Blick ins Buch

Krimis

Was wir verschweigen

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Über das Buch

An einem stürmischen Herbsttag wird ein Mann während eines Besäufnisses mit mehreren Messerstichen ermordet. Ein typisch finnischer Mord - so der lakonische Kommentar der hinzugerufenen Kommissare. Der Fall scheint schnell gelöst: Im nahe gelegenen Wald wird noch am gleichen Abend ein verdächtiger Mann festgenommen. Der Mord entpuppt sich jedoch für einen der Ermittler, für Jari Paloviita, als schwierigster Fall seines Lebens. Der Verdächtigte war in der Jugend sein bester Freund. Und Paloviita schuldet ihm sein Leben ...

Editionen (6)

ISBN9783785783689
VerlagLübbe Audio
Erscheinungsdatum26.11.21

Rezensionen & Bewertungen

129 Bewertungen

32 Rezensionen

3,9

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  • igela
    igela

    152 Follower

    4,0

    Eine Gruppe Randständiger feiert in einem Wochenendhaus. Es geht hoch zu und her und plötzlich ersticht ein Mann einen anderen mit einem Brotmesser. Der Täter flüchtet und wird noch am selben Abend von der Kripo Pori festgenommen. Der Fall scheint gelöst. Doch Kommissar Jori Paloviita ist von der Unschuld des Festgenommenen überzeugt. Er kennt den vermeintlichen Täter nämlich gut, schliesslich war er in der Schule sein bester Freund. Mit ihm ist er durch dick und dünn gegangen und verdankt ihm sein Leben. Dieses Buch ist einer dieser Krimis, in dem der Gedanke aufkommt, dass das Opfer seinen Tod herausgefordert hat. Ja, ein Stück weit verdient hat. Mein Mitleid für den Ermordeten hielt sich in Grenzen, wenn ich ehrlich bin. Regelmässig werden nämlich Kapitel seiner Jugendzeit gewidmet und da geht es rund. Das spätere Opfer war im Jahr 1991 ein Jugendlicher, der mobbt, quält und kriminell ist. Bekommt er nun als Erwachsener die Quittung für sein Verhalten? Ungewöhnlich und spannend ist, dass auch der ermittelnde Kommissar zu Schulzeiten unter ihm gelitten hat. Die Mischung zwischen professioneller Objektivität und Gefühlen wie Abneigung, Wut und nachtragend sein, ist sehr berührend in der Figur Jori Paloviita vereint. Berührend ist auch seine Freundschaft zu einer Schlüsselfigur in der Mordermittlung. Zwei Freunde, die 1991 als 13-Jährige durch dick und dünn gehen, anschliessend aus den Augen verlieren und sich plötzlich zwischen Loyalität und Freundschaft entscheiden müssen. Das ist die starke Seite der Geschichte. Etwas weniger stark und langatmig empfand ich die Einführung in die Figuren. Arttu Tuominen liess sich zu Beginn des Buches viel Zeit damit und es dauert etwas, bis Spannung aufkommt. Dieses Buch ist der erste Fall einer Reihe und im Mittelpunkt steht Jori Paloviita. Seine Kollegen Linda Toivonen und Henrik Oksman werden eingeführt, haben jedoch eher eine Nebenrolle. Die beiden werden in den nächsten Bänden wohl ihre Hauptrolle bekommen und darauf freue ich mich sehr. Auftakt gelungen.

    10. Mai 2026

  • annagrzr
    annagrzr

    261 Follower

    3,0

    Leider wurde wirklich einiges verschwiegen oder nicht erzählt

    Das Buch hatte definitiv Potenzial und die Atmosphäre war typisch skandinavisch-düster. Aber der Einstieg fiel mir schwer und zwischendurch hat es sich dann auch ein bisschen gezogen. Was mich aber am meisten gestört hat, war das Ende. Da blieb einiges offen, es fühlte sich nicht rund an und hat mir das Leseerlebnis leider ein bisschen verdorben. Schade, da wäre mehr drin gewesen. Vor allem für den finnischen Krimi des Jahres 2020.

    Leider wurde wirklich einiges verschwiegen oder nicht erzählt

    9. Juni 2025

  • east
    east

    827 Follower

    3,5

    Von Freundschaft und Schuld

    Auf einem Alkoholikertreffen wird ein Mann erstochen. Der Täter ist bereits in Haft, die Beweislage klar. Doch für den leitenden Komissar Jari Paloviita entwickelt sich der Fall zu einem Albtraum. Denn er kennt den Verdächtigen von früher. Und schuldet ihm sein Leben… Wenn einem schon beim Lesen kalt wird, dann spielt das Buch vermutlich in Skandinavien. Arttu Tuominen nimmt uns im Auftakt der River Delta Reihe mit in die finnische Kleinstadt Pori, schlechtes Wetter und menschliche Abgründe inklusive. Die Geschichte wird aus sehr vielen Perspektiven auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, fordert also viel Aufmerksamkeit. Das Buch verwischt die Genregrenzen zwischen Thriller, Krimi und Roman und verläuft eigenwillig. Der Schreibstil ändert sich zwischen den Zeitebenen, bleibt aber kühl und sachlich, beinahe distanziert. Während des Lesens hat man immer schon eine grobe Ahnung, wohin die Vorgeschichte sich entwickelt, doch beide Zeitebenen werden erst am Ende aufgelöst. Dadurch bleibt die Gegenwart, also die Ermittlung, aber hinter den Erwartungen an einen Krimi zurück. Merke: Nur weil eine Geschichte bei der Polizei spielt, ist sie nicht automatisch ein Krimi. Von Verbrecherjagd gibt es hier jedenfalls wenig zu sehen. Dafür aber allerlei menschliche Abgründe, Gewalt und Trostlosigkeit und dazu messerscharfe Beobachtungen des Autors. Unterm Strich bleibt ein eisiger Thriller voller sehr besonderer Charaktere und ein Paradebeispiel dafür, wie eine Mordermittlung nicht laufen sollte. Und eine gewisse Portion Ekel vor einigen Vertretern der Gattung Homo Sapiens. Neugierig auf die anderen Teile der River Delta Reihe bin ich aber trotzdem - vielleicht gibt es dann ja auch etwas mehr Krimi zusätzlich zu all der Kälte. Bis dahin, ich koche mir jetzt einen Tee. Brrr.

    Von Freundschaft und Schuld

    9. Feb. 2025

3 von 32 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Arttu Tuominen

Arttu Tuominen, geboren 1981, wurde für seinen Kriminalroman Was wir verschweigen in Finnland vielfach ausgezeichnet. Kritiker und Leser waren vor allem begeistert von der Zeichnung der komplexen Charaktere. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Küstenstadt Pori, dem Schauplatz der Krimireihe. Neben dem Schreiben von hervorragenden Kriminalromanen arbeitet er als Ingenieur für Umwelttechnik.

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