Blick ins Buch

Romane

Afrikanische Tragödie

4,4(14)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Das Romandebüt von 1950 spielt im Afrika der Kolonialzeit und erzählt vom Mord an einer weißen Farmersfrau. Doris Lessing erzählt fesselnd, wie die Protagonistin Mary Turner unaufhaltsam auf ihr tragisches Ende zusteuert. Ein messerscharfes psychologisches Porträt einer Unglücklichen und die eindrucksvolle Studie einer Gesellschaft im Niedergang.
»Ein kraftvolles Buch.« London Times

Editionen (6)

ISBN9783455400625
VerlagHoffmann und Campe
Erscheinungsdatum11.03.08

Rezensionen & Bewertungen

14 Bewertungen

1 Rezensionen

4,4

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  • aristipp_girl
    aristipp_girl

    69 Follower

    5,0

    Ein bemerkenswertes Buch. Der Schreibstil ist schnörkellos und flüssig wegzulesen. Dadurch ist das Gehirn befreit von zu viel Denkprozessen und in der Lage, sich voll und ganz auf den Inhalt einzulassen, der wiederum auch nicht all zu viel Ereignisreichtum mitliefert, weshalb wir voll und ganz im Kopf von Mary aufgehen, bzw. vergehen können. Das Ende wird vorweg genommen und wir erfahren, wie es dazu kam. Wir erleben eine unreflektierte Frau, die bis zum 30. Lebensjahr eigentlich ein ganz nettes Leben hat, die sexuellen Bedürfnissen nichts abgewinnen kann und bis dato nicht verheiratet ist. Wie es nun mal so kommt, man redet und Frau ist verunsichert, so dass sie nun doch am jetzigen Leben was ändern und heiraten muss. Da trifft es sich gut, dass Dick daher kommt, der wiederum meint, ne Frau zu haben, wär evtl. auch nicht so verkehrt und Mary sei ja ganz nett. Schwups landen wir verheiratet auf der Farm, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Schon mal großartige Voraussetzungen für eine Ehe. Nun ja, Mary kommt Dick nicht entgegen(in so mancherlei Hinsicht), Mary meint es käme irgendwann schon alles zum Guten, man muss es nur aussitzen. Mary meint, ihr fallen die Dinge einfach wieder so in Schoß, wenn sie sich nun doch aufrafft, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen . Tja, Mädel, so läuft das Leben nun mal nicht. Wir begleiten Mary und Dick über einen Zeitraum von 10 Jahren, der aus dem tristen Alltag der beiden besteht, Gängelung der Homeboys und Farmarbeiter und einer tiefen Depression, in die Mary stürzt. Doris Lessing schafft es mich wahnsinnig zu machen, eine richtige Hasskappe Mary gegenüber zu entwickeln. Dick ist auch keine Hilfe bei all den Problemen. Dieses Buch ist eine grandiose Zeichnung einer gescheiterten Ehe, mit all dem Unverstanden sein und fehlender Sozialkompetenz, auf dem Hintergrund der Apartheid und damit verbundener Konflikte. Es hat mich komplett eingesaugt und fix und fertig wieder ausgespuckt.

    3. Sept. 2024

Autorin / Autor

Über Doris Lessing

Doris Lessing wurde 1919 in Persien geboren und wuchs auf einer Farm im damaligen Süd-Rhodesien auf. Mit dreißig Jahren kam sie nach London und veröffentlichte dort 1950 ihren ersten Roman. Ihr umfangreiches literarisches Werk macht sie zu einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen. Im Hoffmann und Campe Verlag erschienen seit 1988 zahlreiche Werke, zuletzt ihre Romane Die Kluft (2007) und Alfred und Emily (2008) sowie das Erzählungsbändchen Die Schmuckschatulle (2007). Sie wurde mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 2013 wurde die fünfzehnbändige Werkauswahl abgeschlossen, in der u.a. Das goldene Notizbuch, Unter der Haut, Das fünfte Kind und zwei Erzählungsbände erschienen. Doris Lessing starb am 17. November 2013 in London.

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