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Romane

Schuld

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Über das Buch

Der Erzählungsband 'Verbrechen' von Ferdinand von Schirach hat die Leser im deutschsprachigen Raum begeistert und bewegt, wie es Büchern nur ganz selten gelingt. Nun legt der als die literarische Entdeckung des Jahres 2009 gefeierte Autor und Strafverteidiger einen neuen Band Geschichten vor. Ein Mann bekommt zu Weihnachten statt Gefängnis neue Zähne. Ein Junge wird im Namen der Illuminaten fast zu Tode gefoltert. Die neun Biedermänner einer Blaskapelle zerstören das Leben eines Mädchens und keiner von ihnen muss dafür büßen ? Neue Fälle aus der Praxis des Strafverteidigers von Schirach – die der Autor von Schirach in große Literatur verwandelt hat. Mit bohrender Intensität und in seiner unvergleichlichen lyrisch-knappen Sprache stellt er leise, aber bestimmt die Frage nach Gut und Böse, Schuld und Unschuld und nach der moralischen Verantwortung eines jeden Einzelnen von uns.

Editionen (10)

ISBN9783492970020
VerlagPiper ebooks in Piper Verlag
Erscheinungsdatum01.07.10
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

1283 Bewertungen

151 Rezensionen

4,2

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  • 4,5

    Gerechtigkeit, die menschlich wird

    „Schuld“ ist ein besonderes Buch, mit großer Wucht und dabei nüchterner Herangehensweise! Ferdinand von Schirarch schreibt über juristische Fälle aus seiner eigenen Berufslaufbahn und behält dabei einen nüchternen, präzisen, beinahe distanzierten Charakter bei, wie er wohl in der Juristik gängig und nötig ist. Und doch findet sich in dieser Nüchternheit eine tief versteckte Emotionalität wieder, die mich vollkommen überrascht hat. Denn was Schirach zeigt, ist nicht Schuld im klassischen Sinne. Er zeigt Menschen, gescheiterte, gebrochene, verlorene. Menschen, bei denen ein einzelner Moment ausgereicht hat, um ein ganzes Leben aus der Bahn zu werfen. Und obwohl er nie urteilt oder vielleicht gerade deshalb, bleibt man als Leser/Leserin mit einem Kloß im Hals zurück. Schirarch schreibt nie mehr als nötig, hat keine geschönten Formulierungen, kein moralisches Fingerheigen und damit die bewegende, fast schon schmerzhafte Ehrlichkeeit in seinen Darstellungen. Er beobachtet. Und genau das macht seine Texte so tief. Weil er uns zwingt, selbst hinzusehen und zu fragen: Was hätte ich getan? Was ist richtig? Was ist gerecht? So werden wir als Leser/Leserinnen stetig in die Pflicht genommen, nach Recht und Moral zu bewerten, aber können es nicht, da sich viele der Fälle in Dilemmata auflösen und wir ratlos zurückgelassen werden. Eine besondere Stärke des Buches liegt in seiner literarischen Struktur. Jeder Fall ist wie ein stilles Echo: kurz, reduziert, aber mit Nachklang. Schirach beherrscht die Kunst des Weglassens. Was nicht geschrieben steht, wirkt oft stärker als das, was gesagt wird. Und gerade dadurch bekommen die Geschichten eine universelle, beinahe philosophische Dimension. Es geht nicht nur um Schuld im juristischen Sinne, sondern um Schuld als Zustand des Menschseins. Ferdinand von Schirarchs „Schuld“ ist ein forderndes Buch, das weniger erzählt, als dass es zum Nachdenken zwingt. Seine Ehrlichkeit ist unbestechlich, seine Menschlichkeit tief verborgen und gerade dadurch umso eindrücklicher. Eine weitere Qualität des Buches ist seine Zeitlosigkeit: Jede Geschichte könnte gestern passiert sein. Oder morgen. Und vielleicht macht genau das „Schuld“ so beklemmend relevant.

    17. Juni 2025

  • ni.kaa
    ni.kaa

    268 Follower

    5,0

    ✨ Re-Read ✨Recht haben und Recht bekommen sind zwei unterschiedliche Sachen.

    Ich bin jedes Mal baff, wie toll der Schreibstil des Autors ist. Ich denke mal, dass seine Tätigkeit als Strafverteidiger viel dazu beisteuert, dass er durchaus nüchtern als auch gewissenhaft und dennoch spannend die Fälle, die er begleitet hat, wiedergeben kann. Ich denke, dass es auch durchaus interessant ist für Personen, die nichts mit dem Rechtsbereich zutun habe, einen Einblick zu erhalten, was die rechtliche Behandlung von Fällen auswirken kann und behandelt wird. Wir haben hier tragische, als auch schöne Fälle (davon eher weniger) und auch Fälle, bei denen man schmunzeln kann (damit meine ich den letzten Fall), die die Arbeit eines Strafverteidigers gut darstellen. Ich finde es einerseits interessant, als auch beklemmend, dass ma mit den Tragödien konfrontiert wird. Es ist schrecklich wie böse der Mensch sein kann. Für mich ist gefühlt jedes Buch von Ferdinand von Schirach ein Highlight. Jedoch darf man nach wie vor nicht vergessen, dass es sich hierbei um echte Schicksalsschläge handelt und echte Menschen dahinter stecken. Seine Bücher kann ich jedem empfehlen.

    9. März 2026

  • tamtamreads
    tamtamreads

    153 Follower

    5,0

    Wenn Schuld nicht eindeutig ist ⚖️

    Ich sag’s direkt: Ich bin einfach ein von-Schirach-Fan ❤️ Und Schuld hat mir wieder genau das gegeben, was ich an seinen Büchern so schätze: Gedanken 💭, Fragen ❓und Themen die nachwirken. In 15 kurzen Geschichten geht es um Schuld und Unschuld, um Gut und Böse ⚖️ und vor allem um die vielen Grauzonen dazwischen. Von Schirach zeigt eindrucksvoll, wie Menschen zu Tätern werden können und dass Schuld oft stark von den Umständen abhängt. Die Themen sind teilweise schwer und bedrückend: Missbrauch, Folter, moralische Dilemmata. Seine Sprache ist wie immer knapp, distanziert und unglaublich präzise ✍️. Gerade diese Nüchternheit macht die Geschichten so wirkungsvoll. Viele Fälle werden aus der Sicht eines Verteidigers erzählt, wodurch man automatisch anfängt über Recht und Gerechtigkeit nachzudenken. Schnell wird klar: Recht ist nicht immer gerecht und niemand ist nur gut oder nur böse. Schuld ist kein Buch, das man einfach zuklappt und vergisst 📖➡️🧠. Es bleibt im Kopf, stellt unbequeme Fragen und zeigt, wie schnell sich Rollen verschieben können. Genau das macht dieses Buch für mich so stark. Ein kluges, nachdenkliches Buch typisch Ferdinand von Schirach und absolut lesenswert 📚✨

    Wenn Schuld nicht eindeutig ist ⚖️

    3. Feb. 2026

3 von 151 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 9948%
angelika84
angelika8413. Apr. 2026

Echt interessant, aber die einzelnen Geschichten muss man etwas sacken lassen. Aber Top

Autorin / Autor

Über Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, arbeitet seit 1994 als Anwalt und Strafverteidiger in Berlin. Zu seinen Mandanten gehören Industrielle, Prominente, Angehörige der Unterwelt und ganz normale Menschen. Mit seinem Debüt 'Verbrechen' gelang ihm 2009 auf Anhieb der Durchbruch als literarischer Autor. Die Übersetzungsrechte wurden in über 30 Länder verkauft, und das Buch wird demnächst verfilmt. In Japan wurde Ferdinand von Schirach für seinen internationalen Bestseller 'Verbrechen' mit dem renommierten Honyataisho 2012, dem 'Großen Preis der Japanischen Buchhandlungen' in der Kategorie 'Internationale Literatur' ausgezeichnet.

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