Die irrationale Konsistenz der Unzuverlässigkeit
Stehenbleiben, wenn die Welt rast
Endlich angekommen – oder? Susanne hat ihre Zwanziger überlebt, sich ein Leben aufgebaut, eigentlich läuft alles ganz gut. Doch irgendwie schleichen sich immer wieder Konflikte in ihre Freundschaften und Romanzen, entstehen Brüche und Intrigen, wird ihr Umfeld immer mehr zu einem Spielfeld, dessen Regeln sie nicht versteht. Das Gefühl der Leere lässt Raum für Erinnerungen, und Susanne beginnt, über ein lang vergessenes Kapitel ihrer jungen Erwachsenenjahre zu schreiben: ihre Zeit als Prostituierte. Der Text entwickelt ungeahnte Durchschlagskraft, als eine Freundin ihn stiehlt und als ihren veröffentlicht – und sich damit nicht nur ihre Gedanken, sondern auch ihr Trauma aneignet. Es folgen Gerüchte, Statements, Shitstorms, die Susanne schließlich zum Abbruch des Lebens bringen, das ihre innere Unruhe in Schach hielt. Bei ihrer Familie sucht sie Ruhe und Halt. Doch schleichend klopft die Befürchtung an, dass gerade hier der Ort liegt, der alles zum Zerspringen bringt …
Laut, schnell, leise – ein pulsierender Roman, der den exakten Ton trifft und: süchtig macht
„Alles ganz schlimm“ ist Drama, Schmerz, Humor und ein tiefer Blick in die Dynamiken und Zerwürfnisse unserer Zeit. Mitreißend und pointiert liefert Julia Pustet die Geschichte einer Frau, die sich mit der ganzen Welt konfrontiert – um am Ende nur wieder bei sich selbst anzukommen. Sie dehnt darin, manchmal sachte, manchmal unsanft, die Grenzen der Diskurse und Beziehungen, die wir führen, aus. Der Roman erzählt von Feminismus, Politisierung und Privilegien, von tiefgehenden Freundschaften und aufschürfenden Familienkonstellationen – ein kompromissloses Debüt zwischen Härte und Leichtigkeit!
Gute Themen, von denen aber zu viele.
Schöne Sprache, die aber völlig konfus in Ort, Zeit und ohne Kapitalstruktur dahin springt.
Und nicht zuletzt eine Protagonistin, die ich die Hälfte des Buches einfach nicht verstanden habe. Trotz guter Ansätze einfach nicht mein Buch.
26. Sept. 2025
2,5
Wirklich konfus
Gute Themen, von denen aber zu viele.
Schöne Sprache, die aber völlig konfus in Ort, Zeit und ohne Kapitalstruktur dahin springt.
Und nicht zuletzt eine Protagonistin, die ich die Hälfte des Buches einfach nicht verstanden habe. Trotz guter Ansätze einfach nicht mein Buch.
Ein Roman über Freundinnenschaft & Familie, wie schnell diese engen Verbindungen sich entzweien können und wie schwierig es sein kann, das Vorgefallene aufzuarbeiten.
Die Protagonistin Susanne erzählt von ihrer Kindheit, ihren romantischen Beziehungen und von der Zeit, als sie einen Text über ihre Zeit als Prostituierte geschrieben hat, der dann von einer Freundin gestohlen und veröffentlicht wird. Als Susanne sich dagegen wehren möchte und Gerechtigkeit fordert, sieht sie sich damit konfrontiert, dass ihr eigener Freundinnenkreis in dem sich alle sehr links-feministisch identifizieren, sich hinter die „Text-Diebin“ als vermeintliches Opfer stellen und sich von Susanne abwenden.
Susanne versucht im Verlauf des Romans den Weg zu ihrer Heilung zu finden, schreibt Briefe an einen verstorbenen Freund, versucht sich ihrer Familie anzunähern und begibt sich in eine Klinik.
Auch wenn mich die Sprünge in der Erzählung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Briefen manchmal verwirrt haben, fand ich den Schreibstil von Julia Pustet ganz wunderbar und habe mir sehr viele Stellen markiert.
Ich fand vor allem die Diskussionen innerhalb des Freundinnenkreises sehr spannend, bzw. surreal. Wie absurd es sich manchmal las, wenn Susannes Freundin ihre Grenzen aufzeigte, sich mit dem vermeintlichen Opfer solidarisierte und Susanne z.B. Sätze wie „Es ist nicht meine Aufgabe, dir zu erklären, was du falsch gemacht hast.“ um die Ohren haut, während Susanne verzweifelt versucht, die Freundschaft zu retten und einfach nur will, dass ihr jemand glaubt.
Wenn ihr mit den Themen Suizid und (sexuelle) Gewalt klarkommt, kann ich das Buch definitiv empfehlen!
7. Sept. 2025
4,0
Hallt nach! 🍋
Ein Roman über Freundinnenschaft & Familie, wie schnell diese engen Verbindungen sich entzweien können und wie schwierig es sein kann, das Vorgefallene aufzuarbeiten.
Die Protagonistin Susanne erzählt von ihrer Kindheit, ihren romantischen Beziehungen und von der Zeit, als sie einen Text über ihre Zeit als Prostituierte geschrieben hat, der dann von einer Freundin gestohlen und veröffentlicht wird. Als Susanne sich dagegen wehren möchte und Gerechtigkeit fordert, sieht sie sich damit konfrontiert, dass ihr eigener Freundinnenkreis in dem sich alle sehr links-feministisch identifizieren, sich hinter die „Text-Diebin“ als vermeintliches Opfer stellen und sich von Susanne abwenden.
Susanne versucht im Verlauf des Romans den Weg zu ihrer Heilung zu finden, schreibt Briefe an einen verstorbenen Freund, versucht sich ihrer Familie anzunähern und begibt sich in eine Klinik.
Auch wenn mich die Sprünge in der Erzählung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Briefen manchmal verwirrt haben, fand ich den Schreibstil von Julia Pustet ganz wunderbar und habe mir sehr viele Stellen markiert.
Ich fand vor allem die Diskussionen innerhalb des Freundinnenkreises sehr spannend, bzw. surreal. Wie absurd es sich manchmal las, wenn Susannes Freundin ihre Grenzen aufzeigte, sich mit dem vermeintlichen Opfer solidarisierte und Susanne z.B. Sätze wie „Es ist nicht meine Aufgabe, dir zu erklären, was du falsch gemacht hast.“ um die Ohren haut, während Susanne verzweifelt versucht, die Freundschaft zu retten und einfach nur will, dass ihr jemand glaubt.
Wenn ihr mit den Themen Suizid und (sexuelle) Gewalt klarkommt, kann ich das Buch definitiv empfehlen!
Alles ganz schlimm. So auch leider der Schreibstil - zumindest für mich. Es fiel sehr schwer, ins Buch reinzukommen. Erst auf den letzten 100 Seiten konnte ich mich mit dem Buch arrangieren und dann auch den Inhalt mehr „mögen“. Schade, hatte etwas ganz anderes erwartet.
15. Apr. 2026
2,0
Alles ganz schlimm. So auch leider der Schreibstil - zumindest für mich. Es fiel sehr schwer, ins Buch reinzukommen. Erst auf den letzten 100 Seiten konnte ich mich mit dem Buch arrangieren und dann auch den Inhalt mehr „mögen“. Schade, hatte etwas ganz anderes erwartet.
Ich finde es mega interessant, dass Nico versucht alles absolut richtig zu machen und das so mega schräg ankommt bei ihr. Das spiegelt mein Gefühl wieder, dass es extrem schwierig ist, beim Sex immer alles "richtig" zu machen, im Sinne von alle Grenzen zu wahren.
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Autorin / Autor
Über Julia Pustet
Julia Pustet ist Autorin, Musikerin und immer: Antifaschistin. In den Sozialen Medien schreibt sie über Intersektionalität, Feminismus und Antisemitismus in der linken Szene. Nach zahlreichen Veröffentlichungen, u. a. im Kaput-Magazin, erscheint mit „Alles ganz schlimm“ (September 2025) das emotionale und starke Romandebüt.