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Romane

Niemands Töchter

4,4(259)
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Über das Buch

Über das Schweigen, das uns prägt – und die Wahrheit, die uns befreit

Alma ist Niemands Tochter. Sie wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel auf, doch das kluge und neugierige Mädchen fühlt sich fremd in seiner Familie. Denn um seine Herkunft wird geschwiegen.
Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort vermisst noch eine Frau ihre Mutter schmerzlich – Isabell, die 2019 in Berlin lebt. Diese Leerstelle hat ihre Vergangenheit geprägt, und beeinflusst noch immer ihre Gegenwart, ihr Fühlen und Denken und ihr eigenes Familienleben.
Als sich Almas und Isabells Wege auf schicksalshafte Weise kreuzen, entfaltet sich zwischen Polaroids und verlorenen Träumen eine Geschichte, die die beiden Frauen über Generationen hinweg verbindet.
Ihr Leben lang waren Niemands Töchter auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, und gemeinsam finden sie ihn, wo sie ihn am wenigsten erwartet haben. Ein berührender Roman über das, was wir verlieren, das, was bleibt – und die Kraft, die man daraus schöpft, das eigene Glück zu suchen.

Judith Hoerschs Debut erforscht zeitlose Fragen, wie Identität, die Suche nach der eigenen Herkunft und den Einfluss von Familienwunden.

Editionen (1)

ISBN9783492073691
VerlagPiper
Erscheinungsdatum30.01.26
Seitenzahl384

Merkmale

5 Bewertungen

UngewöhnlichGlaubwürdigVielschichtigSympathischEntwickelndNachdenklich

Rezensionen & Bewertungen

259 Bewertungen

79 Rezensionen

4,4

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  • 5,0

    Ein Roman wie ein Polaroid 📷

    Bei dem Titel Niemands Töchter wusste ich ehrlich gesagt erst gar nicht so richtig, was ich erwarten soll. Aber weil ich Generationsromane liebe, dieses Zusammenspiel aus Vergangenheit, Familiengeschichte, Zufällen, Wunden und all den Dingen, die über Jahre unausgesprochen bleiben, war ich ziemlich schnell komplett drin. Im Mittelpunkt stehen Alma, die in den Achtzigerjahren in der Eifel aufwächst und sich in ihrer eigenen Familie fremd fühlt, und Isabell, die 2019 in Berlin lebt und ebenfalls eine schmerzhafte Leerstelle in sich trägt. Beide Frauen suchen auf ihre Weise nach Herkunft, Zugehörigkeit und einem Platz im Leben. Als sich ihre Wege kreuzen, entfaltet sich eine Geschichte über Mütter und Töchter, über verlorene Träume, alte Familienwunden und Wahrheiten, die lange im Verborgenen lagen. Und wow, dieses Hörbuch hat mich wirklich berührt. Die Sprecherin hat die Geschichte so schön getragen, dass ich mich den Figuren sehr nah gefühlt habe. Besonders die einzelnen Charaktere und ihre Background Stories haben für mich total funktioniert. Ich liebe es einfach, wenn ein Roman zeigt, wie Leben sich berühren, wie Zufälle plötzlich Sinn ergeben und wie Menschen einander beeinflussen, ohne es am Anfang überhaupt zu ahnen. Das Ende war für mich bittersüß, auf eine richtig schöne, emotionale Art. Irgendwie ist alles gut gegangen, aber trotzdem bleibt da dieses Ziehen im Herzen. Genau diese Mischung hat mich sehr erwischt. Niemands Töchter ist ein berührender, fein erzählter Roman über Identität, Herkunft, Schweigen und die Kraft, sich trotz allem ein eigenes Glück zu suchen. Wer Geschichten über Familiengeheimnisse, starke Frauenfiguren, Mütter-Töchter-Beziehungen und diese leise, emotionale Tiefe liebt, wird hier wahrscheinlich sehr glücklich werden. Für mich ein wunderschönes Hörbuch und ganz sicher nicht mein letztes Buch von Judith Hoersch. I loved it. 🤍

    6 Tage vor

  • theagri
    theagri

    779 Follower

    4,0

    Ein Buch über die Mütter-Tochterverhältnisse in deren verschiedensten Facetten. Anfangs braucht es beim Lesen/Hören genug Aufmerksamkeit, um dann mehreren Frauenschicksalen nahe zu kommen. Gabriele Alma, Marie und Isabell sind die vier Frauen um deren Leben es in diesem Buch geht. Sie sind Töchter und Mütter, suchen den richtigen Weg für sich und haben die unterschiedlichsten Probleme in ihren Beziehungen zur eigenen Mutter und Tochter. Sie alle gehen unterschiedliche Wege. Was sie eint ist die Sehnsucht nach Harmonie und Erfüllung im Mutter- Tochtersein. Und jede Mutter möchte es besser machen, als sie es erlebt hat, jede Tochter möchte verstehen, warum die eigene Mutter so handelte. Auch das Wissen um die eigene Herkunft und Familieverhältnisse sind ihnen wichtig, um sich selbst verstehen zu können. Und um Alma und Isabell scheint es ein Geheimnis zu geben. Verlust, Betrug, Überforderung, verdrängte Wünsche, Lieblosigkeit und Sehnsucht nach Liebe sind einige der Themen, die im Buch behandelt werden. Anfangs hatte ich Probleme, die Protagonistinnen auseinander zu halten. Auch die rasch wechselnden Zeitebenen machten es nicht leichter. Erzählt wird aus den 1980ger Jahren und ab 2019. Doch als man eine Ahnung bekam, wie die vier zusammenhängen könnten, hat die Geschichte angefangen, mir zu gefallen und das Interesse wuchs, so dass ich gern weiter gehört habe. Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Charaktere sind gut geschildert, so dass man deren Handlungen meist nachvollziehen und verstehen kann. Besonders gut gefallen hat mir Gabrielle, in ihrer Liebe und Überforderung. Nachdenklich machend und tiefgründig erzählt, bleibt der Eindruck, über ein wichtiges Thema gelesen zu haben und man wird motiviert, über das eigene Verhältnis zur Mutter und Tochter nachzudenken. Ein gutes Debüt.

    10. Feb. 2026

  • magdas_buecherwelt
    magdas_buecherwelt

    666 Follower

    5,0

    Das Cover von Niemands Töchter finde ich wunderschön, und der Inhalt kann mithalten. Judith Hoersch kenne ich aus der ZDF-Serie Lena Lorenz, die ich sehr gerne schaue. Nun habe ich festgestellt, dass sie nicht nur sehr gut schauspielern, sondern genauso gut schreiben kann. 1981: Nach einem tragischen Vorfall flieht Marie, 16, aus ihrem lieblosen Zuhause. In Berlin schlägt sie sich als Reinigungskraft im Krankenhaus durch, an den Wochenenden stürzt sie sich ins Nachtleben. Im angesagten Club Dschungel lernt sie Leonard kennen und lieben. Die beiden eint die Liebe zu Musik und Literatur. Als Marie feststellt, dass sie im sechsten Monat schwanger ist, beschließt sie, das Kind zu gebären und wegzugeben. Leonard weiß nichts von der Schwangerschaft und Maries schicksalhaften Entscheidung. Gabriele ist Kinderkrankenschwester, ihr Baby ist gestorben, sie ist verzweifelt und versucht, sich durch die Arbeit von ihrer unendlichen Trauer abzulenken. Eines Abends findet sie auf dem Flur der Neugeborenenstation ein schreiendes Neugeborenes. Sie folgt ihrem ersten Impuls, versorgt es fachgerecht und nimmt es mit nach Hause. Am nächsten Tag verlässt sie Berlin und kehrt in ihre Heimat in der Eifel zurück. Ihre Eltern betreiben in Mayen eine Bäckerei und nehmen Gabriele und Baby Alma bei sich auf. Gabrieles Mutter Hedwig spürt, dass Alma nicht ihre leibliche Enkelin ist. Je älter Alma wird, desto mehr fällt auf, dass sie keinerlei Ähnlichkeit mit Gabriele hat. Doch Hedwig behält ihre Gedanken für sich und hält stets zu ihrer Tochter und Enkelin. Isabell ist Maries zweite Tochter. Marie gibt ihr all die Liebe, die sie gerne schon ihrem ersten Kind gegeben hätte. Doch wieder macht ihr das Schicksal einen Strich durch die Rechnung. "Ich werde dich nie im Stich lassen. Versprochen." Sie wusste nicht, dass man manche Dinge nicht versprechen konnte." (S. 163) Isabell kämpft mit Ängsten und Traumata, ihrem Psychotherapeuten vertraut sie an: "Ich will meine große Liebe nicht verlieren. So wie meine Mutter. Nicht an meinem Leben vorbeileben wie meine Mutter." (S. 264) Niemands Töchter ist eine ergreifende Geschichte über Mütter und Töchter und ihre Beziehung zueinander. Maries Schicksal hat mich sehr berührt, ich hätte ihr mehr Glück und Zeit mit ihren Töchtern gewünscht. Almas Verhalten konnte ich nicht nachvollziehen, wie konnte sie den Kontakt zu der Frau abbrechen, die ihr das Leben ermöglicht hatte, das sich auch Marie für sich und ihre Tochter gewünscht hätte? Meine Lieblingscharaktere sind Marie, Oma Hedwig und Opa Jupp. Sie leben für ihre Bäckerei, ihr eigenes Wohl ist für sie zweitrangig, wichtig ist ihnen, dass es ihrer Tochter und Enkelin gut geht. Trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten erfüllen sie Alma jeden Wunsch. Auch Leonard war mir sehr sympathisch. Genau wie Tom, Isabells große Liebe, taucht Leonard im Zeitraum zwischen 1981 und 2020 immer wieder auf, ihm verdanken wir das Ende, bei dem kaum ein Auge trocken bleibt. Das Buch ist mein erstes Jahreshighlight. Der Schreibstil der Autorin ist sehr poetisch, ich habe mir einige Stellen markiert, so auch diese: "Das ist Liebe. Dass wir den anderen Fehler zugestehen und dass wir sie auch dafür lieben." (S. 368) Den Roman empfehle ich allen Müttern und Töchtern, denn die Liebe zur Mutter ist die erste Liebe von uns allen.

    8. Feb. 2026

3 von 79 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 12733%
sunnyblossom.liest
sunnyblossom.liest30. Mai 2026

„Sie verschlang Wörter wie eine Raupe Blätter.“ 📖🐛

Seite 24965%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Judith Hoersch

Judith Hoersch verbrachte in ihrer Kindheit viel Zeit in der großelterlichen Bäckerei und erinnert sich lebhaft an den Geruch von frischem Brot und Hefe. Ihre ersten Schreibversuche machte sie bereits als Kind – geprägt durch ihren Vater, der als Journalist arbeitete und Künstlerportraits schrieb. Heute lebt die Schauspielerin mit ihrem Partner und ihrer Tochter in Berlin und schreibt Romane und Drehbücher.

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