Blick ins Buch

Romane

Der Augenblick nennt seinen Namen nicht

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Über das Buch

Die Wartburg in Thüringen steht seit Martin Luthers Arbeit an der Bibelübersetzung für Sprache, schöpferischen Ausdruck und das Ringen um Worte. Dem eigentümlichen und nie nachlassenden Gefühl der Unverfügbarkeit von Sprache, die in der Stille entsteht, in einen Ausdruck übersetzt wird und immer wieder in das Schweigen zurückmuss, spüren Iris Wolff, Uwe Kolbe und Senthuran Varatharajah in ihren Wartburg-Tagebüchern nach. Ihre Texte erwachsen aus einer inneren Auseinandersetzung mit der Sprachform, die Luther vor 500 Jahren geprägt hat. Sie stellen fest: „Wir sprechen immer noch aus der Richtung, die Luthers Sprache einmal vorgab; in seinen Alliterationen, in seinen Bildern und Neologismen, in seinen Redewendungen, in seiner Komposition.“ Diese Sprache der Bibel prägt unsere Kultur, unser Leben, unsere Identität bis heute. So werden die Wartburg-Tagebücher zu einer Hommage an die Sprache und ihre Ausdruckskraft und zugleich zu einer Mahnung für den behutsamen Umgang mit der unkontrollierbaren Macht der Worte, die wahre und falsche Wirklichkeiten entstehen lassen. Und sie werden zu einem Eingeständnis, dass es beinahe unmöglich ist, Erfahrung und Erkenntnis in Sprache zu übersetzen.

Editionen (1)

ISBN9783701313006
VerlagOtto Müller Verlag GmbH
Erscheinungsdatum23.08.22
Seitenzahl168

Autorin / Autor

Über Iris Wolff

Geboren und aufgewachsen in Siebenbürgen und im Banat; 1985 mit ihrer Familie nach Deutschland ausgewandert. Ausgezeichnet u.a. mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis, dem Preis der LiteraTour Nord und dem Solothurner Literaturpreis. Zuletzt erschienen: „Die Unschärfe der Welt“.

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