Blick ins Buch

Romane

Der Turm

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Über das Buch

Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Anne und Richard Hoffmann stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man sich vor den Zumutungen des Systems in die Dresdner Nostalgie flüchten? Oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Er hat Zugang zum Bezirk 'Ostrom', wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen beschreibt Uwe Tellkamp den Untergang eines Gesellschaftssystems. Ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben. Kein anderes Buch hat in den letzten Jahren gleichermaßen Kritiker und Publikum derart begeistert.

Editionen (8)

ISBN9783518740613
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum16.11.10
Seitenzahl976

Rezensionen & Bewertungen

31 Bewertungen

4 Rezensionen

3,3

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  • buecherbaendiger
    buecherbaendiger

    12 Follower

    5,0

    Man liebt es oder man hasst es...

    ...dazwischen gibt es mMn nicht viel. Tellkamp ist ein Erzähler, und was für einer! Wer eine gerade Story mit Anfang, Höhepunkt und Ende erwartet, ist definitiv gut beraten, etwas anderes zu lesen. Die Erzählung mäandert, verästelt sich und dreht Kreise, dass man leicht den Überblick verliert. Aber genau das macht den Reiz aus. Man nimmt das Buch zur Hand, fängt an zu lesen und träumt sich in die Erzählung hinein. Man blättert hin und wieder zurück, um bekannt Vorkommendes nochmal zu vergegenwärtigen. Man schaut durch das eine oder andere Schlüsselloch, wie es in der DDR zuging. Andere mögen Anderes über die Zeit erzählen, Tellkamp erzählt, was er erzählt. Wer ein Buch genießen und "wiederkäuen" möchte, dem sei "Der Turm" wärmstens empfohlen.

    19. Apr. 2023

  • sirreadalot
    sirreadalot

    7 Follower

    5,0

    Was für ein überragendes Buch, locker eines der besten, die ich je gelesen habe. Wie der Autor die Szenen und Figuren zum Leben erweckt, Stimmungen einfängt, die gesellschaftliche Großwetterlage beschreibt, ist einfach überragend. Im Mittelpunkt stehen die Familie Rohde und Hoffmann, die zum bürgerlichen Rest der DDR gehören. Wer verstehen möchte, wie dieses Milieu in der DDR lebte, wie die DDR auch mit ihren (vermeintlichen oder tatsächlichen) Gegner\*innen umging, wird kaum ein besseres Buch finden können, als dieses. Weltliteratur.

    1. Juni 2024

  • readingconny
    readingconny

    38 Follower

    2,0

    Einigen sehr dichten Stellen, die Einblicke in das Leben der Menschen in der DDR geben, stehen doch viele Längen gegnüber. Am schlimmsten fand ich die kursiv gedruckten Einschübe aus Menos Feder. Uns ich hasse Dialoge, bei denen man die Sätze viermal lesen muss, um zu ermitteln, wer gerade etwas sagt. Tellkamps Sprache ist ohne Zweifel einzigartig und zeugt von großer Phantasie.

    11. Sept. 2022

3 von 4 Rezensionen

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