Blick ins Buch

Romane

Afrikanische Tragödie

4,4(14)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Nobelpreis für Literatur 2007

»Afrikanische Tragödie« ist Doris Lessings erster Roman. Die britische Kolonie Rhodesien (heutiges Simbabwe) in Südafrika, wo sie aufwuchs, ist Schauplatz des Buches. Erzählt wird die Geschichte der Farmersfrau Mary. Mary ist in ärmlichen Verhältnissen auf dem Land groß geworden. Kaum erwachsen, zieht sie in die Stadt. Um nicht als alte Jungfer zu enden, lässt sie sich auf eine Heirat mit dem Farmer Richard Turner ein und zieht zu ihm auf seine Farm. Bald merkt sie, dass ihr Mann und sie sich nichts zu sagen haben und dass sie mit der Farm kurz vor dem finanziellen Ruin stehen. Dann wird der enigmatische schwarze Farmarbeiter Moses als Diener ins Haus geholt… Die eindringliche Schilderung des schwierigen Verhältnisses zwischen Schwarzen und Weißen, Erfahrungen mit Kolonialherrschaft und Rassismus, bilden den Hintergrund für die mit feinem psychologischen Gespür erzählte Geschichte einer unglücklichen Ehe.

Editionen (6)

ISBN9783596257478
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum01.12.82
Seitenzahl248

Rezensionen & Bewertungen

14 Bewertungen

1 Rezensionen

4,4

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  • aristipp_girl
    aristipp_girl

    69 Follower

    5,0

    Ein bemerkenswertes Buch. Der Schreibstil ist schnörkellos und flüssig wegzulesen. Dadurch ist das Gehirn befreit von zu viel Denkprozessen und in der Lage, sich voll und ganz auf den Inhalt einzulassen, der wiederum auch nicht all zu viel Ereignisreichtum mitliefert, weshalb wir voll und ganz im Kopf von Mary aufgehen, bzw. vergehen können. Das Ende wird vorweg genommen und wir erfahren, wie es dazu kam. Wir erleben eine unreflektierte Frau, die bis zum 30. Lebensjahr eigentlich ein ganz nettes Leben hat, die sexuellen Bedürfnissen nichts abgewinnen kann und bis dato nicht verheiratet ist. Wie es nun mal so kommt, man redet und Frau ist verunsichert, so dass sie nun doch am jetzigen Leben was ändern und heiraten muss. Da trifft es sich gut, dass Dick daher kommt, der wiederum meint, ne Frau zu haben, wär evtl. auch nicht so verkehrt und Mary sei ja ganz nett. Schwups landen wir verheiratet auf der Farm, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Schon mal großartige Voraussetzungen für eine Ehe. Nun ja, Mary kommt Dick nicht entgegen(in so mancherlei Hinsicht), Mary meint es käme irgendwann schon alles zum Guten, man muss es nur aussitzen. Mary meint, ihr fallen die Dinge einfach wieder so in Schoß, wenn sie sich nun doch aufrafft, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen . Tja, Mädel, so läuft das Leben nun mal nicht. Wir begleiten Mary und Dick über einen Zeitraum von 10 Jahren, der aus dem tristen Alltag der beiden besteht, Gängelung der Homeboys und Farmarbeiter und einer tiefen Depression, in die Mary stürzt. Doris Lessing schafft es mich wahnsinnig zu machen, eine richtige Hasskappe Mary gegenüber zu entwickeln. Dick ist auch keine Hilfe bei all den Problemen. Dieses Buch ist eine grandiose Zeichnung einer gescheiterten Ehe, mit all dem Unverstanden sein und fehlender Sozialkompetenz, auf dem Hintergrund der Apartheid und damit verbundener Konflikte. Es hat mich komplett eingesaugt und fix und fertig wieder ausgespuckt.

    3. Sept. 2024

Autorin / Autor

Über Doris Lessing

Doris Lessing, geboren 1919 in Persien, wuchs als Tochter eines Offiziers und einer Krankenschwester auf einer Farm in der britischen Kolonie Rhodesien (heutiges Simbabwe) auf. Im Alter von dreißig Jahren kam sie nach England, wo sie 1950 ihren ersten Roman »Afrikanische Tragödie« publizierte. In Deutschland erlangte sie erst durch die Veröffentlichung ihres Hauptwerks »Das goldene Notizbuch« im Jahre 1978 Berühmtheit. Doris Lessing zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen unserer Zeit. Sie wurde für ihr Werk mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Prinz-von-Asturien-Preis. 2007 erhielt sie die höchste Auszeichnung für Literatur – den Nobelpreis. Sie starb 2013 in London. Im Fischer Taschenbuch Verlag liegen vor: »Afrikanische Tragödie« (Bd. 5747), »Die Memoiren einer Überlebenden« (Bd. 5202) und »Das goldene Notizbuch« (Bd. 5396).

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