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Das Urteil

3,4(202)
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Über das Buch

Die Erzählung "Das Urteil" hat den Charakter einer Novelle und handelt von einem Vater-Sohn-Konflikt. Georg Bendemann, Sohn eines Kaufmanns, verlobt und kurz vor der Heirat stehend, korrespondiert brieflich mit seinem - aus seiner Sicht - glücklosen Freund in Petersburg. Um diesen zu schonen, verschweigt Georg in seinen Briefen viel von seinem eigenen erfolgreichen Leben. Doch nach langem Überlegen und eifrigem Zureden von Seiten seiner zukünftigen Frau entschließt er sich, ihm doch von seiner bevorstehenden Hochzeit zu erzählen. Als Georg mit dem Brief zu seinem Vater geht, kommt es zu einem Disput. Während des Streits erfährt der Sohn, dass sein Vater angeblich schon lange mit dem Petersburger Freund in Verbindung stehe und diesen längst über alles unterrichtet habe. Der Vater wirft Georg vor, die Leitung des Geschäftes an sich gerissen und eine nicht ehrenhafte Verlobte gewählt zu haben. Er beendet die Auseinandersetzung mit den Worten: "Ich verurteile dich jetzt zum Tode des Ertrinkens!" Daraufhin läuft der Sohn aus dem Haus, stürzt zum Fluss, schwingt sich über das Geländer, "rief leise: 'Aber liebe Eltern, ich habe euch doch immer geliebt', und ließ sich hinabfallen."

Editionen (40)

ISBN9783745025095
Verlagepubli
Erscheinungsdatum28.09.17
Seitenzahl36

Rezensionen & Bewertungen

202 Bewertungen

25 Rezensionen

3,4

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  • kapitelderzeiten
    kapitelderzeiten

    123 Follower

    Psychologisch tiefes Werk was nachhalt

    🖋️📚Mit Das Urteil habe ich nun bereits das zweite Werk von Franz Kafka gelesen und ich muss wirklich sagen, dass er mir mit jedem Buch ein Stück mehr ans Herz wächst, denn seine Geschichten sind für mich weit mehr als bloße Erzählungen, sondern sie sind literarische Erlebnisse, die sich tief im Kopf festsetzen und einen noch lange nach dem Zuklappen des Buches beschäftigen. 🤯📖 Was mich an Kafka so fasziniert, ist nicht nur seine außergewöhnliche Sprache, die gleichzeitig klar, präzise und doch voller Rätsel ist, sondern vor allem seine Fähigkeit, mit scheinbar ganz einfachen Mitteln eine unglaubliche psychologische Spannung zu erzeugen, die einen von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. ✍️✨ Gerade Das Urteil beweist eindrucksvoll, dass ein Meisterwerk keinen rasanten Spannungsbogen, keine spektakulären Wendungen und keine actiongeladene Handlung braucht, um den Leser vollkommen in seinen Bann zu ziehen, denn hier stehen sich lediglich Vater und Sohn gegenüber, doch hinter diesen beiden Figuren verbirgt sich so viel mehr, als man auf den ersten Blick erkennen kann. 🧠💭 Für mich ist der Vater nicht einfach nur der Vater, sondern er verkörpert Schuld, Gewissen, innere Ängste und vielleicht sogar jene unbarmherzige Instanz, der wir uns selbst immer wieder ausliefern, während der Sohn sich diesem Urteil nahezu willenlos unterwirft, wodurch Kafka eine psychologische Tiefe erschafft, die mich schlicht sprachlos zurückgelassen hat. 😳🖤 Ich finde es einfach unglaublich, wie Franz Kafka mit so wenigen äußerlichen Einflüssen eine derart intensive Atmosphäre entstehen lässt, denn jede Zeile wirkt bedeutungsvoll, jedes Wort scheint seinen festen Platz zu haben und mit jeder Seite beginnt man unweigerlich, nicht nur über die Figuren, sondern auch über sich selbst nachzudenken. 🤔📚 Genau darin liegt für mich auch die große Aussage dieses Werkes, denn Das Urteil zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie mächtig Schuldgefühle, Autorität und das eigene Gewissen sein können und wie sehr sie unser Denken, unser Handeln und letztlich sogar unser gesamtes Leben bestimmen. Diese Erkenntnis ist zeitlos und macht die Erzählung auch heute noch so erschütternd und faszinierend zugleich. 💭⚖️ Nachdem mich bereits **Die Verwandlung so nachhaltig beeindruckt hat, hat Franz Kafka mit Das Urteil nun ein zweites Werk geschaffen, das mich noch lange begleiten wird, weil beide Geschichten zeigen, dass große Literatur nicht laut sein muss, sondern ihre größte Kraft oft in den leisen Momenten entfaltet. ❤️📖 Wer psychologisch tiefgründige Literatur liebt, wer Bücher sucht, die mehr Fragen stellen als Antworten geben, und wer Geschichten schätzt, die noch lange im Kopf nachhallen, der sollte Das Urteil unbedingt lesen, denn Franz Kafka beweist hier auf beeindruckende Weise, warum seine Werke seit Generationen als Meisterwerke gelten. Für mich ist dieses Buch eine absolute Leseempfehlung und ich freue mich schon jetzt darauf, noch viele weitere Werke dieses außergewöhnlichen Autors zu entdecken. 🌟📚❤️

    2 Tage vor

  • tatjanadog
    tatjanadog

    218 Follower

    2,0

    Ich verstehe jetzt, warum Kafka ein nach ihm benanntes Adjektiv hat: kafkaesk.

    So, vier Werke von Kafka und ich steh grad zwischen dem Gefühl eines Fiebertraums oder reinem Amüsement. Insgesamt ist es auch hier, wie eigentlich immer bei klassischen Werken, wichtig, den Autoren oder die Autorin zu mögen wie auch seinen Schreibstil. Oder, wie in Kafkas Fall, seine Art Situationen und die eigentlich wahre Aussage auszudrücken. Da muss ich persönlich einfach sagen, dass es vielleicht etwas zu verschleiert verfasst ist, dass ich es doch verstehen könnte. Bei der einen Geschichte war dieses Empfinden deutlicher und in manche weniger. Ganz meins ist es trotzdem nicht. Ich geb auch etwas noch meine Meinung zu den einzelnen Kurzgeschichten, deshalb beginne ich gleich mit der ersten: „ Gibs auf!“ -> Eine halbe Seite, bei der sich mir der tiefere Sinn nicht entschließt. Ehrlich gesagt, ist die einzige Aussage, dass man aufgeben soll. Warum und weshalb? - keine Ahnung. 🥲 „ In der Strafkolonie“ -> Ich denke, es ist noch die bessere Kurzgeschichte. Ich war ja ein Fan dieser etwas brutalen Foltermaschine ( nicht das ich dieses Justizverfahren befürworte, ich bin halt einfach ein kleiner Thrillerfan 😂). Der Ausgang der Geschichte war aber doch wieder etwas seltsam, aber noch im Rahmen insgesamt. … Nicht so wie bei der nächsten… „Ein Landarzt“ -> Keine Ahnung, wie Kafka auf diese Geschichte kam, aber das kam einem Fiebertraum gleich. Das wurde mir spätestens ab dem Moment bewusst, als zwei Pferde plötzlich ihre Köpfe in die Fenster des Zimmers von dem Kranken steckten. Da hörte es aber noch nicht auf. War schon fast witzig zu lesen, so absurd war das ganze. „Das Urteil“ -> Irgendwie war die Kurzgeschichte wieder etwas bodenständiger. Ich kann mich zwar noch an alle Handlungsschritte erinnern ( schreibe die Rezi viel später), nur kam das alles nicht bei an. Es war so verschleiert. Ich weiß ja nicht.. War aber trotzdem nicht übel. Schließlich kann ich nur sagen, dass ich beim Lesen etwas erheitert wurde, aber nur weil es für meinen Geschmack so „mies“ war, dass es schon wieder Spaß machte. Kafka hatte viel Talent, nur sind seine Werke für mich überhaupt nicht greifbar. Der Interpretationsspielraum ist so groß, dass ich mich trotz Recherche frage, was mit diesen Worten ausgedrückt werden wollte. Es könnte natürlich sein, dass ich nur ganz lange über diese Werke nachdenken müsste, um den tieferen Sinn erkennen zu können, aber diese Zeit will ich mir dann doch auch nicht nehmen. Viel wird vom Inhalt wieder vergessen werden, aber es war teilweise amüsant. Deshalb: 2 Sterne ⭐️⭐️

    Ich verstehe jetzt, warum Kafka ein nach ihm benanntes Adjektiv hat: kafkaesk.

    16. Aug. 2024

  • buechlein90
    buechlein90

    11 Follower

    2,0

    Eigentlich hatte ich ja, in Unkenntnis der Erzählung, mehr ein juristisches Urteil erwartet. Es handelt sich jedoch vielmehr um das Urteil eines Vaters über seinen Sohn und dessen psychischen Auswirkungen auf den Sohn. Dabei driftet die Erzählung, wie wohl für Kafka üblich, immer mehr ins Surreale ab, so dass ich schließlich kaum verstehen konnte, worum es da überhaupt gehen sollte.

    3 Tage vor

3 von 25 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Franz Kafka

Franz Kafka (1883-1924) war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Sein Hauptwerk bilden neben drei Romanfragmenten (Der Process, Das Schloss und Der Verschollene) zahlreiche Erzählungen. Kafkas Werke wurden zum größeren Teil erst nach seinem Tod und gegen seine letztwillige Verfügung von seinem Freund Max Brod veröffentlicht. Kafka verbrachte den Hauptteil seines Lebens in Prag, das bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 zum Vielvölkerstaat der Monarchie Österreich-Ungarn gehörte und nach dem Ersten Weltkrieg Hauptstadt der neu gegründeten Tschechoslowakei wurde. Der Schriftsteller selbst bezeichnete sich in einem Brief als deutschen Muttersprachler.

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