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„Auf der Spur des Bösen“ von Axel Petermann war mein erstes Buch des ehemaligen Fallanalytikers. Petermann schildert reale Fälle aus seiner Arbeit und konzentriert sich dabei vor allem auf die Frage, wie Ermittler versuchen zu verstehen, was passiert ist und wer hinter einer Tat steckt. Die Fälle sind logisch aufgebaut und seine Analysen gut nachvollziehbar. Beim Lesen hatte ich nie das Gefühl, dass etwas künstlich dramatisiert oder unnötig ausgeschmückt wird. Besonders gefallen hat mir der Ton des Buches. Petermann berichtet überwiegend nüchtern und hält bewusst Distanz. Er formuliert häufig vorsichtig („aus seiner Sicht“, „seiner Ansicht nach“) und macht damit deutlich, dass es sich um kriminalistische Einschätzungen handelt. Diese Zurückhaltung empfand ich als sehr angenehm, weil er weder sich selbst in den Mittelpunkt stellt noch versucht, die Fälle emotional auszuschmücken. Der Fokus bleibt klar auf den Taten, den Opfern und der Ermittlungsarbeit. Gerade durch diese Sachlichkeit wirken manche Passagen allerdings sehr plastisch. Die Gewalt wird nicht dramatisiert, aber auch nicht beschönigt – und das kann stellenweise ziemlich brutal wirken. Ich würde daher eher davon abraten, das Buch während des Essens zu lesen. Auffällig war für mich außerdem, dass in den meisten geschilderten Fällen Frauen die Opfer und Männer die Täter waren. Das entspricht zwar leider der statistischen Realität vieler Gewaltverbrechen, macht die Lektüre aber nicht weniger beklemmend. Besonders erschreckend fand ich die Brutalität, mit der einige Täter versuchten, nicht nur das Leben der Frauen zu beenden, sondern teilweise auch ihre Identität auszulöschen. Nachdenklich zurückgelassen hat mich auch die juristische Einordnung einiger Fälle. Obwohl manche Taten geplant wirkten oder sehr rational durchgeführt wurden, endeten die Verurteilungen häufig „nur“ wegen Totschlags und nicht wegen Mordes. Diese Diskrepanz zwischen Tat und rechtlicher Bewertung empfand ich stellenweise als schwer nachvollziehbar. Insgesamt ist das Buch ein sachlich geschriebenes True-Crime-Werk, das einen interessanten Einblick in kriminalistische Analyse gibt. Wer eine nüchterne und respektvolle Darstellung realer Fälle sucht, wird hier eine sehr lesenswerte Lektüre finden.
10. März 2026
„Auf der Spur des Bösen“ von Axel Petermann war mein erstes Buch des ehemaligen Fallanalytikers. Petermann schildert reale Fälle aus seiner Arbeit und konzentriert sich dabei vor allem auf die Frage, wie Ermittler versuchen zu verstehen, was passiert ist und wer hinter einer Tat steckt. Die Fälle sind logisch aufgebaut und seine Analysen gut nachvollziehbar. Beim Lesen hatte ich nie das Gefühl, dass etwas künstlich dramatisiert oder unnötig ausgeschmückt wird. Besonders gefallen hat mir der Ton des Buches. Petermann berichtet überwiegend nüchtern und hält bewusst Distanz. Er formuliert häufig vorsichtig („aus seiner Sicht“, „seiner Ansicht nach“) und macht damit deutlich, dass es sich um kriminalistische Einschätzungen handelt. Diese Zurückhaltung empfand ich als sehr angenehm, weil er weder sich selbst in den Mittelpunkt stellt noch versucht, die Fälle emotional auszuschmücken. Der Fokus bleibt klar auf den Taten, den Opfern und der Ermittlungsarbeit. Gerade durch diese Sachlichkeit wirken manche Passagen allerdings sehr plastisch. Die Gewalt wird nicht dramatisiert, aber auch nicht beschönigt – und das kann stellenweise ziemlich brutal wirken. Ich würde daher eher davon abraten, das Buch während des Essens zu lesen. Auffällig war für mich außerdem, dass in den meisten geschilderten Fällen Frauen die Opfer und Männer die Täter waren. Das entspricht zwar leider der statistischen Realität vieler Gewaltverbrechen, macht die Lektüre aber nicht weniger beklemmend. Besonders erschreckend fand ich die Brutalität, mit der einige Täter versuchten, nicht nur das Leben der Frauen zu beenden, sondern teilweise auch ihre Identität auszulöschen. Nachdenklich zurückgelassen hat mich auch die juristische Einordnung einiger Fälle. Obwohl manche Taten geplant wirkten oder sehr rational durchgeführt wurden, endeten die Verurteilungen häufig „nur“ wegen Totschlags und nicht wegen Mordes. Diese Diskrepanz zwischen Tat und rechtlicher Bewertung empfand ich stellenweise als schwer nachvollziehbar. Insgesamt ist das Buch ein sachlich geschriebenes True-Crime-Werk, das einen interessanten Einblick in kriminalistische Analyse gibt. Wer eine nüchterne und respektvolle Darstellung realer Fälle sucht, wird hier eine sehr lesenswerte Lektüre finden.
10. März 2026






