Blick ins Buch

Romane

Störfall

3,2(20)
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Über das Buch

Im Frühling 1986, auf dem mecklenburgischen Land, sind die Blüten an den Kirschbäumen förmlich explodiert – aber das Wort vom Explodieren wagt man nicht einmal mehr zu denken, seit die Nachricht sich verbreitet: Im Kernreaktor von Tschernobyl hat eine Explosion stattgefunden. Und während die Erzählerin den stündlichen Warnungen im Radio lauscht, muß sich ihr Bruder einer riskanten Gehirnoperation unterziehen. Zwei Störfälle, eine kollektive und eine individuelle Katastrophe, an einem Tag: Christa Wolfs Erzählung schildert den Einbruch des Unfaßbaren in das menschliche Leben, entfesselte Kräfte, über die wir keine Kontrolle mehr haben.

Editionen (7)

ISBN9783518797105
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum19.09.12
Seitenzahl129

Rezensionen & Bewertungen

20 Bewertungen

6 Rezensionen

3,2

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  • nancyspencer
    nancyspencer

    41 Follower

    3,5

    Etwas zwischen kryptisch und genial.

    „Unterscheiden nicht die Objekte ihrer Angst die Generationen mehr als alles andere?“ - Dies war mein erstes Buch von Christa Wolf. Immer wieder schimmern krass kluge und interessante Gedanken hervor. Der Aufhänger (die Katastrophe von Tschernobyl und eine OP wegen eines Gehirntumors ihres Bruders) fand ich spannend. Die Gedanken dazu wie gesagt immer wieder sehr klug. Aber es ist auch sperrig und assoziativ im Schreibstil. Manchmal verliert sie mich da, worauf will sie hinaus. Ich weiß noch nicht recht. Es muss noch nachwirken.

    24. Dez. 2025

  • 3,0

    Während die Welt kippt

    "Ich habe mich umgesehen, von meinem Bett aus, und habe gefunden, dass das Buch, das ich an einem Tag wie diesem würde lesen wollen, vermutlich noch nicht geschrieben war." Die Erzählerin begleitet an einem einzigen Tag die Operation ihres Bruders, während sich gleichzeitig die Nachrichten über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verbreiten. Zwischen persönlicher Angst und globaler Bedrohung versucht sie, das Geschehen zu begreifen. Ich fand das Buch gut, wenn auch stellenweise etwas anstrengend zu verstehen. Es ist sehr ruhig, sehr reflektierend und weniger eine Geschichte als ein Nachdenken über Unsicherheit, Kontrolle und Wahrnehmung. Besonders gelungen ist diese Gleichzeitigkeit von etwas ganz Nahem und etwas Unfassbarem in der Ferne. Literarisch wirklich stark aber eher ein Buch, das man respektiert, als eins, das einen komplett mitreißt.

    2. Mai 2026

  • gedanken_freude
    gedanken_freude

    68 Follower

    5,0

    Ein Text über die äußere Katastrophe des Reaktorunglücks in Tschernobyl sowie die innere Katastrophe der Gehirnoperation des Bruders der Ich-Erzählerin. Eine assoziative Erzählung über einen Tag. Über die Bedeutung von Sprache, Technik und Natur, Verantwortung und Schuld. Ein äußerst dichtes Buch, dessen intertextuelle Bezüge und Gedanken durchaus eine nähere Analyse lohnen.

    28. Juli 2023

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Christa Wolf

Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), lebte in Berlin und Woserin, Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Uwe-Johnson-Preis, ausgezeichnet. Sie verstarb am 1. Dezember 2011 in Berlin.

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