Blick ins Buch

Das Boot

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Über das Buch

Editionen (9)

ISBN9783492220002
VerlagPiper
Erscheinungsdatum31.12.97
Seitenzahl603

Rezensionen & Bewertungen

39 Bewertungen

11 Rezensionen

4,0

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  • dela85
    dela85

    21 Follower

    4,0

    Lothar-Günther Buchheims „Das Boot“ (1973) ist ein Monster von einem Buch – nicht nur wegen seiner Länge von rund 600 Seiten, sondern vor allem wegen der Wucht, mit der es einen in die enge, stinkende Stahlröhre eines deutschen U-Boots während des Zweiten Weltkriegs zieht. Wer das liest, sitzt mit drin, spürt förmlich den Schweiß, das ranzige Öl, die abgestandene Luft und die latente Panik, die jede Sekunde explodieren könnte. Das Buch ist versaut – und zwar auf eine Weise, die man als Leser so gar nicht erwartet hätte. Die Crew redet genau so, wie abgehärtete, monatelang eingesperrte Kerle ohne Frauen reden würden: derb, obszön, voller „Fotzen“-Witze, Schwanz-Geschichten und Bordell-Erinnerungen. Das ist kein puritanisches Kriegsdrama, sondern ein authentisches Macho-Männer-Gequatsche, das Buchheim (selbst als Kriegsberichterstatter dabei) gnadenlos wiedergibt. Manche Passagen wirken fast wie Porno mit Tiefgang – aber genau das macht es glaubwürdig. Es ist nicht geschönt, nicht heroisch, sondern roh und menschlich ekelhaft. Und ja, manchmal lacht man laut auf, weil es so übertrieben dreckig ist. Haha. Trotzdem: Das Buch ist teilweise verwirrend. Buchheim schreibt in einem Stil, voller Sinneseindrücke, Geräusche, Gerüche und innerer Monologe. Militärische Ausdrücke, U-Boot-Jargon fliegen einem nur so um die Ohren, ohne immer erklärt zu werden. Als Laie braucht man manchmal ein paar Dutzend Seiten, bis man den Dreh raus hat – und selbst dann bleibt es stellenweise nebulös. Die Chronologie springt hin und her, besonders bei den Land-Abschnitten und Rückblenden. Die Atmosphäre ist der absolute Hammer. Man fühlt die Enge, die Klaustrophobie, die Anspannung beim Tiefentauchen, das Dröhnen der Wasserbomben, das Tropfen von Kondenswasser, den Gestank von Diesel und ungewaschenen Körpern. Es ist, als würde man selbst 50 Mann in einer Sardinenbüchse erleben – und das über Wochen. Die poetischen Beschreibungen des Meeres (Stürme, ruhige See, Dämmerung) sind wunderschön und kontrastieren brutal mit dem Inferno im Boot. Aber ja: Es wird manchmal langatmig. Die endlosen „Gammelei“-Phasen, das ewige Warten, die Wiederholungen von Alltagsroutine und älteren Eindrücken an Land (Bordelle, Kneipen, Frauen) ziehen sich. Manche Leser brechen da ab – verständlich. Es ist kein Action-Thriller, sondern ein quälend langsames Psychogramm von Männern am Rande des Wahnsinns. Fazit: Wer einen glatt polierten Kriegsroman sucht, wird enttäuscht. Wer aber die rohe, ungeschminkte Wahrheit vom U-Boot-Krieg erleben will – mit all dem Schmutz, der Vulgarität, der Langeweile und der existenziellen Angst – kommt um „Das Boot“ nicht herum. Es ist kein leichtes Buch, aber eines, das unter die Haut geht und lange nachhallt. Empfehlung: Durchbeißen, atmen lernen und mittauchen. 4 von 5 Sardinenbüchsen.

    21. Feb. 2026

  • jonathanasmr
    jonathanasmr

    58 Follower

    5,0

    Na, Männer? Alles klar?! 🥲

    Nachdem ich die Verfilmung von Das Boot auf Netflix gesehen habe. Dort wurde der Film in sechs Folgen unterteilt – war ich sofort fasziniert und regelrecht besessen von der Geschichte. Diese Begeisterung hat mich schließlich dazu gebracht, auch das Buch zu lesen. Und ich kann nur sagen: Es war absolut großartig. Das Buch vermittelt die bedrückende Atmosphäre und Spannung des Films auf eindrucksvolle Weise. Die Geschichte ist hervorragend beschrieben: realistisch, intensiv und emotional mitreißend. Besonders bewegend fand ich die Tatsache, dass die Handlung auf wahren Begebenheiten basiert und die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges schonungslos deutlich macht. Das Boot ist nicht nur ein packender Roman, sondern auch ein wichtiges Stück Zeitgeschichte. Für mich ist es ein kulturelles Muss – ein Buch, das man gelesen haben sollte. Eine ganz klare Empfehlung! ❤️‍🩹

    Na, Männer? Alles klar?! 🥲

    23. Okt. 2025

  • matthiasrose
    matthiasrose

    45 Follower

    3,5

    „Die sind erst zufrieden wenn wir alle abgesoffen sind…“

    Bewertung: 3,5–4 von 5 Sternen. Oder 6.5 von 10 Punkten Das Boot hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits ist es ein eindrucksvoller Roman, der das Leben der U-Boot-Besatzungen im Zweiten Weltkrieg schonungslos und greifbar schildert. Die Enge, die ständige Anspannung und die psychische Belastung an Bord werden so intensiv beschrieben, dass man sich oft selbst mitten im Boot wähnt. Auf der anderen Seite zieht sich das Buch für meinen Geschmack stellenweise deutlich zu sehr in die Länge. Buchheim verliert sich immer wieder in sehr ausführlichen Beobachtungen, Gedankengängen und Charakterbeschreibungen. Das sorgt zwar für Tiefe, bremst den Lesefluss aber spürbar aus. Dazu kommt ein teils massiver Anteil an technischem Fachjargon. Manche Passagen lesen sich fast wie eine detaillierte Maschinenbeschreibung. Wer sich für U-Boot-Technik begeistert, wird daran vermutlich Gefallen finden – für mich war es stellenweise allerdings etwas zu viel. Erschwerend kam hinzu, dass nicht alle verwendeten Abkürzungen erklärt wurden. Trotz Anhang musste ich mehrfach selbst recherchieren, um bestimmte Begriffe und Bezeichnungen einordnen zu können. Besonders überrascht hat mich, wie nah die Verfilmung beziehungsweise die 80er-Jahre-Serie von WDR und NDR mit Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer am Roman geblieben ist. Viele Szenen und Stimmungen wirkten beim Lesen sofort vertraut, was die Qualität der Adaption noch einmal unterstreicht. Insgesamt bleibt Das Boot für mich ein beeindruckendes Stück Literatur über den U-Boot-Krieg – mit großem dokumentarischem Wert, aber auch einigen Längen, die mich immer wieder aus der Geschichte gerissen haben. Für Interessierte um den zweiten Weltkrieg bzw. den Ubootkrieg trotzdem zu empfehlen.

    „Die sind erst zufrieden wenn wir alle abgesoffen sind…“

    1. Juni 2026

3 von 11 Rezensionen

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