Blick ins Buch

Fantasy

Iron Widow - Seele in Ketten

3,8(129)
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Über das Buch

Sie beherrscht das Reich, doch ihre Seele liegt in Ketten … Der neue Bestseller des kanadischen TikTok-Stars.

Zetian hat ihr Ziel erreicht und ist die erste Herrscherin des Reiches. Endlich kann sie die Gesellschaft, die Frauen so sehr verachtet, zum Besseren verändern. Aber gelingt ihr das als gerechte und weise Regentin? Oder muss sie ihren Willen mit Gewalt und Furcht durchsetzen? Doch der Kampf gegen jene Männer, die das Patriarchat um jeden Preis beibehalten wollen, ist nicht Zetians größtes Problem. Die Götter selbst greifen ein und halten ihren geliebten Li Shimin als Geisel. Wird es den himmlischen Tyrannen gelingen, Zetians Seele in Ketten zu legen?

Ungekürzte Lesung mit Julia Preuß
22h 18min

Editionen (2)

ISBN9783837165739
VerlagRandom House Audio
Erscheinungsdatum23.04.25

Rezensionen & Bewertungen

129 Bewertungen

29 Rezensionen

3,8

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  • scolardy
    scolardy

    674 Follower

    4,0

    „Seele in Ketten“ von Xiran Jay Zhao ist der zweite Band der „Iron Widow“-Trilogie. Science-Fiction trifft auf Fantasy oder auch „Pacific Rim“ trifft auf chinesische Mythologie. Wir starten mit einem Prolog aus Sicht von Qin Sheng, der uns einen Einblick in seine Vergangenheit im Schnelldurchlauf ermöglicht. Abgesehen davon und dem Epilog übernimmt dann aber wieder Wu Zetian als Erzähler. Es ist ein bisschen Schade, dass wir nicht mehr Kapitel aus Qin Shengs Sicht erhalten haben, aber dann hätte sein Charakter vermutlich nicht so polarisieren können. Falls Ihr Euch jetzt fragt, wer Quin Sheng ist und was aus Li Shimin und Yizhi geworden ist, dann ist das sehr berechtigt. Das habe ich mich nämlich auch beim Lesen lange Zeit gefragt. Ich hätte zwar sehr viel zu den drei Herren zu sagen, möchte Euch aber nichts vorwegnehmen. Wu Zetian hat jedenfalls ein sehr interessantes Liebes- und Sexleben. Radikal, wütend und auch ganz schön toxisch – so wie sie selbst eben ist. Die Handlung ist deutlich weniger actionreich als wir es aus „Rache im Herzen“ gewohnt sind. In „Seele in Ketten“ dreht sich alles um Politik. Zetian, das ungebildete Bauernmädchen, hat es mit ihrer Rache weitergetrieben als sie sich selbst je hätte ausmalen können – und ist nun zurecht überfordert. Sie hatte nie vor, so lange zu leben und jetzt soll sie plötzlich die Kaiserin sein? Ja, die Macht ist verlockend, aber selbst sie muss sich irgendwann eingestehen, dass sie keinerlei Qualifikationen aufweist – da kommt es doch recht gelegen, dass Qin Sheng so oder so das Ruder an sich reißt. Er knüpft dort an, wo er vor 221 Jahren aufgehört hatte und startet den idealistischen Arbeiteraufstand, von dem er immer geträumt hat. Dass das ganze in einen heillosen Kommunismus abdriftet konnte doch keiner ahnen…oder? Für Zetian sind all diese Begriffe Fremdwörter, sie hat also viel zu lernen. Stellt Euch dementsprechend auf einige trockene Politikstunden ein. Wie im wahren Leben vertritt jeder Haupt- und Nebencharakter sehr individuelle Ansichten dabei, was zu der ein oder anderen Kontroverse führt. Ich empfand jedes dieser Gespräche als gut und wichtig, aber es war trotzdem zu viel. Hier werden so viele Themen aufgegriffen, die trotz des recht üppigen Seitenumfangs gar nicht die Möglichkeit haben, sich voll zu entfalten. Als Leser kriegt man gar nicht die Zeit, das Gelesene zu verarbeiten und sich eine eigene Meinung zu bilden, bevor das nächste moralische Dilemma aufgeworfen wird. Ich wüsste allerdings auch nicht, was man hätte streichen können, da alles seine Relevanz hat. Das Ende vom Lied: „Seele in Ketten“ ist zuweilen recht schwere Kost und fühlt sich stellenweise mehr nach Arbeit als nach Unterhaltung an. Das ist in sich jedoch nichts Schlechtes, schließlich soll Literatur im Idealfall unseren Geist stimulieren – und Zhao liefert hier so einige Denkanstöße. Ein bisschen mehr Action hätte trotzdem nicht geschadet, dann wäre das Ende vielleicht nicht so übereilt verlaufen. So hat Band 2 zwar ein paar Schwächen, begeistert bin ich trotzdem – 4/5 Sterne .

    8. Sept. 2025

  • east
    east

    827 Follower

    4,0

    „Trau dich, zu glauben, dass die Welt ein besserer Ort sein kann, als sie es bisher ist.“

    Eigentlich hat Wu Zetian es geschafft: Sie hat die Männer, die sie benutzen wollten, nicht nur besiegt, sie ist auch gleich Kaiserin ihres krisengeschüttelten Reiches geworden. Doch der wahre Kampf beginnt gerade erst: Sie muss sich nicht nur gegen einen mörderischen Kaiser wehren, Krieg führen und eine Revolution der Frauen anführen, sie muss sogar gegen etwas kämpfen, das noch nie jemand gesehen hat: Die Götter am Nachthimmel, wer auch immer sie sein mögen… Legt euch nicht mit Wu Zetian an, das überlebt ihr nicht, das war schon im ersten Teil ihrer Geschichte klar. Doch in diesem Buch legt die Autorin noch mal eine Schippe drauf. Moralisch fragwürdig und auch blutig war Zetians Reise der Rache und Revolution schon immer, als Kaiserin nimmt sie diese Aufgabe aber noch mal ernster. Dieser Band ist länger, politischer und deutlich komplexer. Zwischendurch muss eine kommunistische Revolution angeführt werden, dann ist da noch der Krieg gegen die mysteriösen Hunduns, der an Pacific Rim erinnernde Sci-Fi-Anteil der Geschichte. Mit anderen Worten: Es wird wild. Nicht immer an allen Stellen so fesselnd wie Teil eins, es wird weniger gekämpft und Zetian sind weniger Triumphmomente vergönnt. Ständig wird sie benutzt oder herabgewürdigt, muss um jeden Erfolg kämpfen und steht jeden Tag zwischen der Frage nach Moral oder Pflicht. Politisch, feministisch und voller Intrigen ist diese Geschichte, sie stellt die Menschen in ihren schlechtesten Arten dar, aber auch in ihren überraschenden guten. Vor allem aber ist sie eine vernichtende Anklage gegen jedes Patriarchat und voll von kaum verdeckter Gesellschaftskritik. Wäre Marx Feminist gewesen, dann hätte ihm dieses Buch vielleicht gefallen. Wer Lust auf komplexe Fantasy, viele Fragen, ein bisschen Blut und derben Humor und eine extreme Protagonistin hat, der wird sich in Huaxia wohl fühlen, auch wenn an mancher Stelle etwas Geduld gefordert ist – und eine gewisse Frustrationstoleranz, wenn es um Ungerechtigkeit und Sexismus geht. Dennoch bleibt Zetians Geschichte eine vielseitige, unvorhersehbare Reise, auf der nichts unmöglich scheint, denn die Hoffnung für eine bessere Zukunft stirbt erst zuletzt.

    „Trau dich, zu glauben, dass die Welt ein besserer Ort sein kann, als sie es bisher ist.“

    21. Mai 2025

  • andasue
    andasue

    134 Follower

    4,0

    Harte Kost

    Es fällt mir gar nicht leicht, eine Rezension zu diesem zweiten Teil von Iron Widow zu schreiben. Zu sehr habe ich an vielen Stellen mitgelitten und mitgewütet und zu sehr haben sich manche philosophischen und politischen Diskurse in die Länge gezogen. Gleichzeitig bin ich aber fasziniert von der Tiefe eben jener Gedankenexperimente, denn hier wird anders als im ersten Teil nicht nur das Patriarchat hinterfragt, sondern auch das kapitalistische System. Dass es gerade Kaiser Qin ist, der eine Umgestaltung der Gesellschaft mithilfe seiner absoluten Macht erzwingen will, zeigt, wie problematisch das ganze ist: wie soll Freiheit für die Massen erreicht werden, wenn dies durch Zwang, Gewalt und der Unterdrückung Andersdenkender erfolgt? Zum Inhalt: Zetian hat Kaiser Qin aus dem Kälteschlaf erweckt, um in einer spektakulären Racheaktion die alte Regierung zu stürzen. Sie selbst ruft sich zur Kaiserin aus, sieht sich aber sofort an Qin gefesselt, der anders als sie die Zügel der Macht ergreifen kann und ihr anbietet, seine Ehefrau zu werden, statt von ihren Feinden eliminiert zu werden. Um ihr eigenes Leben zu retten, ihre Ziele zur Verbesserung der Situation aller Frauen umsetzen zu können und gemeinsam mit Qin den Versuch zu wagen, die Götter am himmlischen Hof auszulöschen, stimmt sie zu. Sie leidet unter den neuen Fesseln, mit dem sie nun an Qin gebunden ist, es gelingt ihr aber dennoch, viele politische Veränderungen in ihrem Sinne anzustoßen. Wie gesagt, ich musste mich durch kämpfen. Mit Zetian wurde ich noch nie richtig warm, einzig mit dem female Rage konnte ich mich identifizieren. Ich Naivchen habe irgendwie darauf gehofft, dass aus ihr und Quinn, der ja durchaus auch positive Züge hat, ein echtes Team werden könnte. Angesichts der Zwangslage, in der Zetian sich von Anfang an befindet, ein wirklich weltfremder Wunsch. So aber war mir persönlich das Buch zu hart und zäh zu lesen, obwohl mir der Schreibstil durchaus gefallen hat und es mich auch jedes Mal wieder catchen konnte, wenn ich es zur Hand genommen habe. In einem Rutsch konnte ich es eben nicht lesen.

    26. Okt. 2025

3 von 29 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 17122%
meeganeega
meeganeega2. Feb. 2026

Wenn irgendwann mal die Frage aufkommt,wer mich radikalisiert hat, wird die Antwort lauten: Qin Zheng!

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1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Xiran Jay Zhao

Xiran Jay Zhao ist dey Autore des »New York Times«-Platz-1-Bestsellers »Iron Widow«. Deys Bücher waren Finalisten oder Gewinner zahlreicher Preise, darunter die Nebula-, BFSA- und Locus-Awards. Aus einer chinesischen Kleinstadt stammend ist Zhao nach Vancouver, Kanada, eingewandert. Dey hat Biochemie studiert, wandte sich dann aber dem Schreiben von Büchern zu. Man findet Xiran Jay Zhao auf Twitter für Memes, auf Instagram für Cosplays und ausgefallene Outfits, auf TikTok für lustige Kurzvideos und auf YouTube für lange Videos über chinesische Geschichte und Kultur.

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