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Die Elenden

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Über das Buch

Anna Mayr war noch ein Kind und schon arbeitslos. Sie ließ die Armut hinter sich, doch den meisten gelingt das nicht – und das ist so gewollt. Dieses Buch zeigt, warum.

Faul. Ungebildet. Desinteressiert. Selber schuld. Als Kind von zwei Langzeitarbeitslosen weiß Anna Mayr, wie falsch solche Vorurteile sind – was sie nicht davor schützte, dass ein Leben auf Hartz IV ein Leben mit Geldsorgen ist und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Früher schämte sie sich, dass ihre Eltern keine Jobs haben. Heute weiß sie, dass unsere Gesellschaft Menschen wie sie braucht: als drohendes Bild des Elends, damit alle anderen wissen, dass sie das Richtige tun, nämlich arbeiten. In ihrem kämpferischen, thesenstarken Buch zeigt Mayr, warum wir die Geschichte der Arbeit neu denken müssen: als Geschichte der Arbeitslosigkeit. Und wie eine Welt aussehen könnte, in der wir die Elenden nicht mehr brauchen, um unseren Leben Sinn zu geben.

Editionen (3)

ISBN9783499011245
VerlagROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum18.04.23
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

67 Bewertungen

11 Rezensionen

4,3

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  • livipivi
    livipivi

    21 Follower

    5,0

    Jede:r sollte dieses Buch lesen, und ganz besonders Personen wie Merz oder Lindner

    Mayrs Betrachtung der Arbeitslosen fußt auf persönlichen Erlebnissen - aufgewachsen als Kind langzeitarbeitsloser Eltern - und einer prägnanten Zusammenfassung gesellschaftspolitischer Entwicklungen (wie etwa der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze), die maßgeblich mit der gesellschaftlichen Einordnung und Bewertung von Arbeitslosigkeiten zusammenhängen. Systemkritik kommt hierbei nicht zu kurz, denn, wie so oft, ist auch Arbeitslosigkeit oder deren Stellung in der Gesellschaft auf Klassismus und Kapitalismus zurückzuführen und nicht auf persönliches Scheitern trotz vermeintlicher Chancengleichheit. Ein fantastisches Buch, in dem ich am liebsten jede einzelne Zeile dick unterstrichen hätte.

    16. Feb. 2025

  • fancy.shark
    fancy.shark

    7 Follower

    5,0

    Wichtiges Buch, vor allem für Menschen die der Auffassung sind Armut sei grundsätzlich selbstverschuldet oder es gäbe in Deutschland die Möglichkeit sich selbst daraus zu befreien und jede hätte die gleichen Chancen.

    5. Feb. 2025

  • nanablumenthal
    nanablumenthal

    5 Follower

    5,0

    Ein absolutes MUSS in der aktuellen Situation. Die Illussion der Chancengleichheit und die Absurdität der Klassentrennung

    Mir war Anna Mayr vor diesem Buch gänzlich unbekannt, ich schätze sie nun sehr für ihre Gabe die Gesellschaftsprobleme so scharfsinnig zu analysieren und treffsicher zu benennen. Gerade auch weil ich und viele meiner lieben Mitmenschen große Teile der beschriebenen Erfahrungswelt kennen und wir beide Welten kennen "von Hartz4 zum abgeschlossenen Studium" mit all den Steinen die einem in den Weg gelegt wurden als auch von Mittelschicht in Krankheit und Armut in Vergessenheit und Isolation. Sie beschreibt die Spaltung der Gesellschaft in reich und arm ebenso fantastisch wahrhaft wie die nicht zusammen passenden Welten die man in sich vereinen lernen muss um in der Gesellschaft "aufsteigen" zu können. Chancengleichheit ist eine Illussion. Und das wird hier mit allen Belegen aber besonders in fanatstisch treffsicherer Bildsprache in die Ewigkeit gezeichnet. Ein Kompliment and Anna Mayr und ein Aufruf sich dieses Buch nicht nur ins Regal zu stellen sondern seinen Inhalt zu verinnerlichen und in einen Wandel umzusetzen.

    21. Juni 2025

3 von 11 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Anna Mayr

Anna Mayr wurde 1993 in einer Mittelstadt am östlichen Rand des Ruhrgebiets geboren. In der Grundschule lernte sie die Fangesänge von Borussia Dortmund, am Gymnasium wurde ihr beigebracht, dass sie die Gegend am besten schnellstmöglich verließ. Sie studierte Geographie und Literatur in Köln, schrieb für eine Boulevardzeitung, arbeitete als Deutschlehrerin. Mit dem Team von Correctiv war sie 2018 für den Nannenpreis und den Reporterpreis nominiert. Heute ist sie Redakteurin im Politik-Ressort der ZEIT und lebt in Berlin.

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