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Romane

So tun, als ob es regnet

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Über das Buch

Der Erste Weltkrieg bringt einen österreichischen Soldaten in ein Karpatendorf. Eine junge Frau besucht nachts die „Geheime Gesellschaft der Schlaflosen“. Ein Motorradfahrer ist überzeugt, dass er sterben und die Mondlandung der Amerikaner versäumen wird. Eine Frau beobachtet die Ausfahrt eines Fischerbootes, das nie mehr zurückkehren wird. – Über vier Generationen des 20. Jahrhunderts und vier Ländergrenzen hinweg erzählt Iris Wolff davon, wie historische Ereignisse die Lebenswege von Einzelnen prägen. Zwischen Freiheit und Anpassung, Zufall und freiem Willen erfahren ihre Protagonisten: Es gibt Dinge, die zu uns gehören, ohne dass wir wüssten, woher sie kommen. Und es gibt Entscheidungen, die etwas bedeuten, Wege, die unumkehrbar sind, auch wenn wir nie wissen werden, was von einem Leben und den Generationen vor ihm bleiben wird. Iris Wolff hat ein poetisches und beglückendes Buch geschrieben, schonungslos, klug und sprachlich brillant. Mit sensiblen Beobachtungen, atmosphärisch dichten Dialogen und starken, eigenwilligen Figuren zeichnet sie in ihren Erzählungen behutsam eigene Welten, die im Zusammenspiel neue Tiefe entfalten und vielschichtige Perspektiven aufeinander eröffnen.

Editionen (2)

ISBN9783701312504
VerlagOtto Müller Verlag GmbH
Erscheinungsdatum17.02.17
Seitenzahl166

Rezensionen & Bewertungen

84 Bewertungen

22 Rezensionen

3,9

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  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Follower

    4,0

    4 Geschichten, 4 Generationen, alle irgendwie miteinander verbunden und doch für sich erzählt. Das Bindeglied ist nicht nur die Verwandtschaft, sondern auch Rumänien und doch geht es auch über diese Grenzen hinaus. Jacob, als österreichischer Soldat in Rumänien im 1. Weltkrieg darf kurz auf einem Hof den Krieg vergessen. Henriette wächst auf diesem Hof mit ihren Geschwistern auf. Vicco wächst statt bei seiner Mutter bei seiner Tante auf und Hedda will eine Auszeit nehmen auf La Gomera. Alle irgendwie verloren und auf der Suche. Mehr will ich gar nicht erzählten, da ich es besonders fand, wie die Leben miteinander verknüpft sind. Ja, Iris Wolff hat eine besondere Sprache und sie schafft es wirklich gekonnt, in nur 170 Seiten so viel zu erzählen. Und auch wenn es mir gefallen hat, eine Familie über ein ganzes Jahrhundert zu begleiten, war ich doch nicht geflasht von der Erzählweise. Ich hatte teilweise das Gefühl, irgendwo zwischendurch den einen oder anderen Satz überlesen zu haben, vielleicht weil mir hier und da ein Detail gefehlt hat und trotzdem hab ich der Geschichte folgen können. Bildlich gesprochen, bin ich einfach ab und an beim Lesen gestolpert, kurz ins Straucheln gekommen und dann weitergelesen. Ich finde, es ist ein schönes Buch, gekonnt erzählt, mit geschickten Leerstellen und faszinierende Verknüpfungen. Außerdem gefiel mir die Stimmung im Buch. Schmal, aber mit viel Leben gefüllt. S.79 „Henriette war das seltsam vorgekommen, sie dachte, man suche nachts den Trost einer anderen Stimme. Doch oft erfuhr man erst während des Sprechens, was einen beschäftigte, und es brauchte das Aussprechen, um Gedanken loszulassen, die zu einer Ungeheuerlichkeit herangewachsen waren.“ S.89 „Nur er würde nicht sehen, wie der erste Mensch einen Fuß auf den Mond setzte, wie die Erde aus dem All aussah - ein durchscheinender, blauer Planet aus Wasser, Erde und Wolken, auf dem irgendwo in Südosteuropa ein Mann auf seinem Motorrad verunglückte. Betrachtete man es aus dieser Perspektive, was spielte sein Tod da für eine Rolle?“

    14. Feb. 2025

  • elarama
    elarama

    215 Follower

    4,0

    Poetisch Melancholisch

    Iris Wolff verwebt über ihre Erzählungen in diesem Buch die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen hinweg. Dabei ist ihre Sprache sehr poetisch und der Schockmoment vor allem nach der ersten Geschichte war bei mir groß. Der Ton war für mich aber durchgängig traurig und melancholisch.

    29. Apr. 2025

  • 12drue
    12drue

    111 Follower

    4,0

    Iris Wolff erzählt in vier abgeschlossenen Kapiteln die Geschichte einer Familie über vier Generationen hinweg. Die Handlung konnte mich dabei weniger fesseln als die wunderschöne melancholisch-poetische Sprache.

    24. Jan. 2026

3 von 22 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Iris Wolff

geboren 1977 in Hermannstadt/Siebenbürgen. Studium der Germanistik, Religionswissenschaft und Grafik & Malerei in Marburg an der Lahn. Langjährige Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, 2013 Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg. Neben dem Schreiben ist sie am Kulturamt der Stadt Freiburg im Breisgau tätig. Ihr erster Roman Halber Stein erhielt den Ernst-Habermann-Preis 2014.

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