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Romane

Das Leben eines Anderen

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Über das Buch

Akira Kido lebt in Yokohama, ist Ende dreißig, Vater eines vierjährigen Sohnes, Ehemann und Scheidungsanwalt. Er hadert mit seinem Leben, seiner Ehe, alles erscheint ihm festgefahren und auf unbestimmte Weise falsch. Da wird er von einer ehemaligen Klientin aufgesucht und um Ermittlungen zu ihrem kürzlich verstorbenen Ehemann Daisuke gebeten. Ein Jahr nach dessen Tod stellte sie fest, dass Daisukes Identität auf einer Lüge basierte: sein Name, seine Vergangenheit, seine Personalakte – alles gefälscht, Daisuke war nicht derjenige, der er vorgab zu sein. Kido beginnt mit den Recherchen und deckt ein komplexes System von Identitätstausch auf. Bis er schließlich selbst von der Idee verführt wird, sich das Leben eines anderen Mannes anzueignen, um dem eigenen Schicksal zu entgehen.

Was geschieht, wenn wir mit einer anderen Person die Identität tauschen? Wie liebt man, wie lebt man in der Lüge? Keiichirō Hirano, der große, bisher unübersetzte Gegenwartsautor Japans, schreibt in einem raffinierten literarischen Spiel über eine scheinbar ganz normale japanische Familie – und über das fatale Verlangen, das Leben eines Anderen zu führen.

Editionen (2)

ISBN9783518772294
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum13.04.22
Seitenzahl333

Rezensionen & Bewertungen

42 Bewertungen

6 Rezensionen

3,9

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  • parallelleserin
    parallelleserin

    161 Follower

    4,5

    Die Frage nach Identität wird auf spannende Weise verhandelt

    17. März 2024

  • shades.of.paper
    shades.of.paper

    55 Follower

    🌳 Alles beginnt mit einer Familientragödie: viel zu früh wird Rie's Mann Daisuke durch einen Unfall aus dem Leben gerissen. Doch mit seinem ersten Todestag eröffnet sich Unfassbares. Daisukes Identität basierte auf einer Lüge. Sein Name, seine Vergangenheit, seine Personalakte, all dies Dinge, die zu einem anderen Mann gehören, zu einem anderen Leben. Scheidungsanwalt Akira Kido stellt eigene Nachforschungen an, um Rie Klarheit darüber zu geben, wer ihr Mann wirklich war. Bald schon gerät er selbst in einen gefährlichen Strudel der Faszination. Was, wenn er selbst das Leben eines Anderen führen könnte? 🖼️ Keiichiro Hirano entwirft ein spannendes Gedankenexperiment rund um ein komplexes System aus Identitätshandel. Wie einfach ist es, jemand anderes zu werden und welche Konsequenzen birgt das nicht für diesen Menschen sondern auch sein Umfeld? Ich war fasziniert von diesem Thema und auch sehr begeistert vom Schreibstil des Autoren. Jedoch gab es auch Momente, in denen ich das Gefühl hatte, ein bisschen "verloren zu gehen". Sehr viele Namen tauchen auf und durch eine Mehrzahl aus Handlungssträngen wird die Geschichte sehr komplex - da muss man auf jeden Fall konzentriert bleiben. Zum Ende des Buches wurde das Bild für mich zum Glück wieder runder und ich habe das Gefühl, dass sich meine Fragen zufriedenstellend geklärt haben. Wer japanische Literatur mag, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen! 4 🌟

    28. Apr. 2022

  • 4,0

    Stell dir vor, dein Partner ist nicht der, der er zu sein scheint... Im Mai starteten @ninis_weltderbuecher und ich einen gemeinsamen Buddyread. Nachdem sie ihre Rezension zum Buch schon vor Ewigkeiten gepostet hat, wird es nun eeeendlich auch Zeit für meine. Rie und Daisuke hatten nur ein kurzes Glück. Nach nur wenigen gemeinsamen Jahren stirbt Daisuke bei einem Arbeitsunfall. Ries Scheidungsanwalt aus erste Ehe, Akira Kido, findet heraus, dass Daisuke nicht Daisuke hieß und auch offenbar ein völlig fremdes Leben führte. Kido soll nun versuchen aufzudecken, wer der Mann tatsächlich war, wo der echte Daisuke ist und warum die Leben vertauscht wurden. Der Anwalt stößt auf ein Netzwerk von Identitätswechslern und setzt sich daraufhin selbst intensiv mit der Frage nach einem fremden Leben auseinander. Auch Ängste und Existenzen beschäftigen ihn. Das Thema des Lebenstausches wird für ihn umso interessanter, als dass seine Ehe in der Krise steckt. Dieses Buch ist eher ruhig. Zwar ermittelt Kido, jedoch haben seine Anstrengungen nichts mit den Ermittlungen eines klassischen Krimis gemein. Stattdessen zeigt sich Kido sehr feinfühlig und emphatisch - sowohl gegenüber Rie als auch seiner Frau. Vor allem aber kann man Kidos Liebe zu seinem Sohn förmlich spüren. Keiichiro Hirano hat einen Roman geschrieben, der die Lesenden in eine Japanische Welt mitnimmt, die so ruhig und mysteriös anmutet wie eh und je. Gespickt mit viel Gefühl, dabei ohne Kitsch. Ich mochte es recht gerne.

    11. Sept. 2022

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Keiichirō Hirano

Keiichirō Hirano, 1975 in Gamagōri geboren, ist ein japanischer Bestsellerautor. Sein Debütroman Nisshoku, den er 23-jährig verfasste, wurde 1998 mit dem Akutagawa-Preis ausgezeichnet. Seither hat er weitere prämierte Erfolgsromane veröffentlicht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden und war Entsandter der japanischen Botschaft in Paris und anderen europäischen Städten. Neben dem bereits verfilmten Das Leben eines Anderen ist Ein letztes Mal Mensch Hiranos zweiter ins Deutsche übertragene Roman, auch er wird derzeit verfilmt.

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