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Reflexiv und essayistisch, poetisch und hochpolitisch
Wie beeinflusst ständige Überwachung das menschliche Denken? Welche Folgen hat die innere Spannung auf den Freigeist und das (intellektuelle) Schreiben? Die Erzählung schildert einen einzigen Tag im Leben einer Schriftstellerin, die in der DDR lebt und vom Staat überwacht wird. Vor ihrem Haus stehen ständig Männer, die sie beobachten - implizit Mitarbeiter der Staatssicherheit. Insgesamt passiert nicht viel, die ausschlaggebende Handlung vollzieht sich im Bewusstsein der Schriftstellerin, die ihre Beobachtungen verarbeitet und reflektiert, was diese in ihr auslösen. Ständig fragt sie sich, was eigentlich noch sagbar ist, wem sie noch trauen kann. Und einsam ist sie, so greifbar wie nur selten in einem Text zu lesen. Ein sehr poetischer Text, der sich - trotz Kürze - nicht einfach wegliest, sondern Zeit zur Verarbeitung benötigt. Nicht für jeden, aber definitiv lesenswert. Dieses Buch zeigt auch, dass es nicht immer monumentale Seitenzahlen benötigt, um Denkprozesse anzustoßen. Christa Wolf hat dieses Werk erst 1990 veröffentlicht, obwohl sie es bereits 1979 schrieb, also noch während der DDR-Zeit, und sich damit verheerender Kritik stellen müssen. Doch war sie „feige“? Ich finde diesen Vorwurf, wie schon ein paar vorher hier geschrieben haben, sehr unfair. Denn später ist es immer leicht zu sagen, man hätte anders gehandelt. Doch hätten wir das? Ist es nicht zur heutigen Zeit offensichtlich, dass viele Menschen eben nicht mutig aufstehen, um Meinungsfreiheit und Demokratie zu verteidigen?
8. März 2026
Reflexiv und essayistisch, poetisch und hochpolitisch
Wie beeinflusst ständige Überwachung das menschliche Denken? Welche Folgen hat die innere Spannung auf den Freigeist und das (intellektuelle) Schreiben? Die Erzählung schildert einen einzigen Tag im Leben einer Schriftstellerin, die in der DDR lebt und vom Staat überwacht wird. Vor ihrem Haus stehen ständig Männer, die sie beobachten - implizit Mitarbeiter der Staatssicherheit. Insgesamt passiert nicht viel, die ausschlaggebende Handlung vollzieht sich im Bewusstsein der Schriftstellerin, die ihre Beobachtungen verarbeitet und reflektiert, was diese in ihr auslösen. Ständig fragt sie sich, was eigentlich noch sagbar ist, wem sie noch trauen kann. Und einsam ist sie, so greifbar wie nur selten in einem Text zu lesen. Ein sehr poetischer Text, der sich - trotz Kürze - nicht einfach wegliest, sondern Zeit zur Verarbeitung benötigt. Nicht für jeden, aber definitiv lesenswert. Dieses Buch zeigt auch, dass es nicht immer monumentale Seitenzahlen benötigt, um Denkprozesse anzustoßen. Christa Wolf hat dieses Werk erst 1990 veröffentlicht, obwohl sie es bereits 1979 schrieb, also noch während der DDR-Zeit, und sich damit verheerender Kritik stellen müssen. Doch war sie „feige“? Ich finde diesen Vorwurf, wie schon ein paar vorher hier geschrieben haben, sehr unfair. Denn später ist es immer leicht zu sagen, man hätte anders gehandelt. Doch hätten wir das? Ist es nicht zur heutigen Zeit offensichtlich, dass viele Menschen eben nicht mutig aufstehen, um Meinungsfreiheit und Demokratie zu verteidigen?
8. März 2026






