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Romane

Der eiserne Gustav

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Über das Buch

Gustav Hackendahl ist mit seinem Droschkenbetrieb ein erfolgreicher Unternehmer und ein despotischer Vater von fünf Kindern. Am 29. Juli 1914, dem Tag des Attentats von Sarajevo, gerät seine Welt aus den Fugen. Sein liebster Sohn plündert die Haushaltskasse, um ein Lotterleben zu finanzieren, die eine Tochter zieht aus, die andere stielt ebenfalls und fällt einem Menschenschinder in die Arme. Währenddessen ist das Automobil unmerklich auf dem Vormarsch und bedroht seine Existenz. Fallada entfaltet am Schicksal einer bürgerlichen Familie das kulturelle und sozialpsychologische Panorama der Vorkriegszeit.

Editionen (14)

ISBN9783752999389
Verlagepubli
Erscheinungsdatum17.09.20
Seitenzahl576

Rezensionen & Bewertungen

10 Bewertungen

2 Rezensionen

4,4

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  • leselicht78
    leselicht78

    201 Follower

    4,5

    Untergang einer Epoche

    Gustav Hackendahl ist ein Überbleibsel aus der Kaiserzeit. Die deutschen, preußischen Tugenden wie Fleiß, Zähigkeit und ein unbeugsamer Wille sind ihm zu eigen. Aber so, wie auch das Kaiserreich vor dem ersten Weltkrieg dem Untergang geweiht ist, ist auch "der eiserne Gustav" ein Auslaufmodell. Seine knallharten wilhelminischen Erziehungsmethoden beugen zwar die Kinder. Geliebt wird er jedoch von ihnen nicht, und sie kommen entweder auf Abwege, fallen im ersten Weltkrieg (Sohn Otto dient auf seinen Wunsch hin) oder verlassen schnellstmöglich das Elternhaus. Gustavs' Zeit ist gekommen. Die Droschkenfahrten werden durch die elektrische Straßenbahn überflüssig, und er gerät in eine Existenz- und Identitätskrise. Ein letztes Mal will er es noch wissen. Mit seiner Kutsche fährt er von Berlin nach Paris und lässt sich als rüstigen 70-Jährigen, der sich nicht unterkriegen lässt, feiern. Er verbindet die feindlichen Länder Deutschland und Frankreich mit seiner Reise, aber auch dieser Freundschaftsdienst ist durch den Versailler Vertrag schnell unterbunden. Sein Triumph hält nicht lange an und er wird von der modernen Zeit abgelöst. Ich liebe Hans Fallada. Seine Themen sind einfach immernoch aktuell. Ersetzen wir die Drosche durch einen Dieselmotor und die Straßenbahn durch ein E-Auto. Nehmen wird Werte und Anstand und ersetzen diese durch TikTok- Videos und die Zerrissenheit, die überall auf der Welt herrscht. Heutzutage wird alles zu Tode diskutiert und jeder hat seine Plattform. Vielfalt ist gut, bietet aber keine Orientierung mehr. Ein eiserner Gustav hätte es heute schwer...oder vielleicht auch gerade nicht.

    18. Nov. 2024

  • saszito
    saszito

    28 Follower

    5,0

    Wie jeder Fallada ein mächtiges, daa Leben wie es ist, abbildendes Werk. Schnörkellos und rotzig, aber daher um so liebevoller. Ein intensives Zeitzeugnis, auch aufgrund der verwirrenden editorialen Geschichte des Buchs.

    28. März 2026

Autorin / Autor

Über Hans Fallada

Hans Fallada, mit bürgerlichem Namen Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen, geboren am 21. Juli 1893 in Greifswald und gestorben am 5. Februar 1947 in Berlin, war ein deutscher Schriftsteller. In der Literatur sind seine Werke zum überwiegenden Teil der Richtung Neue Sachlichkeit zuzurechnen; zu den bekanntesten gehören zeitkritische Romane wie »Kleiner Mann – was nun« (1932) und »Jeder stirbt für sich allein« (1947). Er schrieb zudem Kinderbücher wie »Geschichten aus der Murkelei« (1938) und »Fridolin der freche Dachs« (1944).

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