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Romane

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

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Über das Buch

Das erste Werk des großen Autors
Auf eigenen Wunsch wird der ehrgeizige junge Törleß auf die erfolgversprechende Militärakademie geschickt. Während er anfangs seine Eltern vermisst und lange Briefe schreibt, verändert er sich durch die neue Umgebung schnell. In der strengen Hierarchie der Schule erproben bald auch die Schüler die Faszination von Macht und Unterwerfung. Eine scharfsinnige Charakterstudie, die sich wie eine Vorahnung der kommenden Diktatur liest.

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ISBN9783499241789
VerlagROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum02.01.06
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

53 Bewertungen

4 Rezensionen

3,5

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  • arthurzturm
    arthurzturm

    171 Follower

    4,0

    Ich würde es als psychologische Pubertätsstudie bezeichnen. Man erhölt Einblicke in den Geist des jungen Kadetten Törleß und erlebt die verwirrten Gedanken, die Richtungen, in denen sie sich bewegen, die große Suche dahinter. Sehr gutes Buch,welches viel tiefgehender ist, als der Titel vermuten lässt.

    25. Okt. 2024

  • lm_monroe
    lm_monroe

    14 Follower

    4,0

    Dunkel und überraschend

    Mich hat die Dunkelheit, dieses Grauenhafte und Brutale in diesem Buch echt überraschst. Das stumpfe zusehen, von dem man liest, macht es umso krasser … Eine Geschichte die sehr spannend war - ich flog auch durch die Seiten - die aber an manchen Stellen echt Nerven gekostet haben, es nicht wegzulegen, aufgrund der gewaltdroheneden Vorstellungen …

    28. Aug. 2024

  • aristipp_girl
    aristipp_girl

    69 Follower

    5,0

    Wer ist Törleß und was beschäftigt ihn? „Ihre Ränder verloren sich in dem ringsum zertretenen Boden und waren nur an zwei Reihen Akazienbäumen kenntlich, die traurig mit verdursteten, von Staub und Ruß erdrosselten Blättern zu beiden Seiten standen. Machten es diese traurigen Farben, machte es das bleiche, kraftlose, durch den Dunst ermüdete Licht der Nachmittagssonne: Gegenstände und Menschen hatten etwas Gleichgültiges, Lebloses Mechanisches an sich, als seien sie aus der Szene eines Puppentheaters genommen.“ Ein junges Männlein, das gleichgültig und leblos durch seine Welt wabert. Das Gefühl, nur ausgetreten Fußspuren zu folgen und entdeckt: da ist so unfassbar viel Unverstandenes in mir, ein unausgefülltes Nichts, eine Sehnsucht, die verstörenden Genuss findet, an Dingen, die nicht sein sollen. Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit, Angst vor subtilen Empfindeleien, das Gefühl etwas verloren zu haben, von dem er nicht weiß was es ist. „Er fühlte sich mehr denn je verlassen und auf verlornem Posten, aber in dieser Wehmut lag ein feines Vergnügen, ein Stolz, etwas Fremdes zu tun, einer unverstandenen Gottheit zu dienen. Und dann konnte wohl auch vorübergehend in seinen Augen etwas aufleuchten, das an den Aberwitz religiöser Ekstase gemahnte. Zu Beginn des Buches versucht Törleß in Relexionen diese Empfindungen und Gedanken zu fassen und fühlt sie zurückweichen. Das Reale entzieht sich dem Symbolischen. Er ermüdet schnell in diesen Reflexionen und zieht eine Mauer hoch. Grundsätzlich verhandelt Musil die Grenzen formaler Systeme, anhand von Kant und den Übergang vom Konkreten, Verstandesmäßigem zum Unbekannten, Unsagbaren, Metaphysischen. Törleß ist Positivismuskritik und ein Mahnmal, wie jemand auf dem Weg zur Subjektivierung krepiert – sich im Erwachsenenalter an eine formale, abstrakte Moral hängt, ohne konkreten Inhalt des moralischen Lebens. Er zählte dann zu jenen ästhetisch-intellektuellen Naturen, welchen die Beachtung der Gesetze und wohl auch teilweise der öffentlichen Moral eine Beruhigung gewährt, weil sie dadurch enthoben sind, über etwas Grobes, von dem feineren seelischen Geschehen Weitabliegendes nachdenken zu müssen, die aber eine gelangweilte Unempfindlichkeit mit dieser großen äußeren, ein wenig ironischen Korrektheit verbinden, sobald man ein persönlicheres Interesse für deren Gegenstände von ihnen verlangt. Hauptsache nicht Denken! Bitte keine Reflexivität! Keine Versöhnung mit dem Anderen! Schöngeistige Fassade aufgelegt und auf zum Überwinden und Verdrängen! Gesetzgebende Moral auf Post it gepinnt, angeklebt und die Finsternis umschifft. Huch, was machen die ganzen autoritären Gestalten hier? __________________________________ Mein überfordertes Geblubber nach dem ersten Read (2021-02): Ein sprachliches Fest- Musil versteht es die Pupertären Gefühlswirrungen in poetische, psychologisch ausdrucksstarke Worte und Beobachten zu packen, wie ich es noch nie gelesen habe. Jede Seite ist ein Fest mit Hunderten Möglichkeiten nachzusinnen. Ein Buch das ich nur sehr langsam lesen konnte, weil es eine solche Wucht hat.

    3. Sept. 2024

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Robert Musil

(seit 1917 Edler von M.), geboren am 6.11.1880 in Klagenfurt, stammte aus einer altösterreichischen Beamten- , Gelehrten- , Ingenieurs- und Offiziersfamilie. Er studierte an der technischen Militärakademie in Wien, brach seine Militärsausbildung ab und wurde Maschinenbauingenieur. Nach einer Tätigkeit als Assistent an der TH Stuttgart studierte er 1903-08 in Berlin Philosophie, Psychologie, Mathematik und Physik und promovierte mit einer Arbeit über den Theoretiker des naturwissenschaftlichen Positivismus Ernst Mach zum Dr. phil. Auf eine Universitätslaufbahn verzichtete er, um freier Schriftsteller zu werden. 1911-14 war er Bibliothekar, 1914 Redakteur der «Neuen Rundschau». Im 1. Weltkrieg war er Landsturmhauptmann, Herausgeber der «Soldatenzeitung» und zuletzt im Kriegspressequartier. 1918-22 lebte er als Beamter in Wien, danach als freier Schriftsteller, Theaterkritiker und Essayist in Wien und Berlin. Nach der faschistischen Besetzung Österreichs emigrierte er nach Zürich. Die letzten Lebensjahre verbrachte er fast mittellos in Genf, wo er am 15.04.1942 starb.

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