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Sehr humorvoll, aus der Ich-Perspektive erzählt.
》"Wer da?", ruft eine Frauenstimme. Obwohl das dicke Holz das Geräusch dämpft, höre ich ein Zittern in ihrer nasalen Stimme. "Nur ich, Kylar Stern. Ich bin hier, um Euch zu töten. Dauert nur eine Minute."《 Erinnert ihr euch noch an Kylar Stern? Den ehemaligen Gossenjungen? Nun gut, ehe er Assassine wurde, nannte er sich noch Azoth. Na, klingelt da was? Auf jeden Fall bin ich nun nach vielen, vielen Jahren mal wieder in Cenaria gewesen und wer fällt mir da quasi vor die Füße? Richtig. Kylar Stern. Tja, er war ja schon immer ein wenig zynisch, aber nun ist er wahrlich ein Meister des Zynismus. Ich liebe diesen Zynismus ja, allerdings würde ich das niemals laut sagen und schon gar nicht gegenüber Kylar ... nicht, dass sich dieser arrogante Mistkerl darauf noch was einbildet. Ich mag ihn. Aber auch das würde ich ihm gegenüber niemals zugeben. Sein Humor und Sarkasmus sind genauso wie sein Zynismus unwiderstehlich und äußerst unterhaltsam. Weniger unterhaltsam, für manch einen der Anwesenden, ist sein Nachtengel-Dasein. Denn das verpflichtet ihn der Rache und Gerechtigkeit zu dienen und das geht in der Regel höchst unschön und blutig, oft auch äußerst dramatisch - was auch an Kylars losem Mundwerk liegt - vonstatten. Nicht immer wenn er jemandem, sei es Mann oder Frau, tief in die Augen schaut, hegt er ein romantisches Interesse. Nein, dank seines schwarzen Ka'karis reicht ein Blick in die Augen seines Gegenübers und Kylar kennt all seine Verfehlungen. Also nehmt euch in acht. Tja, und hätte Kylar nicht so ein loses Mundwerk und würde dieses nicht ständig ohne nachzudenken benutzen, wäre die Sache mit Logans Söhnen, Vi und der Chantry vielleicht auf eine erfreulichere Art und Weise verlaufen ... Mit "Nachtengel Nemesis" setzt Brent Weeks die Geschichte um den ehemaligen Straßenjungen Azoth, der von dem Assassinen Durzo Blint ausgebildet wurde, fort. Es ist der Auftakt einer neuen Reihe, die am Ende der Schattenreihe wieder ansetzt. Übersetzt wurde dieser erste Band der neuen Reihe aus dem Amerikanischen von Clemens Brunn. Weeks Schreibstil ist gewohnt sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. Man rauscht beim Lesen geradezu so durch die Seiten. Wie auch schon in seiner Lichtbringer-Saga, sind die Dialoge sehr lebendig. Es gibt einen Haufen Leichen auf Kylars Weg, doch hätte die Geschichte für mich insgesamt noch um einiges düsterer sein können. Ich weiß nicht, ob es am Humor lag - den ich hier wirklich sehr gefeiert habe - aber trotz der Leichen und dem vielen Blut, kam bei mir nie so richtig eine düstere Assassinenstimmung auf. Der Humor hat vielleicht etwas abgelenkt und mich einfach ständig in eine fröhliche Stimmung versetzt. Insgesamt war "Nachtengel Nemesis" für mich kein Highlight, aber trotzdem definitiv lesenswert und auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Dem Zynismus und Humor konnte ich hier sehr viel abgewinnen, die Story selbst hätte jedoch noch etwas mehr Kick haben können. Wer aber Lust auf etwas Leichtes für zwischendurch hat, guten Humor und lebendige Dialoge zu schätzen weiß, sollte dem Buch unbedingt eine Chance geben. Vorkenntnisse zur Schatten-Trilogie sind nicht unbedingt notwendig, helfen aber die Charaktere besser kennenzulernen und zu verstehen.

17. Juni 2024
Sehr humorvoll, aus der Ich-Perspektive erzählt.
》"Wer da?", ruft eine Frauenstimme. Obwohl das dicke Holz das Geräusch dämpft, höre ich ein Zittern in ihrer nasalen Stimme. "Nur ich, Kylar Stern. Ich bin hier, um Euch zu töten. Dauert nur eine Minute."《 Erinnert ihr euch noch an Kylar Stern? Den ehemaligen Gossenjungen? Nun gut, ehe er Assassine wurde, nannte er sich noch Azoth. Na, klingelt da was? Auf jeden Fall bin ich nun nach vielen, vielen Jahren mal wieder in Cenaria gewesen und wer fällt mir da quasi vor die Füße? Richtig. Kylar Stern. Tja, er war ja schon immer ein wenig zynisch, aber nun ist er wahrlich ein Meister des Zynismus. Ich liebe diesen Zynismus ja, allerdings würde ich das niemals laut sagen und schon gar nicht gegenüber Kylar ... nicht, dass sich dieser arrogante Mistkerl darauf noch was einbildet. Ich mag ihn. Aber auch das würde ich ihm gegenüber niemals zugeben. Sein Humor und Sarkasmus sind genauso wie sein Zynismus unwiderstehlich und äußerst unterhaltsam. Weniger unterhaltsam, für manch einen der Anwesenden, ist sein Nachtengel-Dasein. Denn das verpflichtet ihn der Rache und Gerechtigkeit zu dienen und das geht in der Regel höchst unschön und blutig, oft auch äußerst dramatisch - was auch an Kylars losem Mundwerk liegt - vonstatten. Nicht immer wenn er jemandem, sei es Mann oder Frau, tief in die Augen schaut, hegt er ein romantisches Interesse. Nein, dank seines schwarzen Ka'karis reicht ein Blick in die Augen seines Gegenübers und Kylar kennt all seine Verfehlungen. Also nehmt euch in acht. Tja, und hätte Kylar nicht so ein loses Mundwerk und würde dieses nicht ständig ohne nachzudenken benutzen, wäre die Sache mit Logans Söhnen, Vi und der Chantry vielleicht auf eine erfreulichere Art und Weise verlaufen ... Mit "Nachtengel Nemesis" setzt Brent Weeks die Geschichte um den ehemaligen Straßenjungen Azoth, der von dem Assassinen Durzo Blint ausgebildet wurde, fort. Es ist der Auftakt einer neuen Reihe, die am Ende der Schattenreihe wieder ansetzt. Übersetzt wurde dieser erste Band der neuen Reihe aus dem Amerikanischen von Clemens Brunn. Weeks Schreibstil ist gewohnt sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. Man rauscht beim Lesen geradezu so durch die Seiten. Wie auch schon in seiner Lichtbringer-Saga, sind die Dialoge sehr lebendig. Es gibt einen Haufen Leichen auf Kylars Weg, doch hätte die Geschichte für mich insgesamt noch um einiges düsterer sein können. Ich weiß nicht, ob es am Humor lag - den ich hier wirklich sehr gefeiert habe - aber trotz der Leichen und dem vielen Blut, kam bei mir nie so richtig eine düstere Assassinenstimmung auf. Der Humor hat vielleicht etwas abgelenkt und mich einfach ständig in eine fröhliche Stimmung versetzt. Insgesamt war "Nachtengel Nemesis" für mich kein Highlight, aber trotzdem definitiv lesenswert und auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Dem Zynismus und Humor konnte ich hier sehr viel abgewinnen, die Story selbst hätte jedoch noch etwas mehr Kick haben können. Wer aber Lust auf etwas Leichtes für zwischendurch hat, guten Humor und lebendige Dialoge zu schätzen weiß, sollte dem Buch unbedingt eine Chance geben. Vorkenntnisse zur Schatten-Trilogie sind nicht unbedingt notwendig, helfen aber die Charaktere besser kennenzulernen und zu verstehen.
17. Juni 2024









