Blick ins Buch

Thriller

Paradise City

3,2(79)
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Über das Buch

Deutschland in der nahen Zukunft. Die Küsten sind überschwemmt, weite Teile des Landes sind entvölkert, und die Natur erobert sich verlassene Ortschaften zurück. Berlin ist nur noch eine Kulisse für Touristen. Regierungssitz ist Frankfurt, das mit dem gesamten Rhein-Main-Gebiet zu einer einzigen Megacity verschmolzen ist. Dort, wo es eine Infrastruktur gibt, funktioniert sie einwandfrei. Nahezu das gesamte Leben wird von Algorithmen gesteuert. Allen geht es gut – solange sie keine Fragen stellen.

Liina, Rechercheurin bei einem der letzten nichtstaatlichen Nachrichtenportale, wird in die Uckermark geschickt, um zu überprüfen, ob dort tatschlich Schakale eine Frau angefallen haben. Dabei sollte sie eigentlich eine brisante Story übernehmen. Während sie widerwillig ihren Job macht, hat ihr Chef einen höchst merkwürdigen Unfall, und eine junge Kollegin wird ermordet. Beide haben an der Story gearbeitet, die Liina versprochen war. Anfangs glaubt sie, es ginge um den Handel mit Gesundheitsdaten im großen Stil, doch dann stößt sie auf die schaurige Wahrheit: Jemand, der ihr sehr nahesteht, hat die Macht, über Leben und Tod fast aller Menschen im Land zu entscheiden. Und diese Macht gerät nun außer Kontrolle ...

Editionen (3)

ISBN9783518765005
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum23.06.20
Seitenzahl281

Rezensionen & Bewertungen

79 Bewertungen

9 Rezensionen

3,2

Tippen zum Filtern

  • julsico
    julsico

    77 Follower

    3,5

    Parallelwelten

    Zoë Beck entwirft in Paradise City ein düsteres Zukunftsszenario, das erschreckend realistisch wirkt. Der Thriller punktete vor allem mit einem rasant entwickelnden Plot, der stets übersichtlich bleibt und sich nicht in allzu komplexen Verstrickungen verliert. Besonders spannungsgeladen war die erste Hälfte des Romans, in der die Handlung mit Tempo voranschreitet. Leider verliert sich der anfängliche Thrill im letzten Drittel in bemühten Erklärungen und verpufft somit spürbar. Da sich Zoe Beck auch in diesem Thriller einem gesellschaftlichen brisanten Thema wie dem Gesundheitssystem widmet, hatte der Text nicht nur Unterhaltungscharakter. Es ist schließlich nicht ganz abwegig, dass unsere Gesundheitsdaten immer mehr zentralisiert werden und damit neben all den Vorteilen auch Missbrauch begünstigt wird. Schon jetzt müssen wir uns ja die Frage stellen, wer als „gesund genug“ für die Gesellschaft gilt. Diese dystopische Vision einer abgeschlossenen Spaltung der Gesellschaft, hat Beck gut als Parallelwelten illustriert. Insgesamt ist Paradise City ein lesenswerter Thriller mit einer spannenden Grundidee und einem flüssigen Erzählstil. Aufgrund der erzählerischen Schwächen wird er mir aber wahrscheinlich nicht nachhaltig in Erinnerung bleiben.

    20. Feb. 2025

  • xerxessia
    xerxessia

    7 Follower

    5,0

    Zoe Beck hat eine Geschichte entworfen in bester SF-Manier: Was geschieht, wenn wir die gegenwärtigen Strömungen der Gesundheits-Apps weiterdenken? Und hat dabei eine schaurige 'Brave New World' beschrieben. Habs in einem Happs durchgelesen.

    27. März 2023

  • liko
    liko

    11 Follower

    2,0

    Zukunftsroman aus Deutschland überzeugt nicht so stark

    Handlung spielt viel in Rückblenden und ist etwas oberflächig. Es stecken zwar interessante Ideen und Ansätze dahinter, aber man kann nicht finde ich nicht so stark in die Charaktere hinleben. Lange ist unklar, worum es inhaltlich eigentlich geht und dann kommt es doch recht schnell zum Schluss. Man konnte es schnell durchlesen, aber auch der Schreibstil hat mich nicht überzeugt. Es fehlte das literarische Etwas und es klang häufig nach Alltagsgesprächen und einfachen Personenbeschreibungen. Hatte hinter der Buchidee Besseres erwartet. Schade.

    30. Aug. 2022

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Zoë Beck

Zoë Beck, geboren 1975, ist Schriftstellerin, Übersetzerin (u. a. Amanda Lee Koe und James Grady), Verlegerin (CulturBooks) und Synchronregisseurin für Film und Fernsehen. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Zoë Beck zählt zu den wichtigsten deutschen Krimiautor*innen und wurde mit zahlreichen Preisen, unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis, dem Radio-Bremen-Krimipreis und dem Deutschen Krimipreis, ausgezeichnet. Edvard ist ihr erstes Jugendbuch.

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