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Alles und nichts sagen

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Über das Buch

Zieht sich eine liberale Gesellschaft gerade den Boden weg, auf dem sie fest stehen sollte? Ein Essay darüber, was die digitale Massenkommunikation zwischenmenschlich anrichtet. Nichts hat das Zusammenleben so umfassend verändert wie die Digitalisierung – wir denken, fühlen und streiten anders, seit wir dauervernetzt und überinformiert sind. Die Auswirkungen betreffen alle, egal, wie sehr sie die neuen Medien überhaupt nutzen. Es ist ein Stresstest für die Gesellschaft: Der Überfluss an Wissen, Geschwindigkeit, Transparenz und Unlöschbarkeit ist, unkanalisiert, kein Wert an sich. Demokratiepolitisch bedeutsam wird dies bei der vielbeschworenen Debattenkultur. Denn die Umgangsformen der sogenannten Sozialen Medien haben längst auf die anderen Arenen übergegriffen, Politik und Journalismus spielen schon nach den neuen, erbarmungsloseren Regeln. Früher anerkannte Autoritäten werden im Dutzend abgeräumt, ohne dass neue nachkommen, an die Stelle des besseren Arguments ist die knappe Delegitimierung des Gegners getreten. Eine funktionierende Öffentlichkeit – als Marktplatz der Meinungen und Ort gesellschaftlicher Klärung – scheint es, wenn überhaupt, nur noch in Bruchstücken zu geben. In ihrem Essay kreist Eva Menasse um die Fragen, die sie seit vielen Jahren beschäftigen: vor allem um einen offenbar hoch ansteckenden Irrationalismus und eine ätzende Skepsis, vor denen niemand gefeit ist.

Editionen (3)

ISBN9783462301427
VerlagE-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum02.11.23
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

8 Bewertungen

2 Rezensionen

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  • stines_lesereise
    stines_lesereise

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    3,0

    Eva Menasse - Alles und nichts sagen Laut Klappentext kreist Eva Menasse in ihrem literarischen Essay um Fragen, die seit vielen Jahren beschäftigen, z. B.: Was hat die digitale Massenkommunikation zwischenmenschlich angerichtet? Aufgrund dieser Beschreibung, erwartete ich ein Sachbuch, es erwartete mich aber eher ein Kommentar. Selbst die Schriftstellerin bezeichnet ihr Werk als subjektiven Essay (Seite 15). In vielen für Essays doch eher untypischen Fußnoten wird nicht auf Studien, sondern auf Interviews und Zeitungsartikel verwiesen. So bleibt bei mir als Leserin nicht der Eindruck von aufgearbeiteten Fakten sondern die Meinung einer einzelnen hängen. Vom Schreibstil her wechseln sich leicht zugänglicher Sätze mit komplizierten und von Fremdwörtern reichlich ausgeschmückten Passagen ab. Einzig der Titel ist für mich passend: Alles und nichts sagen Schade, ich hatte mir mehr erhofft.

    20. Nov. 2023

  • 5,0

    Erneutes Lesen lohnenswert

    10. Apr. 2026

Autorin / Autor

Über Eva Menasse

Eva Menasse, geboren in Wien, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Ihrem Debüt »Vienna« (2005) folgten Romane und Erzählungen (»Lässliche Todsünden«, »Quasikristalle«, »Tiere für Fortgeschrittene«), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Österreichischer Buchpreis, Bruno-Kreisky-Preis, Jakob-Wassermann-Preis, Ludwig-Börne-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Ihr letzter Roman »Dunkelblum« war ein Bestseller und wurde in zehn Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Essay »Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne« (2023). 2025 wurde sie mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.

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