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Romane

Der eiserne Gustav

4,4(10)
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Über das Buch

Falladas großer Roman, von allen politischen Eingriffen befreit – erstmals mit dem ursprünglichen Schluss. Für die Erstausgabe des »Eisernen Gustav« (1938) war Hans Fallada gezwungen, den Schluss zu ändern. Goebbels ließ den Text wegen »fehlender Propagandawirkung« nicht genehmigen. 1962 rekonstruierte Günter Caspar für den Aufbau Verlag die verschollene Urfassung, die seither als die gültige angesehen wird. Die Fallada-Biographin Jenny Williams kann nun zeigen, dass hier allerdings zahlreiche Passagen vom Originaltext fehlen: Offenbar standen sie den damaligen kulturpolitischen Vorgaben in der DDR entgegen. Jetzt erscheint der Roman endlich so, wie ihn sein Verfasser gewollt hatte. Berlin 1914–1924: Der Betrieb des Droschkenkutschers Gustav Hackendahl kann neben der Automobil-Konkurrenz nicht bestehen. Da setzt er trotzig einen Traum in die Tat um – eine letzte Reise mit der Droschke von Berlin nach Paris. Die Textfassung, die Falladas Original so nahe kommt wie keine bisher publizierte Fassung. Mit einem Nachwort der Fallada-Forscherin Jenny Williams. »Eine notwendige Neuausgabe – von allen Eingriffen befreit (und dadurch rund 30 Seiten länger) und eingehend kommentiert: mit ursprünglichem Schluss und ohne retuschierte Figuren und Zeitbilder.« Klaus Bellin, Neues Deutschland »Ein Zeitpanorama voller interessanter Figuren und Szenen, die man so schnell nicht wieder vergisst.« Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung

Editionen (14)

ISBN9783351037604
VerlagAufbau
Erscheinungsdatum11.10.19
Seitenzahl831

Rezensionen & Bewertungen

10 Bewertungen

2 Rezensionen

4,4

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  • leselicht78
    leselicht78

    201 Follower

    4,5

    Untergang einer Epoche

    Gustav Hackendahl ist ein Überbleibsel aus der Kaiserzeit. Die deutschen, preußischen Tugenden wie Fleiß, Zähigkeit und ein unbeugsamer Wille sind ihm zu eigen. Aber so, wie auch das Kaiserreich vor dem ersten Weltkrieg dem Untergang geweiht ist, ist auch "der eiserne Gustav" ein Auslaufmodell. Seine knallharten wilhelminischen Erziehungsmethoden beugen zwar die Kinder. Geliebt wird er jedoch von ihnen nicht, und sie kommen entweder auf Abwege, fallen im ersten Weltkrieg (Sohn Otto dient auf seinen Wunsch hin) oder verlassen schnellstmöglich das Elternhaus. Gustavs' Zeit ist gekommen. Die Droschkenfahrten werden durch die elektrische Straßenbahn überflüssig, und er gerät in eine Existenz- und Identitätskrise. Ein letztes Mal will er es noch wissen. Mit seiner Kutsche fährt er von Berlin nach Paris und lässt sich als rüstigen 70-Jährigen, der sich nicht unterkriegen lässt, feiern. Er verbindet die feindlichen Länder Deutschland und Frankreich mit seiner Reise, aber auch dieser Freundschaftsdienst ist durch den Versailler Vertrag schnell unterbunden. Sein Triumph hält nicht lange an und er wird von der modernen Zeit abgelöst. Ich liebe Hans Fallada. Seine Themen sind einfach immernoch aktuell. Ersetzen wir die Drosche durch einen Dieselmotor und die Straßenbahn durch ein E-Auto. Nehmen wird Werte und Anstand und ersetzen diese durch TikTok- Videos und die Zerrissenheit, die überall auf der Welt herrscht. Heutzutage wird alles zu Tode diskutiert und jeder hat seine Plattform. Vielfalt ist gut, bietet aber keine Orientierung mehr. Ein eiserner Gustav hätte es heute schwer...oder vielleicht auch gerade nicht.

    18. Nov. 2024

  • saszito
    saszito

    28 Follower

    5,0

    Wie jeder Fallada ein mächtiges, daa Leben wie es ist, abbildendes Werk. Schnörkellos und rotzig, aber daher um so liebevoller. Ein intensives Zeitzeugnis, auch aufgrund der verwirrenden editorialen Geschichte des Buchs.

    28. März 2026

Autorin / Autor

Über Hans Fallada

Rudolf Ditzen alias HANS FALLADA (1893 Greifswald – 1947 Berlin), zwischen 1915 und 1925 Rendant auf Rittergütern, Hofinspektor, Buchhalter, zwischen 1928 und 1931 Adressenschreiber, Annoncensammler, Verlagsangestellter, 1920 Roman-Debüt mit »Der junge Goedeschal«. Der vielfach übersetzte Roman »Kleiner Mann – was nun?« (1932) macht Fallada weltbekannt. Sein letztes Buch, »Jeder stirbt für sich allein« (1947), avancierte rund sechzig Jahre nach Erscheinen zum internationalen Bestseller. Weitere Werke u. a.: »Bauern, Bonzen und Bomben« (1931), »Wer einmal aus dem Blechnapf frißt« (1934), »Wolf unter Wölfen« (1937), »Der eiserne Gustav« (1938).

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