einer südkoreanischen Schriftstellerin, welche auch noch 2024 den Literaturnobelpreis gewonnen hat für ihre ,,intensive poetische Prosa, die sich mit historischen Traumata auseinandersetzt und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens offenlegt''. Die Vegetarierin hat gerade mal 190 Seiten, in die man von Anfang an sofort in den Bann der Geschichte hineingezogen wird. Es liest sich teilweise wie ein Fiebertraum, was es vielleicht auch sein soll und bis zum Ende wird dem Lesenden nicht klar, ob die Geschehnisse passiert sind oder erfunden. Die Art und Weise des Schreibstils (trotz Übersetzung) fand ich grandios. Der Stil ist geprägt von einer Einfachheit die gleichzeitig gepaart ist mit einer künstlerischen Ausdrucksweise. Es hatte mich teilweise an Goethes ,,Faust'' erinnert. Es beginnt damit, dass die Protagonistin Young-Hye kein Fleisch mehr essen möchte, aufgrund eines Traums. Wie die weitere Geschichte ihren Lauf nimmt, mit vielen Absurditäten und Gewaltdarstellungen, psychischen Erkrankungen, dem Sinn des Lebens und wie die Protagonisten ihre Rollen in Beziehungen finden oder mit ihnen brechen. Für mich war es ein interessantes, mal vollkommen anderes, aber dennoch sehr beeindruckendes Leseerlebnis und es wird definitiv nicht das letzte Buch der Autorin für mich sein! Kleiner Tipp: die meisten Bücher der Autorin - sowie das oben rezensierte Exemplar - sind momentan auf Kindle Unlimited verfügbar!

Was für ein intensives Leseerlebnis 😍👌🏼
2.5

Ich habe das Buch von einer Freundin ausgeliehen bekommen, die so gar nichts damit anfangen konnte und ich kann sie verstehen. Es ist zwar sehr gut geschrieben, man fühlt sich direkt mitten in der Szene drin, jedoch ist mir der Akt der Revolte gegen die Gesellschaft zu selbstzerstörerisch. Der Titel irreführend. Manche Szenen zu krass. Denn es geht ja nicht um eine Vegetarierin sondern um eine Veganerin , die nach und nach psychisch krank sowie magersüchtig wird und den Ausweg aus der Gesellschaft nur im Tod sieht. Was soll uns das Buch sagen? Ich weiß es nicht. Auch den Schluß fand ich befremdlich. Daher kann ich meiner Freundin nur zustimmen und sagen: nicht mein Ding!

4

Leise und doch laut, verstörend und fesselnd

Es fällt mir sehr schwer, für dieses Buch eine Rezension zu verfassen. Trotz der überschaubaren Seitenanzahl war es eine spezielle und intensive Lektüre, die einen auch nach Ende der Geschichte nicht so richtig loslassen mag. Die Autorin stammt aus Südkorea (ebenfalls Handlungsort der Geschichte) und hat erst in diesem Jahr den Nobelpreis für Literatur erhalten. Ich verstehe, warum. In „Die Vegetarierin“ geht es um eine Frau, die von heute auf morgen beschließt, kein Fleisch mehr zu essen, und was dies für Auswirkungen auf sie und auf ihr Umfeld hat. Man merkt, dass in der asiatischen Kultur der gesellschaftliche Status und das Ansehen sehr wichtige Aspekte sind, denn der plötzliche Wandel der Frau hat negative Konsequenzen. Erzählt wird die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven - es wird allerdings nie aus Sicht der Vegetarierin erzählt, sondern es erzählen immer andere über sie. Es gibt zwei männliche Perspektiven (Mann und Schwager) und eine weibliche (die Schwester). Im Laufe der Geschichte wird es immer wilder und grotesker und insbesondere die letzte Perspektive der Schwester war sehr verwirrend. Ich verstehe aber, dass dies ein Stilmittel ist, um Themen wie Verfall, Selbstverzehr, Verzweiflung und den geistigen Zustand der Vegetarierin zu unterstreichen. Das Buch beleuchtet darüber hinaus Themen wie Gewalt, Unterdrückung, Begierde, Scham, Schuld, Selbstaufgabe und bricht gesellschaftliche Normvorstellungen sowie patriarchale Strukturen auf. Ich fand es sehr lesenswert, auch wenn es an einigen Stellen kafkaesk anmutete und mich an „Die Verwandlung“ erinnerte. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und liefert gleichzeitig eindrückliche und schonungslose Bilder, die nachhallen.

4

Dieses Zitat blieb mir besonders in Erinnerung: „ Noch einmal betrachtete sie die Dinge, die um sie herum standen. Sie gehörten ihr nicht. Ebenso wenig wie das Leben, das sie führte. „ So fühlt sich das ganze Buch für mich an. Als wäre Yong-Hye in einem Leben gefangen, dass sie freiwillig nie gewählt hätte. Und um sich dagegen aufzulehnen, wird sie von einen Tag auf den Nächsten, nach einem verstörenden Traum, zur Vegetarierin. Aber damit endet ihre Wandlung nicht und wird mit der Zeit immer seltsamer. Manchmal habe ich mir gedacht „WTF, habe ich denn da gerade gelesen“. Aber irgendwie hat mich die Sprache und die Bildhaftigkeit auch gefesselt. Es war kein leichtes Buch, aber eines über das ich noch lange nachdenken musste.

4.5

Alles beginnt mit einem Traum.

Ich würde behaupten, jeder kennt es: Man erwacht aus einem Traum und spürt es. Etwas ist anders – man kann diesen Traum, dieses Gefühl nicht ignorieren. Man deutet und schließt, und es lässt einen nicht los. Als leibliche Anrufung wirft der Traum uns ein teilweise undeutbares Seil unserer tiefen Vorstellungen, Wünsche oder Erinnerungen zu. So beginnt auch die Geschichte von Yong-Hye, woraufhin sie Vegetarierin wird. In drei Akten nähert man sich ihrer Geschichte an – aus der Perspektive ihres Mannes, ihres Schwagers und ihrer Schwester. Die radikal geschriebenen Charaktere decken eine Gesellschaftskritik auf, die Normierung und Entfremdung als Status quo entwirft und einfriert. Das Auseinanderdriften von gespürtem Leib – dem Leid, der Kreativität – und dem normierten, disziplinierten Körper, der immer wieder Aushandlung sozialer Interaktionen wird: mal direkt in Ansprachen, aber oft auch latent im Handeln verwoben. Insgesamt wird hier zwischen Vorstellung, Fantasie, Wahn und Anpassung mit gesicherten Routinen und Abläufen eine Positionierung von den Charakteren abverlangt. Selten hat ein Roman mich so hin- und hergerissen. Ob es wirklich nötig war, eine so radikale Perspektive einzunehmen? Einerseits werden latente Muster offensichtlich entlarvt und die Leserschaft emotional gepackt. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass Dialoge sich so auch verhärten können und die Zielgruppe sehr eng bleibt – und letztlich die Personen erreicht, die die Welt ohnehin bereits dahingehend befragen.

3.5

Skurril 〰️ Verstörend 〰️ Provokant

Sollte wohl eher „Die Veganerin“ heißen 🤔 „Die Vegetarierin ist eine kafkaeske Geschichte in drei Akten über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie unsere zum Scheitern verurteilten Versuche, den Anderen zu verstehen, der ja doch, wie man selbst, Gefangener im eigenen Leib ist.“ Ein verrücktes und gesellschaftskritisches Buch mit viel Interpretationsfreiheit, Leseempfehlung !? Ich muss es erstmal sacken lassen … 🌺

3

Merkwürdig

Dafür, dass das Buch auch ziemlich gehypett wurde, konnte ich ihm nicht viel abgewinnen. Ich fand es eher verwirrend und bin nicht wirklich schlau draus geworden. Die Umstände, in denen die Protagonistin lebt, wie ihr Mann und ihre Familie sie behandeln sind schlimm. Trotz, dass ich Mitleid für sie empfunden habe, wurde ich mit der Protagonistin nicht wirklich warm, wodurch mich die Geschichte nicht allzu sehr berührt und auch nicht wirklich in ihren Bann ziehen konnte.

5

5/5 Sterne Highlight Ich habe so viele Gedanken zu diesem Buch, dass ich das vermutlich nicht so richtig in Worte fassen kann. 🫠 Ich war mal gar nicht vorbereitet auf das, was ich hier gelesen habe. Es war eine intensive Geschichte, in der ich viel Wut und Schmerz gefühlt habe. Und der verzweifelte Wunsch nach...ja was eigentlich? Nach so vielem... Yong-Hye beschließt Vegetarierin zu werden. Dieser Fakt ist aber eigentlich nur das kleinste Rädchen in dieser Story und spielt an und für sich überhaupt keine wirkliche Rolle. Was haben mich ein paar Personen wütend gemacht. Der Ehemann beschreibt in einem Satz, er empfinde nur noch Abscheu, wenn er seine Frau ansieht. Die gleiche Abscheu wurde bei mir mit jeder Seite größer. Aber nicht ihr gegenüber, das kann ich euch sagen. 😬 Der erste und dritte Abschnitt waren für mich am schwersten zu lesen und der zweite war am verwirrendsten, auch was meine Emotionen gegenüber der Situation anging. Yong-Hye ist in dieser Geschichte die Hauptfigur, die ganz plötzlich zu einem Problem wird, die krank wird, jemand mit der etwas nicht stimmt. Aber eigentlich ist sie es nicht...nicht sie ist es, mit der etwas nicht stimmt und sie ist traurigerweise nicht mal die Hauptfigur in ihrer eigenen Geschichte. Ein völlig bedrückendes Highlight für mich.

5

Mein zweites Buch welches ich von Han Kang gelesen habe und mir hat es mindestens so gut gefallen wie das erste. Ich liebe die Stimmung, den Stil und wie sie es schafft so einfühlsam zu schreiben, ohne das es kitschig oder übertrieben sentimental ist. Ein weiteres Mal sehe ich mich gezwungen zu sagen, dass sie den Nobelpreis verdient hat und dass ich mich jetzt schon freue noch ein Buch von ihr zu lesen.

4

"... sie gehörten ihr nicht. Ebenso wenig wie das Leben, das sie führte." "Dein Körper ist das Einzige, [...] mit dem du machen kannst, was du willst. Aber sogar daran wirst du gehindert."

Anders als Han Kang bin ich nicht so gut mit Worten. Ich möchte allerdings darauf eingehen, dass einige das Buch als sehr verwirrend beschreiben und, dass am Ende wohl Fragen offen blieben. Zu letzterem: Mir blieben am Ende keine Fragen offen. Zu ersterem: Han Kang kommt mit der ersten Perspektive direkt mit der Tür ins Haus: Die Sicht eines Mannes auf eine Frau und deren Wert und "Nutzen". Später gibt es weitere Perspektiven und Situationen, die deutlich machen, woher der Wind weht. Die Traumsequenzen, die in Kommentaren zum Buch häufig angesprochen werden, nehmen dabei allerdings gar nicht so großen Raum ein. Der Rest ist eine Beschreibung aus Sicht Dritter - das macht es für mich eben so interessant. Es geht um Begehren und Selbstbestimmung und auch um Gewalt (an Frauen), Macht und Machtmissbrauch. Wer mit Traumathemen nicht gut umgehen kann, sollte einen Bogen um das Buch machen. Das Hörbuch war sehr gut eingesprochen und hat sicherlich zum besseren Verständnis und Spannungsbogen beigetragen. Ergänzung: Das Buch spielt in Südkorea, gesellschaftlich nicht vergleichbar mit Deutschland. Auch dürfte durch die Übersetzung sicherlich die ein oder andere Bedeutung verloren gegangen sein.

4

Den ersten Teil fand ich noch eher schwach. Die erzählperspektive ergibt da für mich auch wenig Sinn. Inhaltlich war mir die Gesellschaftszeichnung auch zu platt. Im zweiten und dritten Teil ergeben sich aber ganz neue, teilweise grandiose Stellen und Perspektiven. Schwebend, mysteriös.

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