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Nach den Fähren

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Über das Buch

»Vielleicht morgen, sagt der Hafenwärter. Vielleicht kommen die Fähren morgen wieder.« Auf einer vormals beliebten Urlaubsinsel bleiben mit einem Male die Fähren aus und mit ihnen die Urlauber. Das Leben kommt zum Stillstand, die meisten Bewohner verlassen die Insel, nur ein paar wenige harren aus. Hoffend auf eine Rückkehr der Fähren und isoliert voneinander gehen sie den immergleichen Tätigkeiten nach. Das Leben dieser Übriggebliebenen ändert sich erst, als ein Mädchen namens Ada auf unerklärliche Weise im Sommerpalast erscheint und die Nähe zu dem ehemaligen Hausmeister sucht. Ihre Fragen nach seiner Vergangenheit und nach der der Insel führen zu einem Umbruch, der auch dann nicht mehr aufzuhalten ist, als Ada so plötzlich verschwindet, wie sie aufgetaucht ist. Mehr und mehr verweben sich die Geschichten der Figuren, die beginnen, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen - und mit der Frage, ob eine Rückkehr der Fähren überhaupt wünschenswert ist. Thea Mengelers Roman erzählt von privaten und gesellschaftlichen Machtverhältnissen, vom (Über-)Tourismus und von den Prozessen der Rückeroberung des eigenen Lebens, des eigenen Lebensraumes. In ihrer knappen, aber feinfühligen und präzisen Sprache schildert sie die Geschehnisse auf der Insel und das Innenleben ihrer Figuren, deren Lebensentscheidungen auf dem Prüfstand stehen.

Editionen (3)

ISBN9783835386488
VerlagWallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch
Erscheinungsdatum28.02.24
Seitenzahl175

Rezensionen & Bewertungen

140 Bewertungen

32 Rezensionen

3,9

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  • benjischwenki
    benjischwenki

    905 Follower

    4,0

    Ein sehr besonderes Buch ! Die Langsamkeit des Lebens auf einer Insel, die nur noch von wenigen Menschen bewohnt ist, legt sich über den ganzen Roman. Ich lese eigentlich schnell, aber das funktioniert hier nicht. So viele schöne Sätze muss man mehrmals lesen und überdenken, um sich einzufühlen und ins Nachdenken zu kom men. Man ist in einer anderen Welt und beginnt,über das eigene Leben nachzudenken. Ich finde, es passt sehr gut in diese ruhige Jahreszeit zum Innehalten und das eigene Leben zu reflektieren.

    23. Jan. 2026

  • anni227
    anni227

    49 Follower

    3,0

    Eine Insel ohne Besucher

    Vor langer Zeit schon sind die Fähren ausgeblieben und nur noch einige sind zurück geblieben. Die Doktorin, die Frau des Generals, der Hausmeister, der Barmann, … keiner hat einen wirklichen Namen, nur die kleine Ada, die plötzlich auftaucht und genau plötzlich auch wieder verschwindet. Ein ganz eigener Erzählstil, so was habe ich noch nicht gelesen und bin mir auch unschlüssig, ob es mir gefällt… Ich muss noch über dieses Buch nachdenken

    17. Apr. 2026

  • floetenfisch
    floetenfisch

    75 Follower

    3,5

    Thea Mengeler legt mit „Nach den Fähren“ ein bemerkenswert stilles, zugleich hochpräzises Debüt vor. Der Text bewegt sich in einem Zwischenraum: zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Landschaft und Innenwelt, zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was ungesagt bleibt. Genau in diesem Schwebezustand entfaltet das Buch seine größte Kraft. Mengelers Sprache ist das eigentliche Ereignis des Buches. Reduziert, aber nie karg – jeder Satz wirkt wie sorgfältig geschliffen. Poetisch ohne Pathos – Bilder entstehen beiläufig, fast nebenher. Ruhig, aber nicht sanft – unter der Oberfläche liegt eine beständige Spannung. Die fragmentarische Struktur – kurze Abschnitte, lose Szenen, Erinnerungsfetzen – spiegelt diese Zwischenzustände formal. Das funktioniert hervorragend, verlangt aber eine gewisse Bereitschaft, sich treiben zu lassen. Die Figuren wirken bewusst unscharf, fast wie Schemen im Nebel. Das ist kein Mangel, sondern Programm. Sie sind Träger von Stimmungen, nicht von Handlung. Ihre Beziehungen werden eher angedeutet als erklärt. Die Perspektive bleibt intim, aber distanziert, als würde man durch ein leicht beschlagenes Fenster schauen. Wer klassische Plotentwicklung erwartet, wird hier nicht fündig. Wer jedoch literarische Verdichtung schätzt, wird reich belohnt. Stärken - außergewöhnlich präzise, poetische Sprache - atmosphärische Dichte - kluge, unaufdringliche Symbolik - mutige formale Reduktion Mögliche Schwächen - sehr leise, fast kontemplative Erzählweise - wenig Handlung im traditionellen Sinn - emotional eher kühl, was manche Leserinnen und Leser auf Distanz halten könnte „Nach den Fähren“ ist ein feinsinniges, literarisch anspruchsvolles Debüt, das sich Zeit nimmt und dem Leser ebenfalls Zeit abverlangt. Es ist ein Buch für Menschen, die die Zwischentöne lieben, die in Stille mehr hören als im Lärm und die bereit sind, sich auf eine poetische Erkundung von Übergängen einzulassen.

    21. März 2026

3 von 32 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Thea Mengeler

Thea Mengeler geb. 1988, aufgewachsen in Krefeld, studierte Literarisches Schreiben und Kommunikationsdesign in Hildesheim, Kiel und Istanbul. Sie war Styria Artist in Residence und Writer in Residence im Museumsquartier Wien. Aktuell lebt sie als freiberufliche Autorin und Texterin in Hannover. 2024 veröffentlichte sie ihr Buch »Nach den Fähren«, das im NDR ›Buch des Monats‹ wurde, wenig später wurde es mit dem Preis der Hotlist ausgezeichnet. Außerdem erhielt Thea Mengeler für diesen Roman den Rotahorn-Literaturpreis.

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