Blick ins Buch

Eine Handvoll Leben

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Über das Buch

Elisabeth geht durch ihre frühere Wohnung und dabei läuft ihr bisheriges Leben wie ein Film vor ihr ab: die unverwundenen Kindheitserlebnisse und angstbesetzten Beziehungen zu Religion und jeglicher Autorität, die streitanfälligen Mädchenfreundschaften und vieles mehr. Später konnte sie sich nie auf die Liebe zu einem einzigen Mann beschränken, denn sie wollte die Welt lieben. Bei ihrer Rückkehr als reife Frau spürt sie "den Verdacht im Herzen, den falschen Weg gegangen zu sein", und dies "wie immer sie ihr Leben gelebt hätte."

Editionen (2)

ISBN9783552036246
VerlagZsolnay, Paul
Erscheinungsdatum01.09.55
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

10 Bewertungen

1 Rezensionen

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  • missyliest
    missyliest

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    2,5

    Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 6: Österreich Ich habe vor Jahren "Die Wand" von Marlen Haushofer gelesen und fand den Roman eindringlich. Aus diesem Grund wollte ich noch etwas von ihr lesen und bin auf diesen Roman gestoßen. Wir lernen Elisabeth als Zehnjährige kennen, als die Eltern sie in die Obhut von Nonnen geben. Früh wird sie mit vielen Regeln und einem fremdbestimmten Leben konfrontiert. Dabei hilft ihr nur, zwischen zwei ganz verschiedenen Freundinnen hin- und herzupendeln - ein Verhalten, was bei den Mädchen insgesamt schlecht ankommt. Später geht es dann viel um Elisabeth als Ehefrau und Mutter und der Tatsache, dass diese Rollen sie nicht glücklich machen. Bei diesem 1955 erschienenen Roman handelt sich um Haushofers erstes Werk. Beides muss man meiner Meinung nach in die Lektüre mit einfließen lassen, damit man mit dieser Frauenfigur mitgehen kann. Denn Haushofer zeichnet einerseits ein modernes und feministisches Bild einer Frau, die nicht in die 1950er passt und die Vorstellung der Anderen nicht bedienen will, und andererseits ist es schwer auszuhalten, dass die Hauptfigur teilweise wenig selbst entscheidet und stattdessen mit sich machen lässt, was gerade so geschieht. Als literarische Etappe der Frauenbewegung fand ich den Text interessant. Gleichzeitig hat die Darstellung der Hauptfigur mich immer wieder in meinem Lesefluss gestört. [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Bosnien, Italien, Russland, Schweiz, Spanien.]

    14. Feb. 2026

Autorin / Autor

Über Marlen Haushofer

Marlen Haushofer wurde am 11. April 1920 als Marie Helene Frauendorfer in Frauenstein, Oberösterreich, geboren. Anfang der vierziger Jahre studierte sie Germanistik an den Universitäten Wien und Graz. 1946 veröffentlichte sie erste Kurzgeschichten in Zeitschriften und übersiedelte 1947 nach Steyr, wo sie bis zu ihrem Tode lebte. Ihr erste Roman, Eine Handvoll Leben, 1955 bei Zsolnay herausgekommen, sowie die Tapetentür (1957) und die Novelle Wir töten Stella (1958) machten sie bekannt, der Roman Die Wand, 1963 bei Sigbert Mohn erstmals veröffentlicht, machte sie berühmt. Sie starb am 21. März 1970. Im Jahr 1968 wurde sie mit dem Österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet.

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